Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1843)
- Article
- Schwerin : Schulprüfung ... [Nachricht]
- Date
- 1843-05-09
- Page
- Seite 150 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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In dieser Gebetformel zeigt sich dem Kundigen klar eine gedrängte Z ufam menzi e hung der Nrn. .12 und 13, nämlich des und Dpnsn ty, der wochentäglichen Schemona Esra, wo in dem zweiten, dem entsprechenden Theile, in den Wörtern nyann nnSjtt, und ]HT rbwDD die oben angedeutete Substitution vorgenommen sich findet. Diese materiell geringfügige, geistig aber bedeutsame Aenderung der erwähnten Formel erlaube ich mir um so mehr der ernstesten Berücksichtigung meiner verehrten Herrn Kollegen im Oberrache anzuempfehlen, als sie einerfeits die Konsequenz der religiösen Grundsätze mit der Praxis in Einklang bringt, und andererseits mir wenigstens die Ueberzeugung gewahrt, daß sie von sehr vielen israel. Gemeinden Deutschlands gebilligt werden und in denselben Nahahmung finden werde, wodurch immer größere Konformität in den Verbesserungen des Kultus erzielt werden möchte. Schwerin, 4. Lctbr. 1842. Dr. S. Hold he im. Obiger Vorschlag fand den einstimmigen Beifall sämmtlicher israelitischer Oberrathsmitglieder und wurde demgemäß in den Entwurf ausgenommen. Was Hrn. Dr. Frankel, da er auf die Idee dieser Modisication geleitet war, von der konsequenten Durchführung derselben abhalten mochte, ist wahrscheinlich die Rücksicht auf die 'V) jddd; zumal da, wie Maimonides hil. Ber. 6. 1. §. 5. (vergl. Und. Keriat Schema c. 1. §. 5) sich ausdrückt, ein solcher mroa wd ein nyiü genannt wird. Dagegen wäre aber (außerdem daß dieses, wie Hr. Dr. F. selbst annehmen muß, nur auf den Schluß der Formel anzuwenden ist, v. Radbas zu den nwb D2DVI 51) zu erinnern: 1. ist man nach Kesef Mischneh daselbst bei Erwähnung von üW nur dann ein nprD, wenn man ohne Grund ändert, wie er sich das. ausdrückt: .niDtav üV noiDW Djw r\mb jjsn hdi nih nyiü nirron yiy noixi IT NH1'1 IDyl, was aber hier wcgfällt, da diese Aenderung mit gutem Grunde vorgenommen wird; 2. ist hier durch die Verwandlung der konkreten in abstrakte Hauptwörter der geistige Inhalt des Segensspruches, da ohnehin an bestimmte und konkrete Individuen durchaus nicht gedacht wird, nicht verändert, und eine ypüDD könnte hier nur möglich sein, wenn die Anfangs-oder Schlußformel in nwbvl geändert würde, was aber nicht der Fall ist und in Bezug auf NwbQ bei den Segensprüchen der Schemona Esra, die kein mr&D haben, nicht stattsinden kann; vergl. O. CH. 214, 1, UD sub 11t. a. Ich glaube daher, daß diese Aenderung kein jnüD sei, und daß die rigoröseste Skrupulosität sich dabei beruhigen kann. Wenn man noch hierzu bedenkt, welche Veränderungen gerade diese DWn rD’"D im Laufe der Zeiten erfahren, wie crO'D in qw!?!3, pt niD^D (Abudraham ed. Amst. f. 97 b.) in Dnr verwandelt, *pT)N gänzlich weggelassen und dafür gesetzt worden, wie hierdurch namentlich ein sonst wichtiges Moment des pyo p-piriD nwmb “jidd no’nn verwischt worden, so wird man diese zeitgemäße Anordnung gewiß nicht anstößig finden. S. O. CH. 565, 1 und i'ü a daselbst. <— Ich hoffe mit der göttlichen Hilfe, Ihnen nächstens über die innere religiöse Entwickelung unserer Verhältnisse in Kirche und Schule Erfreuliches berichten zu können. Aber auch die materielle Verbesserung unserer bürgerlichen Zustände laßt die unter uns durch Intelligenz und warmes Interesse für das ideelle und materielle Wohl ihrer Glaubensgenossen hervorragenden Persönlichkeiten nicht schlummern, und es werden zu diesem Zwecke Schritte vorbereitet, die der Himmel mit segenreichem Erfolge krönen möge, und wovon Ihnen seiner Zeit Ausführliches mitgetheilt werden soll. Oesterreich. 24. April. Wenn die Namen derjenigen Rabbiner, Prediger und Schulmänner, welche sich in dem ihnen angewiesenen Wirkungskreise über die gewöhnlichsten Leistungen erheben, der Oessentlichkeit und zwar nicht selten in den pomphaftesten Annoncen — übergeben werden, so verdient der Name eines hiesigen bc-' scheidenen und anspruchslosen Privatmannes, aus dessen Schule schon mancher Rabbiner — ich hebe hier nur den Rabbiner zu Stolp, Hm. Klein hervor — hervorgegangen ist, und der noch immer Vorträge über die jüdischen Ritualgesetze (Poskim) hält, nicht minder eine ehrenvolle Erwähnung in Ihrem Blatte. Dieser Mann ist Hr. I. Redisch, ein gelehrter und allgemein geachteter Talmudist in unserer Gemeinde. Auch würden die rituellen Vorträge desselben schon deswegen einer besondern Hervorhebung werth sein, weit sie sich nicht in leeren Witzeleien Herumtreiben, sondern, indem die Resultate der divergirenden Meinungen stets hervorgehoben werden, mehr eine wissenschaftliche Form annehmen. Zwar sind Vorträge über Speisegesetze und dergl. an und für sich unwichtig; allein so lange die Kenntniß derselben die conditio sine qua non eines Rabbiners ist, muß die uneigennützige Belehrung eines Mannes aus diesem Felde die ihr gebührende Anerkennung finden. — Ich finde es auch übrigens ganz in der Ordnung, daß man auf Lehrer in diesem Fache aufmerksam mache, da unsere Verlassenheit in dieser Beziehung und die Entbehrung einer Jeschiba in Deutschland manchen jungen Rabbinatskandidaten in Verlegenheit setzt.