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Der Orient · 1843-04-25 · Heft 17 (25.4.1843) · p. Seite 136

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 17 (25.4.1843)
Article
Bibliographie [Nachricht] / Sider, M.
Date
1843-04-25
Page
Seite 136 (sequence 2)
Language
German
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136 Ieiteles, Jgn., Kritische Bemerkungen über die Abhandl. des. Profl Rosas: „die Quelle des ärtztlichen Mißbehagens u. fl w." Men, Mayer, 1842. 8. (Der allzuhumane Rec. in Biedermanns, deutscher Monatsschr. 1843. S.' 90. meint, daß „gewiß für alle ruhig und unbefangen Denkende das Unhaltbare jener Behauptung des Prof. Rosas viel zu sehr in die Augen springt, als daß eine Entgegnung in Form einer eigenen Schrift .Bedürfniß werden konnte." Dagegen muß bemerkt werden: Sowohl diese Schrift als die des Pred. Dr. Mannheimer und des Dr. Hayne (die weniger bekannt als vortrefflich ist) sind nur besondere Abdrücke von Beilagen zur öfter, medic. Zeitschr., die den Aufsatz des Prof. Rosas, und seine Erwiderung gegen Mannheimer enthielt. Daß man aber in Rücksicht auf Juden auch in Norddeutschland nichts weniger als „ruhig und unbefangen denke", haben wir ja bald nach dem Angriff des Prof. Rosas an einem gleichen erfahren. — Möchten nur erst die Meisten so denken und schreiben, wie genannter Rec. und der Red. dieser Zeitschr., welcher eine „Politische u. commercielle Uebersicht" (a. a. O. S. 79) mit den Worten beschließt: „Auch eine Schuld übernimmt das Jahr 1843 von seinen Vorgän- «gern. Noch immer haben unsre christlichen Staaten gegen ihre jüdisch en Angehörigen keine Gerechtigkeit geübt("] Haeveriiik (Dr. H. Prof.), Symbolae ad defendendam autheutiam vaticiriii Jesaiae Cap, XIII—XIV, 23. Comment. 1. 8 maj. Kömgsbr., Gebr. Wornträger 1842. SLickel's Hiob ist günstig recensirt von Ed. Reuß in der A. L. Z. 1842. Nr. 210. Gesenius letzte schriftstellerische Arbeit ist eine unvollendete Beurteilung der Zeitschr. fl jd. K. d. Morgen- Landes Bd. 4. H. 2. sin der A. L..A. Nr. 220 f. namentlich des das. befindlichen Aufsatzes „Ueberdas Phönikische u. fl w." v. Ewald. Eine Nachschrift der Red. (Nr. 222.(j spricht sich über stas Verhalten beiber Gelehrten zu einander aus. Gewiß muß jeder Unbefangene EwaLd's Verfahren Höchlichst mißbilligen, wenn er auch dessen wissenschaftliche Ansichten theilen sollte. — Ueber PhönizLsche Studien haben wir bereits früher eine bibliogr. Notiz gegeben. Der Rec. von Dingelstädt's Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters (Konrad Schwenk) in der A. L. Z. Nr. 227. bemerkt: „Gegen die Juden ist er nicht gut gestimmt, weshalb er auch über Rothschild spottet und anräth, die Juden wieder in die Judengaffe zu sperren, weil sie sonst die Christen einst in ein Christenviertel sperren würben ch!). Kosmopolitisch, freisinnig , human lautet dieses gerade, nicht, aber es paßt zu den neuen Freiheitskreuzzug, da er den'alten Kreuzzügen doch in etwas gleichen muß. Freilich waren" die Leute damals etwas eifriger und verbrannten die Juden, das aber räch der mildere, cultivirtere Nachtwächter gar nicht an, sondern will sie nur gelind in dem Fegefeuer der Verachtung und Schmach schmoren lassen, was Refl vielleicht auch billig finden würde, wenn er so viel neusyrisches Feuer be- ' säße, um sich zum Völker- und Religionshaß aufschwingen zu können. —" Mit welcher Wegwerfung Dingelstädt (W. W. Wiener Briefe in der A. Z.) von dem „Judenbuche" (die Juden in Oesterreich) gesprochen, ist bekannt. Er. ist seinem Versprechen, darauf zurückzukommen,, bis jetzt noch nicht nachgekowmen. Die Ursache liegt offen. Von der Gesinnung " E C. L.Fritzsche. " dieses Literaten mag folgende wahre Anekdote diejenigen belehren, die auf solche Stimmen achten. Ein bekannter jüd. Literat in Wien fragte Hr. D., wie seine „Wiener Briefe" zu den „Liedern" stimmten? Ich schreibe nur hier so, lwar die Antwort, wenn ich einmal wieder im Auslande bin,' werde ich mich schon restauriren!" —- " : In Landsberg an der Warte ließ sich Zschokke (fl dessen „Selbstschau") durch einige junge,'gelehrte Israeliten in das eigentümliche Leben jüdischer Haushaltungen, in den Mosaismus und Lalmudismus einweihen. — Wenn sein „Jonathan Frock" nachdem Leben und den Ansichten dieser „jungen, gelehrten Israeliten" geschildert ist; so haben wir ein interessantes Dokument, an dem man den Unterschied von 1788 und 1843 studiren kann. Personalchronik und Miseellen. Heidelberg, 17» März. ' Gestern wurde in Mannheim einHaus gestohlen. Die Sache ist noch etwas dunkel, verhält sich aber im Umriß folgender Maaßen: Gestern Abend wurde unweit des jüd. Friedhofs daselbst von 10 bis gegen 12 Uhr ein der jüd. Gemeinde gehörendes Haus, das in verflossener Woche für 1500 fl. versteigert worden, abgebrochen und im Material weggefahren, so daß nur der Platz mit Schutt des Morgens zu sehen war. Mehre Hundert Personen sollen beim Abbruch beschäftigt gewesen und ein Mann sogar bei dem Einsturz des Hauses geblieben sein. — Die eingeleitete jUntersuchung wird das Faktum näher beleuchten. (Han. 3.) * * . * Herr Ant. Berlin, ein in Holland lebender Jude, als Komponist ausgezeichnet , hat kürzlich eine Oper „die Bergknappen" und ein Oratorium komponirt. Der König v" Holland hatihm den nieder!. Löwenorden verliehen. (Aus dem Hamb. Corresp.) Für die ungarischen Juden dürste es von großem Vortheile sein, daß sich jetzt die öffentliche Meinung in Ungarn entschieden gegen das Fortbestehen der Zünfte ausspricht. — In Frankfurt a. M. ist es leider noch lange nicht so weit, wie ein neueres- Beispiel, (in der Rhein. Zeit, vom 24. März) lehrt. Am 18. März veranstalteten mehrere gebildete junge Israeliten zu Preßburg einen Ball, auf welchem 300 st. W. W.. zum Besten der Preßburger Kleknkinderbewahranstalt gesammelt wurden. Nach dem Staatskalender für 1843 wohnen jetzt in Meklenburg-Schwerin 3264 Juden. Im Jtzehoer Wochenblatt vom 31. März spricht ein Rendsburger die Ansicht aus, daß es besser gewesen wäre, der in Hamburg verstorbene Isaak Hartvig hätte statt der Synagoge in R. die Schule daselbst bedacht. Hierzu eine Beilage. Druck von I. H. Nagel.

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