Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 23 (6.6.1843)
- Article
- Hat Hippokrates die Beschneidung gekannt?
- Date
- 1843-06-06
- Page
- Spalte 363-364 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897869-2369517--2842-2369553- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Isaiah 1× ep/1005097
OCR text
363 Skizzen aus der jüdischen Geschichte. A. Der Apostat. überall mit dnQonoad'lov, das bei ihnen in das Wort dHQoßovczicc verstümmelt wurde, wiedergeben. Einer dritten und der Abstammung des Wortes am meisten entsprechenden Hypothese zufolge mußte man das Wort nicht sowohl für die Vorhaut, als vielmehr für die Eichel selbst annehmen. Mag man sich nun zu irgend einer der angeführten Ansichten bekennen, so ist doch gewiß, daß Hippokrates, wenn auch nicht die israelitische Beschneidung, doch eine ihr nahekommende gekannt und sogar Erfahrungen über das Nichtanheilen eines abgeschnittenen Vorhautstückes gemacht haben muß. Denn er spricht demselben die physiologische Fähigkeit ab, wieder, anheilen zu können. In wie weit dieser Satz seine Richtigkeit-har, kennen wir darum nicht angeben, 'weil keine Erfahrungen und Versuche aus der neuern Zeit uns bekannt sind, die zur Bestätigung oder Widerlegung dieser Behauptung irgend einen Beitrag geliefert hätten. Das Gebiet der plastischen Chirurgie, welche an allen Theilen der menschlichen Haut in Neubildungen durch Ueberpflanzung und Regeneration von verloren gegangenen Hautpartieen in der neuern Zeit sich versucht hat, umfaßt zwar eine Operation, die Ammons unter dem Namen Postbioplastik beschreibt, wobei Fälle von gelungenen Ersatz der Vorhaut durch Operationen von Dieffenbach angeführt werden. Indessen ist dabei der gerade hier fragliche Gegenstand übergangen worden, ob die Vorhaut nämlich eben solche Anheittingsprocesse von getrennten Stücken zuläßt, wie wir dieses durch Versuche an andern Lheilen z. W. Ohrläppchen, Augenlieder bestätigt gefunden haben. Nur durch solche physiologische Experimente kann dem Hipokratischen Aussprüche seine Richtigkeit oder Unrichtigkeit nachgewiesen werden. Was übrigens den Ausdruck Posthioplastik sowie den kürzlich von Lerquem^) in ' Vorschlag gebrachten Ausdruck Posthotomie statt Peritomie oder Circumcision anbelangt, so dürsten beide neugebildete Wörter den Vorzug vor den altern bisher gebräuchlichen haben, da sie die gemeinte Operation klar und bestimmt ausdrücken; indessen würde, wenn man den griechischen Ausdruck dK$o7tofrd'La beibehalten wollte, die erste Operation, nicht wie Ammon will, Posthioplastik, sondern Akroposthioplastik und die letztere nicht, wie Lerquem vorschlägt, Posthetomie sondern Akroposthiotomie genannt.werden müssen. Dr. Bergson. 5) Die plastische Chirurgie nach ihren bisherigen Leistungen dargestellt. Eine von der medicin. Gesellschaft zu Gent gekrönte Preisschrift. Berlin 1842. , 6) Guide du Posthetomiste ou aveo l’expos^ etc, Par L. Tertjuem. Metz 1843. 364 Geschichte. Skizzen aus der jüdischen Geschichte. -1.. Der Apostat. (Fortsetzung und Beschluß.) Aber weil ein Jude weder Vernunft anm'rnmt noch Verkündigung; daß ein Gott ihm den Schleier nehme — denn ich weiß, sein Streben ist sehr hart —' so laßt uns die Orakel der Propheten betrachten, daß er sie entweder so glaube oder so verwirrt zurückweise. Daß Christus das Fleisch von der Jungfrau nehmen würde, hat Jesaja vorher gesagt 22): diese eine Jungfrau wird gebähren in Mutterleib, und wird einen Sohn erzeugen und sein Name wird genannt werden Emauuel, das ist, der Gott mit Uns. Daß er aber von dem Stamme Juda geboren werden wird, und mit dem Geiste Gottes erfüllt sein wird, daß sagt derselbe selbst. „Es^d) wird ausgehm ein Reis von der Wurzel Jeffe, und eine Blume wird von ihrer Wurzel emporsteigen, und'es wird auf ihr ruhen der Geist des Herrn,'der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist der Vernunft und der Stärke, der Geist des Wissens in der Frömmigkeit, und ^es wird sie erfüllen der Geist der Gottesfurcht". Daß er unter Menschen wandeln müsse, hat Jeremias gesagt: „btes40) ist unser Gott und es wird kein anderes neben ihm geschätzt werden", und kurz darauf „und darauf ist er auf der Erde erschienen und hat mit Menschen Umgang gepflogen". Daß er für uns leiden müsse, hat ebenso Jesaia gesagt: „er4>) ist verwundet worden unserer Ungerechtigkeit halber". Und vieles Anderes sprachen sie von Jenem, durch welches offenbar gezeigt wird, daß eine göttliche Wandlung unter uns von der Fleischwerdung bis zum Lage der Auferstehung übereinstimmt mit den Zeugnissen Jener. Was sagst du dagegen Verbrecher? Du sagst vielleicht dagegen die Lüge, daß er von eurem Vater dem Leufel ist, so wie unser Herr Jesus Christus sagte: „Ihr seid vom Leusel4-) und ihr thut die Werke'Eures Vaters". Siehe weil nun 'durch Vernunft und Beispiel dir kurz geantwortet ist, daß Gott unveränderlich bleibt und dennoch Fleisch von der Jungfrau nahm, so wollen wir jetzt zum Folgenden zurückkchren. Es-sagte Gott zu Moses: „Nicht wird mich ein Mensch sehen, der lebe". Hier frage ich dich, Jude der du immer folgst den tödrenden Buchstqben und nicht dem belebenden Geiste, glaubst du, daß ein Mensch Gott sehen könne/oder hältst du es für unmöglich? Wenn für möglich, ob mit den körperlichen Augen oder mit dem Geiste? Wenn mit den körperlichen Augen, scheint es absurd genug, da doch jener unbeschriebene Geist weder durch Gewicht sich ausdehnt, noch durch den Ort eingeschloffen wird, noch durch die Zeit bewegt wird und ganz offen ist, wie schwach das Blut der Menschen ist. Wenn mit dem Geiste, so scheint es nicht unmöglich, obschon nur mit einem reinen. Denn es ist uns") 38) Ich 7, 14. r,N-p, p nt>'5 mH ru~ VDt£\ " 39) Ich 11,1. ms' wwo “öd w\ yUD non nw nn nnttn nsy nn nvnv noon nn nn nruv ntrrct vnnm nN"pi njn. 40) Jer. 3, 36. 38. 41) Ich 53, 5. „ujira bbnD nvjv". 42) Joh. 8, 44. ’Tpslg in nazgog zov duxßos.ov sitze zeig iTtifrvfUag zov 7tazQog vftcov S'sXsgs tiotsiv. 43) Matth. 5, 8. Mcr/.aptoi ol na'&ccQol zrj yccgöut * OZL CCVZOl TQV'ft'SOV O'lpQVZCU.