Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1843)
- Article
- Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter
- Date
- 1843-05-23
- Page
- Seite 168 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 72% known words query
- IRI
…/2360092-2360256-2360278-2369379--3439-2369409- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 168 - etusurpent, adversus eos impia consilia cogitantes* ac fingentes occasiones varias et dirersas, non considerato prudenter, quod quasi ex archivis eorum Christiane fi'dei testimonia prodicrunt. Scriptura divina Inter alia mandata legis dJcente: Non occides, ac prohibente in illos sollempnitate paschali quicquam morticinum non contingere, falso imponunt eisdem, quod in ipsa sollempnitate se corde pueri communicent interfecfci, credendo id ipsam legem precipere, cum fit legi contrarium manifeste, ac eis male obiciunt hominis cadaver mortui, si contigerit illud alicubi reperiri. Et per hec et per alia quam plura hgmenta, sevientes in ipsos, eos super hiis non accusatos, non confessos, nec conyictos, contra privilegia Ulis ab apostolica sede clementer indulta, spoliant contra deum et iusticiam Omnibus bonis suis, et inedia, carceribus ac tot molestiis tantisque gravaminibus premunt, ipsos diversis penarum affligendo generibus, et morte turpissima eorum quam plurimos condempnando, quod iidem Judei, quasi existentes sub prerlictorum principum nobilium et potentuni dominio, deterioris condicionis quam eorum patres sub Pharaone fuerunt in Egypto, coguntur de locis inhabitatis ab eis et suis antecessoribus a tempore, cuius non exstat momöria, miserabiliter exulare. Ende suuni exterminium metuentes, duxerunt ad apostolioe sedis providenciani recurrendum. Nolentes igitur prefatos Judeos in debile vexari, quoruin conversioiiem dominus miseratus exspectat, cum, testante propheta, credantur reliquie salve fieri eorundem, fraternitati vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus eis vos exhibentes fävorabiles atque benignos, quicquid super prcmissis, contra eos dem Judeos per predictos prelatos, nobiles et potentes, inveneritis ternere attemptatum, in statum debituni legittime revocato , non permittatis eos de cetero super hiis vel similibus ab aliquibus indebite pre* gravari seu molestari. Molestatores auteni huiusmodi per censuram ecclesiasticam, appellatione postposita, conpescendo. Datum Lugduni IIL non. iulii pontificatus nostri anno V. Datum Lugduni nonas iulii pontificatus nostri anno IN. ln huius rei testimonium sigilium nostrum presentibus duximus apponendum. Datum anno domini MCCLXXIlll. mense februario. . Nos vero scultetus, scabini et cives supradicti sigilium civitatis Franken® urdensis presentibus duximus apponendum, in evidens testimonium premissorum. Actum et datum anno domini MCCLXXXVII. VI. Kal, iulii. — {Boehmer Cod. dipl. Moen. Fr. 1. 232—33.) Verlag von E. L. Fritzsche. lich ohne kluges Ueberlegenda ja aus ihren Archiven gleichsam die Zeugnisse des christlichen Glaubens hervorgegangen sind. Da die göttliche Schrift unter andern Befehlen des Gesetzes sagt: „Lödte nicht", und - Jenen, besonders verbietet am Osterfeste etwas Gestorbenes zu berühren, so beschuldigt man sie fälschlich, daß sie an demselben Feste sich das Herz eines getödtettn Knaben gegenseitig mittheilen, im Glauben, daß das. Gesetz ihnen dieses vorschreibe, da dies offenbar ihrem Gesetze zuwider ist; — übel ist es, daß man ihnen die Leichname gestorbener Menschen, die man irgendwo gesunden hat, aufbürdet. Und über solche und viele andere Erfindungen gegen sie wüthend, begeht man gegen sie, ohne Anklage, ohne Geständniß, ohne Ueberführung, wider die ihnen vom päpstlichen Stuhle verliehenen Privilegien, wider Gott und die Gerechtigkeit, Raub aller ihrer Güter, quält sie mit Hunger, Gesängniß und so vielen Bedrängnissen und Bedrückungen, indem man sie mit den verschiedensten Strafen belegt, und so viele von ihnen zum schmählichsten Lode verdammt, daß diese Juden unter der Herrschaft jener Fürsten, Edlen und Mächtigen schlechter daran sind, als ihre Väter unter Pharao in Egypten gewesen sind — ja man zwingt sie. jämmerlicher Weise aus den Orten, die sie und ihre Vorältern seit undenklichen Zeiten bewohnt haben, zu weichen. Ihre Vertreibung befürchtend, haben sie sich an die Fürsorge des apostolischen Stuhles gewendet. Indem wir daher nicht wollen, daß die vorgenannten Juden unschuldig gequält werden, denn ihre Bekehrung erwartet der mitleidige Herr, da nach dem Propheten ihre Ueberreste auchgerettet werde sollen, — so befehlen wir eurer Brüderlichkeit durch apostolisches Schreiben, daß ihr euch ihnen günstig und wohlwollend zeigen, und daß, wenn ihr die erwähnten Prälaten, Edle und Mächtige in einem ähnlichen Versuche gegen diese Juden findet, ihr den rechtlosen Zustand zurückrufen und nicht ferner gestatten sollet, daß sie wegen dieserähnlicher oder irgend welcher Dinge unverschuldet bedrückt und gequält werden. Die Bedrücker ähnlicher Art sollt ihr durch geistlichen Zwang ohne weitere Berufung zur Ruhe bringen. Gegeben Lyon am 5. Juli, im 5ten Jahre unser päpstlichen Würde (1247). — Gegeben Lyon am 7. Juli, im 3ten Jahre unserer päpstlichen Würde (1273). Zu Zeugniß dessen haben wir unfern Siegel unter diese Urkunde setzen lassen. Gegeben im Jahre des Herrn 1274, im Monat Februar.— Wir Schultheiß, Schöffen und vorerwähnte Bürger ließen das Frankfurter Stadtsiegel unter diese Urkunde setzen, zu klarem Zeugniß des Vorangeschickten. Geschehen und gegeben im Jahre des Herrn 1287, am 26. Juni. Druck von I. H. Nagel.