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Der Orient · 1843-05-02 · 18 (2.5.1843) · p. Spalte 283-284

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
18 (2.5.1843)
Article
Berichtigung über Hrn. Dr. Bodenheimer's Notiz
Date
1843-05-02
Page
Spalte 283-284 (sequence 2)
Language
German
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283 284 Skizzen aus der jüd. Geschichte. A. Der Apostat. besonders Hrn. B. auf die Memoires *) d’Hisfeoire et de Litterature orientale , extraits des tomes IX et X des Memoires de l’lnstitut etc., Paris 1832, und auf die Einleitung zur arabischen Ausgabe des Buches Kalila, Paris, 1816, in welchem letztern Buche, S. 90, Hr.B. auch einige Varianten zu der von ihm mitgetheilten Parabel finden wird, und durch welches er sich auch leicht überzeugen kann, daß die von Wahl aufbewahrten, eigentlich aus Schulten's oben erwähntem Buche entnommenen Stücke, nicht so selten sind, als seien sie noch Manuskript, indem das ganze Werk, d. h. das Buch Kalila, aus welchem die Parabel entlehnt ist, schon 1816 von de Sacy herausgegeben wurde. Auch 'die literarhistorische Abhandlung von H. A. Keller, welche sich vor dessen Buche: Les Romans des sept sages nach der Pariser Handschrift herausgegebem, Tübingen 1836, befindet, sowie die literarhistorische Vorbemerkungen vonH. Sengelmann, einem Schüler der Hrn. Prof. Fleischer u. Fürst, zu der deutschen Übersetzung des Buches von den sieben weisen Meistern, Halle 1842, werden Hrn. B. eines Bessern belehren können. — Obwohl nun auf diese Bücher verweisend und einer eigentlichen Berichtiung mich enthaltend, kann ich doch nid)t umhin, hier mein Befremden 'auszusprechen, wie Hr.B. die von ihm angeführte Stelle aus Wolf's Bibliotheca llebraea mit der der Vorrede zu n^n fTUN des Kalonymos entnommenen zusammenstellen konnte, ohne zu merken, daß die letzte Stelle der erster» widerspricht; denn während Wolf das Buch Kalila und die hwD für identisch halt, geht aus den Worten Kalonymos: jißß wri& nnb rranm mm3 4) 12120 irani deutlich hervor, daß das Buch Kalila von den 12120 ’hwu unterschieden wird/ und demnach die ganze Kombination des Hrn. B. einen ihrer Stützpunkte verliert. A. Ink. 3) In den Auszügen aus dem Djavidan K hi red, die Sacy in diesen Memoires giebt, finden sich mehre Sprüche, zu denen sich Parallelstellen aus den Proverbien, dem Talmud und den Midraschim geben ließen. Ich hebe aber blos ein Gleichniß hervor. „Unhomnie prudent, dans les circonstances ou. il est embarasse de prendre un parti; est eomme celui qui, ayant perdu une perle, ranusse la poussiere tout autour du lieu 0 u e Ile est tumbee, et 1 a c r i b 1 e jusqu’a ce qu’il. troure la perle: de meine etc. Bergl. Ras ch i zur Genesis 37, 2. 4) Was das für ein Buch sei, ist unbekannt. Vielleicht ist es dasselbe, welches von Massudi (gest. 956) (bei Gilde meister: de rebus Indieia loci et opuscula inedita. Fase. L Bonna 1838. p. H3.) xi e b e n. teil Sprüchen S i nd b ad's unter dem Namen Taklid, — ein Buch, das die Geschichte des indischen Königs u. der Vezire behandelt — erwähnt wird; denn offenbar haben die Namen *j^pn, ‘Vin, die wohl in dieser Gestatt beide korrupt sind, eine Ähnlichkeit miteinander, die sich aus einem ursprünglich gemeinsamen und richtigen Namen erklären laßt. Geschichte. Skizzen aus dev jüdischen Geschichte. ' A. Der Apostat. Zu allen -Zeiten sind die Menschen Thoren gewesen, in allen Zeiten haben sie ihr Glück" mit Füßen getreten und den günstigen Zufall verschmäht. Was der Eine in sehnsüchtigem Seufzer erstrebt, stößt der Andere von sich, und das Gelächter und das Bedauern der Wett reicht nicht hin, ihn seinem Verstände wiederzugeben. Wir graben und graben nach der Glückseligkeit, die ein Paradies unter unfern Füßen schaffen wird; aber wenn wir sie besitzen, erkennen wir sie rncht^und benutzen sie nicht. Zu leben und des Lebens Güter zu besitzen, ist eines Jeden redlicher Wille; aber dem Einen fehlt die Gewandheit des Geistes, dem Andern die Geschicklichkeit der Hände, seinen Lebenspallast sich aufzubauen, um darin zu wohnen nach Herzenslust. Freilich Manche kommen schon wie die Schnecken, mit diesen auf die Welt und tragen Alles mit sich, was ihr Glück verschönern und verherrlichen kann; der Eine bringt eine Krone mit auf die Welt, die weithin mit goldenem Glanze leuchtet, der andere einen Stammbaum, der ihm als Eintrittskarte in die Casinos und Ressourcen des gebildeten Europa's und als Lichtschirm gegen den versengenden Glanz der Krone dient. Andere endlich bringen schon als Wickelkinder den Glauben mit sich: sie glauben einst würdig — glücklicher Weise schon das, was man nach Rechtswegen glauben soll. Das sind nur sehr glückliche Menschen diese Kronenmenschen', die Adelsmenschen und die Glaubensmenschen; schon die Vorsehung hat für ihr" Unterkommengesorgt. Sie brauchen sich blos an den Tisch zu setzen und zu rufen! Tischlein decke Dich, und ihrem Esel zu winken, daß er Gold regne, und sie brauchen blos zu nikken, da tanzen die Prügel auf den Rücken der Andern, weniger glücklich Gebornen. Die Bequemlichkeit des Wohllebens giebt den Vorreiter ab, der, bevor das Kind die Aeuglein geöffnet, schon Quartier bestellt in den ersten Hotels und Alles bequem zubereitet, daß der Glückliche sich blos hinzusctzen braucht, um zu sagen: Jetzt will ich ein Bischen leben/— Aber in dem Bischen Leben verstehen sie nicht einmal das Gut recht anzuwenden und entehren die Vorsehung, die auf sie so schöne Dinge gehäuft und verschleudern ihr Tischlein, daß Andere sich daran pflegen und ihr Gold, daß es Andere einstreichen, und ihre Prügel, daß sie selbst kosten die Süßigkeit des Geprügeltwerdens. Die Kronmenschen, sonst Könige genannt —man könnte sie sonst mit den russischen Kronbauern verwechseln — bringen auch eine Krone mit, aber die eiserne lombardische Krone; also die Kronmenschen, sonst Könige genannt, beginnen unnützen Hader mit dem Zeitgeist, bis ein Feind dieser Vorsehung und des angebornen Glückes den übermüthigen Kronenmann saßt, ihn mit Guillotinenfaust zudrückt und die Krone schleudert von dem Haupte bis sie weit durch die Lüste kreisend auf eines Andern Haupt fällt. Die Adelsmenschen entehren ihren Adel und ihren Adelsbrief, tauschen ihn wohl gar gegen das Wechselbillet eines niedrigezeugten Wanquiers, beflekken ihr Blut durch Bürgerblut und werfen ihr Don von sich: die Thoren, welche die Verpflichtung gegen die gütige Vorsehung vergessen und gegen ihre Sprößlinge gesündigt. „Und die Binder der Väter werde gerächt im dritten und vierten Glied". Zu den Glaubensmenschen, Hochwohlgebornen in Europa, kommt der Teufel mir einem Eselsfuß, verlockt

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