Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1843-05-09 · 19 (9.5.1843) · p. Spalte 297-298

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
19 (9.5.1843)
Article
Ein Lied der Arvalen
Date
1843-05-09
Page
Spalte 297-298 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8555529-9897774-9897857-2369246--2766-2369287
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

29t Sitten u. Gebräuche d. Or. z. Beleuchtung jüdischer. — Heidenheim's handschr. Nachlaß. 298 Laß' nicht die Seuche, Marmar (Mars), unsre Saat befallen, Laß' nicht die Seuche, Marmar, unsre Saat befallen, Laß' nicht die Seuche, Marmar, unsre Saat befallen! Hör' auf zu wüthen, Mars; halt ab der Sonne Gluthen, Hör' auf zu wüthen, Mars; halt ab der Sonne Gluthen, Hör' auf zu würhen, Mars; halt ab der Sonne Gluthen! Ruft an im Wechselgesange die Semonen alle! Ruft an i'm Wechselgesange die Semonen alle! Ruft an im Wechselgesange die Semonen alle! Marmar, hilf uns, Marmar, hilf uns, Marmar, hilf uns! Triumph, Triumph, Triumph, Triumph! 21. Ink. Sitten und Gebräuche des Orients zur Beleuchtung jüdischer. Einer „Skizze aus Japan" (Disland 1841. Oktbr.) entnehmen wir Folgendes. — Die G ä rber sind von Allen gemieden, müssen außerhalb der Stadt wohnen u.s. w. (Nr. 282. S. 112S), ganz ähnlich den Die Japaner haben 3 Schaltjahre in 19 Jahren (Nr. 288. S. 1134). Die Braut legt Todtenkleider an, angeblich um anzudeuten, daß sie für ihre Verwandten abgestorben sei (Vgl. Brück, Pharis. Votksfitten und Ritualien Frkf. a. M. 1840. S. 40). — Als Zeichen der Trauer bei Todesfällen hangt man Thür- und Fensterladen umgekehrt ein (erinnert ans Umkehren der Spiegel) und läßt das Haaar 49 (—7x7) Tage lang wachsen. „Die Japaner halten sich," nach dem Ausdruck des Reisenden (das. S. 1184) „gleichwie die Juden, fürs erste und heilige Volk." Das thun aber alle Völker, selbst die aufgeklärtesten Europa's, mehr oder minder, nur pocht jedes auf etwas Anderes, und legt es mehr oder weniger an den Tag. — Die „freiwillig gehende Kuh des Achin" bei den alten Tscherkessen (Ausl. 1842. Nr. 217.) erinnert an den nbrron -pM. In Mesopotamien findet man noch jetzt Esel und Rinder frorn *w) in einem Joche. (Ausl. £841. S. 1173). Reiche Perser lassen ihre Leichnahme nach Mes'ged Ali -führen (Ausl. 1842. Nr. 232. S. 923). Es bekräftiget diese, Analogie unsere Meinung über die Stelle im Benjamin von Tudela, wo vom Uebertragen der Leichname nach dem Grabe Abrahams die Nede ist, gegen die Auffassung des gelehrten Herausgebers (s. Ltbl. 1841. Col. 422. A. 40) — Von -den Drusen heißt es (Brands Miscellen, 1842. Bd. Ui. S. 595): Die Akkals (Erleuchteten) fliehen die Berührung der Profanen; ißt man aus ihrer Schüssel, oder trinkt man aus ihrem Kelche, so zerbrechen sie diese Gefäße. (Vgl. ny und nn> Sie beten das Kalb an (vgl. Ltbl. 1841. Nr. 28. Anm. 37. ti. Hitzig, Exeg. Handb. zu Hof. 8, 5). Von der nestor ian ischen Republik in Ku.rdist an berichtet Dr. Grant: So oft man das Steinbocksfell (ihr Tischtuch) brachte, enthielt es immer einige Krumen von dem Brode des vorigen Mahles, angeblich in Folge des Befehls von Christus: „Sammelt die Brocken, so daß nichts verloren gehe"*), so wie nur den Segen, der bei früheren Mahlen gesprochen worden war, beizubehalten, indem er in chaldäischer Sprache ist, und nur von einem Geistlichen gesprochen werden kann (Ausl. 1842. No. 268. S. 1070). Cs war Sonntag, man schlug ein dünnes Bret mit einem Hammer, um die Dorfbewohner mit Sonnenaufgang in die Kirche zu rufen (Nr. 269. S. i074), erinnert! an das „Schulklopfen". — Die Blutrache ist noch nicht außer Gebrauch (Nr. 270).— Gelegentlich fügen wir noch folgende Notiz daran: Nach ihrem Systeme der Geographie ist die Code eine große Fläche, umgeben vomOcean, in welchem sich der Lev ijatha n herumtreibt, um das Wasser in Bewegung zu erhalten und gegen Fäulniß zu schützen: er ist so lang, daß bei seinem Umkreisen der Welt, sein Kopf den Schwanz fast berührt. Es schien ihnen fast unglaublich, daß Dr. Grant über den Oeean, wo er das Ungeheuer habe treffen müssen, gesetzt hatte. (1b. Nr. 271. Vgl. über die Seeschlange das. Nr. 304.) In Afrika giebts noch heut zu Tage „Regenmacher" (ftloft'ut's Jvl issionary LaUours, nach dem Athenäum 17. September Ausl. 1842. Nr. 288. S. 1182.) wie im Talmud z. B. vnn u. A. Zu Lane's 1001 Nacht, 1. S. 252. bemerkt von Hammer (Wien. Jahrb. Bd. XCVäL S. 107): das Kreuzigen ist keine arabische, sondern bloß eine hebräische Todesstrafe, für deren Bezeichnnng die arab. Sprache nicht einmal ein besonderes Wort hat, indem das dafür in christlichen Schrifen gebrauchte ^>^2 eigentlich nur Henken bedeutet. Zwar kömmt (Laue S, 300) vor: „Mache diesem Menschen ein Kreuz, um ihn darauf zu nageln," aber nach der Note dazu bedeutet das Wort im Originale ein Bild, vermuthlich (nach Lane) weil ein Kreuz einem Manne mit ausgestreckten Armen ähnlich sei. Dies scheint dem Rec. zu weit gesucht. Wenn das arab. Mort hier wirklich ein Kreuz bedeuten sollte, so wäre es nur, weil das Kreuz den Moslemen für ein Götzenbild der Christen gelte" — Vgl. den Gebrauch von 1282. — Sider. Literarische Nachrichten und Miseellen. Heidenheim's hiuterlasseue handschriftlkcheWevke. Die Bedeutsamkeit Heidenheim's in unserer modernen Literatur ist zu bekanut und zu allgemein anerkannt, als daß nicht in manchen Lesern dieses Blattes der Wunsch rege geworden sein soll, in Erfahrung zu bringen, welche nützliche und treffliche Werke der fei. H. handschriftlich hinterlassen, da er deren Abdruck nicht erlebt. Um dem Wunsche so mancher Freunde der hebräischen Literatur zu genügen, stelle ich das Verzeichniß der handschriftlichen Nachlaffenschaft hier zusammen, wie *) S. Talmud, Berachot fol. 52, 1) u. s. w.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.