Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 18 (2.5.1843)
- Article
- Polemik und Apologetik [Rezension]
- Date
- 1843-05-02
- Page
- Spalte 281-282 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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281 282 Sit. Lnalekte.— Berichtigung über rc. ihre Stellung es erlaubt, sich unter den Israeliten an die Spitze der von uns bezeichnten Verbesserungen zu stellen, und denen ihr Einfluß es möglich macht, dieselben leicht zu realisiren. Genügtes ihnen in ihrer Eitelkeit, an der Spitze der Bank und der Industrie zu steh en, und sehen sie nicht ein, daß an der V erb esserung ihres Gleichen zu arbeiten, eine weit edlere und größere Aufgabe ist?" — Nach diesen Worten — welche uns zeigen, daß das französische Rabbinenthmn an derselben Muthlosigkeit und Engherzigkeit leidet, als das deutsche — deren Anfang viele unserer modernen Rabbiner, die so gern eine Art jesuitischer Herrschaft und Bevormundung auf den Thron bringen möchten, und deren Schluß unsere stolzen Neichen beherzigen dürsten, die in ihren Palästen eingeschlossen undvon Geldsäcken umgeben, sich um das Wohl und Weh ihrer jüd. Mitbrüder nicht kümmern; ferner nach einer nachdrücklichen Ermahnung an die Väter Israels, daß sie für eine religiöse Erziehung 'ihrer Kinder beiderlei Geschlechts sorgen mögen, nach einer Widerlegung des Einwurfes, den man den Juden in Bezug auf die Unzuläßigkeit der gemischten Ehen macht,- die durch eine Schilderung der Mishelligkeiten, welche solche Ehen in ihrem Gefolge haben, geschieht, und die, selbst in der Einräumung, daß, wenn ein Jude, von der Leidenschaft besiegt, sich mit einer Nichtjüdin verbindet, er deswegen von der Gemeinde nicht ausgestoßen werden kann, nichts Neues darbietet, und endlich nach einer Interpretation der Mesfiasidce, wie sie ungefähr auch von Dr. Salomon gegeben wurde: beschließt der Vers, das erste Kapitel mit dem Resume, daß uns weder die zwar unveränderlichen, aber die Basis aller und jeder Moral ausmachenden Dogmen, noch die äußern Formen der jüd. Religion, welche verschiedener, je nach der socialen Stellung des Israeliten nothigen Modifikationen fähig sind, in der civilisirten Gesellschaft Hindernisse machen können. — Die zweite Frage, ob 'die jüdische Religion durch, die christliche habe ersetzt werden können , welche in dem zweiten und letzten Kapitel beantwortet wird, sucht der Vers., um sich auf diesem recht eigentlich polemisch-apologetischen Felde besser bewegen zu können, durch die Untersuchung folgender vier Punkte zu lösen: 1. Können die Prophezeihungen, welche wir in der heil. Schr. über die Ankunft eines Erlösers finden, auf Jesus bezogen werden? 2. Vergleichung der historischen Beweise für die im Neuen Testamente berichteten Thaten mir denjenigen, welche für die in der heil. Schrift beschriebenen und jener Epoche vorhergehenden Thaten geliefert werden. 3. Die Authenticität der Bücher des Neuen Testaments verglichen mit jener der von den Juden als heilig anerkannten Bücher. 4. Sind die moralischen Principim, welche in den Büchern des Evangeliums enthalten find, n e u, oder bloße Wiederholungen der von der heil. Schr. anerkannten Principien? — Da sich nun in der Untersuchung des ersten Punktes wenig Neues vorsindet, und bei den übrigen drei Punkten man theils oft an den Wolfenbüttlec Fragmentisien erinnert wird, und theils die Moderne deutsche Kritik schärfer und tiefer darin eingedrungen ist, so begnügen wir uns zu sagen, daß sich der Verf. in seinen Untersuchungen weder Parteilichkeit noch Hitze zu Schulden kommen ließ, und daß er das an der Spitze dieses zweiten Kapitels stehende Motto: „Sine ira .... quorum causas procul habet)“ in der Ausführung bewährt hat. A. Ink. Literarische Analekte. Berichtigung über Hrn. Dr. Boderrheinrer's Notiz: Das berühmte Werkchen: Testament des Huschenk. Hr. Dr. Bodenheimer hat in den Zeilen, die er in der vorletzten Nummer des Orients über das soeben erwähnte Werkchen schrieb, klar und deutlich bewiesen, daß in Hildesheim nicht der Mittelpunkt des literarischen Verkehrs ist, indem er verschiedene Bücher auf eine so sonderbare Weise miteinander verwechselte und alte Irrthümer, die längst berichtigt wurden, reproducirte, so daß dies sich nur durch den Wohnort desselben, wo die Fortschritte der Literatur gewiß nicht so bekannt und viele Quellen unzugänglich find, entschuldigen läßt. Herbelot und Wahl') folgend, identisicirte Hr. B. das Buch Kalila und Dimna oder die Fabeln des Bidpai mit dem * 2) oder wie es auch heißt: Testament des Huschenk; Wolf blindlings trauend, hielt er die nrTQD und Kalila und Dimna für ein und dasselbe Buch, und wollte so in dm •'bsyD der hebr. Literatur eine Übersetzung vom Testamente des Huschenk vkndiciren. Allein sowohl Herbelot's Irrthum -7in den auch Schultens in seinem: Par» versionis arab. libri Colailah und Diez in seinem: Ueber Inhalt und Vortrag des Königlichen Buches verfallen sind — als auch Wolfs und der meisten Literarhistoriker wurde, wie Hr. Prof. Fleischer mir gefälligst sagte und wie ich mich durch die Güte und Bereitwilligkeit desselben auch selber überzeugen konnte, von dem berühmten Orientalisten, dem großen de Sacy, schon längst verbessert. Anstatt daher das Resultat der de Sacy'schen Forschungen hier abzuschreiben, um eine ausführliche Berichtigung zu liefern, verweise ich den Leser und 0 Das im LB. Nr. 16, Eol. 251. Z.? v. u. stehende ,,Woh l hat man uns" ist ein Druckfehler, und sollte eigentlich heißen: Wahl hat uns. Hr. B. hätte dort den Titel des Buches angeben sollen, aus welchem er die Parabel mittheilte. 2) Der Titel: b ist nicht, wie Hr. B. nach Herbelot angiebt, der Name einer persischen Uebersttzung des Testaments des Huschenk, sondern einer türkischen des Buches Kalila. Bergt. Avertissement, S. VI« zur Sacy'schen Ausgabe von Kalila und Dimna.