Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1843)
- Article
- Hamburg : Wochenbericht [Nachricht]
- Date
- 1843-05-09
- Page
- Seite 149 (sequence 2)
- Language
- German
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149 Zustände überreichen wollten. Jetzt erfährt man aus den Zeitungen, daß man übereingekommen sei, dem berühmten Künstler, Hrn. Prof. Oppenheim zu Franks, a. M. die Anfertigung eines Gemäldes aufzutragen, welches Eyrus, wie er den Juden die Freiheit giebt, darstellen soll. — Unter den norddeutschen Pcovincial- und Lokalblättern, die sich jetzt mit den Angelegenheiten der Juden beschäftigen, erwähnte ich jüngst auch der seit Kurzem erscheinenden „Fciesia". ■— Der bei jener Gelegenheit citirte lit. Kampf zwischen einem christl. Anonymus und dem Hrn. Rabb. S. R. Hirsch in Emden ist jetzt bis zur Duplik gelangt. — Beiläufig gedenke ich eines Jrrthums, in welchem der Verfasser der kürzlich im Oriente enthaltenen Replik auf die in Nr. 40 des Orients von 1842 geäußerten Ansichten verfallen ist. Der ehrenwerthe Hc. Einsender, dessen Namen wohl aus der Ortsbezeichnung Pleß unschwer zu errathen ist, und in dem wir einen wackern Streiter des Juden- Ihums, für das er als Repräsentant und Vertreter bei feierlichen Veranlassungen bei der. hohen Obrigkeiten aufgetreten ist, wiederzuerkennen glauben, meint nämlich, der Judenhaß der Königsb. Allg. Zeit, und ihres Redakteurs, des Hrn. Prof. Schubert, sei nicht genug zu Paaren getrieben worden. Die Leser des Orients werden aber jetzt wohl aus einer der jüngsten Mittheilungen ersehen haben, daß jener judenfeindlichen Tendenz durch Hrn. Dr. Lowositz in dem sogen, konservativen Blatte ihr Recht geschehen ist. Schwerin, 13. April. Die gestern abgehaltene öffentliche Semestral-Pcüfung in unserer Gemeindeschute hat sowohl in den religiösen als allgemeinen Elementar- Gegenstanden ein sehr befriedigendes Resultat geliefert, wobei der wackere Lehrer Hr. I. Meyer von seinem Fleiße und seiner Lehrfahigkeit ein sehr rühmliches Zeugniß gegeben. — Die für den Religionsunterricht in sammtlichen Religionsschulen des Landes seit Michaelis 1841 vom israel. Oberrathe eingeführten Schulbücher sind folgende: die 24. Bücher der h. Schr. von Zunz; Israel. Glaubens- und Pflichtenlehre von Herxheim er. Hebräische Grammatik von Mannheimer; Biblische Geschichte von Flehinger, wobei auch das spater (nicht ofsiciell) hinzugekommene Büchlein: onm D'nrhW oder der kleine Praperant von Arnheim, für den Bibelunterricht sehr ersprießlich sich zeigt. Es fehlt noch bis jetzt ein bestimmtes Buch für den Konfirmanden-Unterricht, welches bei der Einführung der Synagogen-Ordnung, wovon die Konfirmations-Ordnung einen integrirenden Bestandtheil bildet, vom Oberrathe naher bestimmt und eingeführt werden soll. — Obwohl gemäß dem bisher festgehaltenen Grundsatz, daß von der fraglichen Synagogen-Ordnung vor ihrem Erscheinen nicht öffentlich die Rede sein sollte, so fühle ich mich doch von der in Nr. 14 des Orients erwähnten, durch die vom würdigen Oberrabbiner Hrn. Dr. Frankel in Dresden getroffene Abänderung des Gebetes wobei blos das eine ny&sn wy in »nytsnn verwandelt worden ist, veranlaßt, einen diesen Punkt speciell betreffenden Auszug aus den Obecrathsakten Ihnen mitzutheilen, der, wie ich glaube, nicht ohne allgemeines Interesse sein dürfte. 6. P. M. des Landes-Rabbiners Dr. Holdheim an den Groherzogl. isr. Oberrath in Schwerin. Betreffend: einen wichtigen Punkt der im Entwurf begriffeneneinzuführenden Synagogenordnung für die isr. Gemeinde des Großherzogthums Meklenburg- Schwerin. Eines der Principien der Würtemberg'schen Gottesdienst-Ordnung, die wir unserem Entwurf zu Grunde legten, ist: die Entfernung der in den Gebeten misbrauchlich vorkommenden menschenfeindlichen Stellen, welches aber, wahrscheinlich in Rücksicht auf den faktischen religiösen Zustand der Gemeinden, nicht konsequent durchgeführt werden konnte und die Beibehaltung der Nr. 12 der 18 Segenssprüche, des sog. Ketzergebetes DWtoVi rc. sich gefallen lassen mußte. Wir haben die leitenden Grundsätze der gedachten Gottesdienst- Ordnung, so weit wir sie zu erkennen glaubten, für unfern Entwurf adoptirt, und trugen selbst Bedenken, hierin konsequenter als jene Kirchenbehörde zn sein, um einen in der Tesilla recrpirten Segensspruch zu entferfernen, so sehr die Beibehaltung desselben mit unserer innern Ueberzeugung im Widerspruche ist. Ich habe daher über ein Auskunstsmittel zur Uebereinstimwung unserer Grundsätze mit der möglichen Schonung des Alten und Bestehenden nachgedacht und erlaube mir, Folgendes in Vorschlag zu bringen. Sammtliche konkrete Bezeichnungen in dem fraglichen Gebetstücke, als den Verlaumdern, nyan wy Uebetthäter, crnim und die Uebermüthigen, □'CP/N Feinde, sollen (in Uebereinstimwung mit der von der Gemara Berachot 10 a den. Psalmvers 104, 35: Die Sünder sollen von der Erde vertilgt werden rc. gegebenen Deutung) in abstrakte Hauptwörter, als der Verla um düng, nycnn die Bosheit, ]rnm der Hebers muth, m\v Haß verwandelt worden. Die Formel würde also lauten: tal nlpn iH-TiT! rrpn mno nbi “GXh ypa nypin T T t . .r;• [i v •' T * * * : jHT rn\x nar# 'd rniiö Daß diese mit den echten Grundsätzen der Religion und der menschensreundlichen Duldung übereinstimmende Modifikation des fraglichen Gebetstückes nicht ganz neu ist und man ihre Wurzel in dm ältesten Festgebeten Nachweisen kann, beweist nachfolgende für die heiligen Feste des Neujahrs- und Vecsöhnungstages bestimmte Gebetformel: toi, rpD ppn nn^iyi 'd ino^i in*p D’pnaprn .pNn p;m-rcjyno, rfan jtyya nto nyEnn