Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 21 (23.5.1843)
- Article
- Geschichte
- Date
- 1843-05-23
- Page
- Spalte 333-334 (sequence 2)
- Language
- German
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333 334 Skizzen aus der jüdischen Geschichte. A. Der Apostat. Daniel"), her eure, wie ihr sagt, aber ganz auch der unsere, ohne Händewerk vom Berge herabstürzen und die ganze Welt erfüllen gesehen hat. Bon dem auch David sagt: „Es-*) wallt mein Herz zu guter Rede" und derselbe „Der Herr sagte *’) zu mir „Mein Sohn bist du, heute habe ich Dich gezeugt" und eben derselbe „Alles 3°) hast du in Weisheit gethan" und Salomo der Herr3*) hat mich geeignet im Anfang seiner Wege". Aber weil wir nicht über die ewige Geburt Christi, in welcher er gleichhaltig mit seinem Vater ist, sondern von seinem Zeitlichen, in der er, wie David sagt, ein Wenig gegen die Enget nachsteht, mit einem Juden zu reden haben, so laßt uns hören, was er sagt und laßt uns seinem Einwurfe beständig antworten. Du sagst Jude „Weshalb widersprichst du Thor einem Gerechten." Zuerst möchte ich doch, daß du antwortest, wen du gerecht nennest , dich oder den Propheten. Wenn den Propheten, bin ich zufrieden, werde aber gleichwohl in demjenigen, wo ich, daß ich jenem nicht widerspreche, zeigen werde, dich der Lüge mit Recht überführen. Wenn du dich gerecht nennst, von dem man weiß, daß du früher gelogen hast, so weiß ich nicht auf welche Weise du die Gerechtigkeit behaupten wirst, da dich doch die Schmach der Lüge befleckt. Du wirst doch aber nicht zugleich der Vertheidiger und der Gegner des Gesetzes sein .können, das da ausspricht „Du sollst **) nicht deinem Nächsten falsches Zeugniß sagen." Ich aber werde, wie ich schon vorhergeschickt, dem Propheten nicht widersprechen, da er selbst für euch spricht und ich werde dir mit denselben Waffeu, die du gegen mich bereitetest, tödtliche Wunden schlagen: weil du gegen des Gesetzes Vorschrift, gegen deinen Nächsten falsches Zeugniß gebrauchst, so fällst du in die Schuld des Gesetzes,- die Schuld des Gesetzes führt dich zur Strafe; die Strafe aber wird dich zum Tode führen. Aber betrachten wir das Folgende. Unglücklicher Jude, wen nennst du einen Thoren? Uns etwa, die wir an den Gekreuzigten glauben, der für Euch geworden ist ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Aergers? Weil der Stein zwar, welchen die Bauenden wegwerfen, zum Eckstein geworden ist 3J)? Vom Herren ist Jenes geschehen und es ist wunderbar in unfern Augen. Deshalb sind wir Thoren und ihr weise? Dennoch steigen durch die Thorheit der Verkündigung der Uebermuth der Völker, und auf den Steinen der Könige stehst du des Kreuzes Trophäe! „Weil"), was Thorheit der Welt ist, Gott erwählte, um das Starke zu vernichten."; Und deshalb umfassen wir gern die Thorheit des Kreuzes Christi, weil wir dadurch zum Ruhme Christi zu gelangen glauben. Aber was erzähle ich einem Tauben eine Fabel? oder was brauche ich einem Blinden Licht oder einem 'Juden das Evangelium zu predigen? Laßt uns zu dem Folgenden zurückkehren. Du sagst: Lies den Propheten Habakuk, in welchem zwar nicht, aber 27) Daniel Kap. 2. v. 34 u. 35. v. 34. mn„ "i'-pa nV pN'mwnn n ix v. 35 „nna njtin b riN^oi di hd1? nin ttobub", 28) Psalm 45, v. 1. „sjb -q-i tWTV' Vers 1 lautet: nvm'it' ‘j’DE'D mp uw by nsui& 29) Psalm 2, 7. „divi ijn nriN 03 Vw 3DX •vrrfr". " 30) Psalm 104, 24. „N'LP M3N3 cfa"-, 31) Prov. 8, 22. rWM*V \Up DominuS me possedit initio viaruni suarum. 32) Erod. 20, 16. „npty ix 7jn3 royn n!?". 33) Matthäus Kap. 21. v. 42. 34) 1 Korinth. 1, 27. durch welchen, wie du sagst, Gott selbst sagt „Ich bin Gott und wandle mich nicht". Ich habe vorausgeschickt, daß ich dem Zeugnisse des Habakuk keinesweges widerspreche, und nicht blos dem des Habakuk, sondern ich sage, daß ich Alles des Propheten und des Gesetzes Zeugnisse annehmen will, weil ich den verehre, welcher nicht kommt das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen." Gott sagte zu Habakuk „Ich bin Gott und wandele mich nicht, und das glaubt die christliche Religion steif und fest. Daß du aber daraus folgerst, „Wenn jener nach eurer verfluchten Lehre sich verwandelte und einem Weibe sich zugesellte, so werde das Princip seiner Worte nicht die Wahrheit sein" das wundert "mich nicht, da du blind " bist, wenn du nicht siehst jenes Licht, welches nur die sehen, die reinen Gemüthes sind, ja da du auch nach Sitte eines Rasenden gegen den Arzt aufspringst und dem dich heilen Wollenden Schmähungen und Schimpfworte - entgegenwirfst. Denn so erhaben und tief sind die Geheimnisse der Fleischwerdung Christi, wie das Wort Gottes unveränderlich, obschon beim Vater immer verbleibend, doch Fleisch von der Jungfrau nahm, unsere Natur mit der seinen vereinte, daß Niemand dieses faßt, als wer es geistig einsieht; Niemand es einsieht, außer der es durch Gottes Gabe faßt; durch dessen Gäbe eins das glaubt, welches noch nicht faßt. Denn wenn ihr") geglaubt haben werdet, so werdet ihr einsehen, sagt der Prophet dem Glaubenden und daher nur ein Verdienst zuerkannt, dem Sehenden wird eine. Belohnung gegeben, weil wenn du siehst, kein Glaube ist, denn so lange wir pilgern im Dunkel dieser Welt, werden die Herzen derjenigen, welche Gott sehen werden, durch den Glauben gereinigt. Daß aber durch den Glauben daher, durch welchen der Sohn Gottes auch eines Menschen Sohn verkündigt wird, Einige der euern gereinigt sein werden, hatte Gott lange vorher durch den Propheten Ezechiel verkündet, der da spricht „Und") es wird sein in den letzten Tagen, da werde ich von meinem Geiste über alles Fleisch ausgießen, und werde über Euch reines Wasser gießen, und ihr werdet gereinigt werden von allem Schmutz, und von allen euren Götzen werde ich euch reinigen, und ich werde euch ein neues Herz geben, und werde einen neuen Geist in euch hinein thun, und werde ein steinernes Herz aus eurem Fleische nehmen und werde Euch eins aus Fleisch gegeben", und so weiter, wodurch deutlich gezeigt wird, daß Gott Einigen von euch den Schleier vom Herzen genommen habe, damit sie durch den wissenden Geist Gottes im Glauben vorbereitet würden, die Herzen Vieler zum Empfänge des Wassers des Heils, zur Reinigung aller Sünden, daß aber Einige verblendet sein und in dem Jrrthum des Unglaubens Zurückbleiben, würden; wie es durch einen andern Propheten geschrieben ist, „Blendend 37) werde ich eure Augen blenden, daß sie Nichts sehen". Woher o Jude, da du mit Finstermß geblendet bist, glaubst du bemerken zu können, wie Gott sich ohne eine Veränderung seiner, einem Weibe, nicht aber wie du schwatztest, Ungläubiger, zugesellt habe, son- 35) Jesajas 7, 9. Er spricht zu Achas dem Könige der Juden „umn ssb DM irj^ED p ]rm Dn3N L7M-N MMN ’O". Sachs übersetzt in der Zunz'schen Bibel die Stelle etwas Anders, „So ihr nicht trauet ihr nicht dauert". 36) Ezechiel 56, v. 25. v. 26 steht blos 'npDTl vidm nybbi Pddt odthndü!?dd DrwiDi oninö bna ■»morn DDmpn px nann nn) Lnn zb ü^b "»nra DDnM DDO n1? DD1? Yina DDD&SOD pNrf D1? DM". Arnheim übersetzt D2Ä^ Scheusalen? Der Anfang ist zugesetzt» 37) Jesaias 6, 10. „Wjn nKT. p MN Wjn".