Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 16 (18.4.1843)
- Article
- Beiträge zum Rabbinenwesen
- Date
- 1843-04-18
- Page
- Spalte 255-256 (sequence 2)
- Language
- German
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255' Literarische Ankündigungen. 256 gewisser Gesetze und Ceremonien stattsinden, ja wie konnte der eine Lehrer das für ertaubt (-,rnft) erklären, was der andere geradezu für unerlaubt statuirt? Wie könnte man sich damit den Ausspruch der Batkol: ^y\ q,i D^n erklären? Offenbar laßt sich damit der Begriff der Tradition, wie er in der neuern jüd. Theologie herrschend ist, besser vereinbarenwonach die Tradition die Befugm'ß eines jeden Lehrers ist, zu seiner Zeit aus der h. Schrift das Zeitgemäße zu schöpfen und die relative Wahrheit von der absoluten zu scheiden. Bon diesem Standpunkte aus wird auch die'Tradition in dem oben angeführten Buche, des Hr. Dr. Formstecher betrachtet und wir wollen die betreffenden Stellen noch anführen. S. 96. „Stellt sich in der Prophetie d;e relativ wahre Offenbarung als produktiv schaffendes Gotteswort dar, so erscheint dieselbe in der Tradition als die das gegebene Gotteswort erläuterndeReslexion. Konnte aber schon die Prophetie sich nicht zugestehen, daß sie neue Lehren schaffe, sondern nur die gegebenen entwickele nnd weiter führe, so vermochte dieses die Tradition im Gefühle des Mangels einer Divination noch weit weniger, obgleich durch sie der Menschengeist an das Gotteswort sich anlehnend durch seine weiterschreirende Weltanschauung immer weiter in seiner Erkenntniß der absolut wahren Offenbarung geführt wurde"- und S. 99. „In der Tradition des Judenthums manifestirt sich die Herrschaft des Geistesdieser tritt aus der Sphäre des prophetischen Gefühls in die des reflectirenden Nachdenkens und vindicirt sich, obgleich den Mangel der Inspiration fühlend, dennoch im Bewußtsein seiner Autonomie eine vollkommene Autorität". (Beschluß folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [39.] Bei Leopold Freund in Breslau ist erschienen und in allen Buchhandlungen Deutschlands zu haben : Rabbinische Gutachten über die Verträglichkeit der freien Forschung Mit dem Rabbinatsarrrte. 20 Bog. 8. Preis 1 Thlr. Diese von dem Ober - Vorsteher-Kollegium der israelitischen . Gemeinde zu Breslau herausgegebene Schrift enthält die Gutachten von siebzehn anerkannten und gelehrten Rabbinern Deutschlands, über die im dieser Gemeinde ausgebrochene Differenz. Das Buch empfiehlt sich von selbst durch seinen interessanten Inhalt. . [40.] Bei W. Levyjohn - in G r ü n b e r g ist erschienen ]und in allen Buchhandlungen zu haben: Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie. In Verbindung mit mehreren jüdischen Gelehrten herausgegeben von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner in Breslau. Fünften. Bandes zweites Heft. Inhalt dieses Heftes: 1) Ist der Streit in der'Synagoge ein Zeichen von ihrem Verfalle oder von. ihrem neuermachten "Leben? Von Rabb.. Dr. Geiger in Breslau. 2) Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. Von Prediger Dr. Saalschutz. 3) Ueber Onkelos mnd seine Uebersetzung des Pentateuchs. Von D. M. Levy in Altona. 4) Bruno Bauer und. die Juden mit Bezug auf dessen Aufsatz: die Judenftage. Von. Dr. G. 5) Das VerlMniß des natürlichen Schristsm-- iU6 zur talmudischen Schriftdeutung, eine Skizze von D. G. Im vorigen Jahre .erschien bei W. Levysohn des fünften Bandes erstes Heft, und der Inhalt desselben ist: 1) Die Aufgabe der Gegenwart vom Rabbiner Dr. Geigerin Breslau. 2) Analekten von Seminardirektor Dr. Zunz in Berlin. Die Gersoniden. 3) Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. Von Dr. Saalschütz in Königsberg. 4) Das Verhä'ltniß des natürlichen S'chriftsi'nnes zur talmudischen Schriftdeutung, eine Skizze von G. Recensionen. Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis' 1306: 1), Milchamot Adonai. Von Abraham, Sohne des Maimonides. 2) Sendschreiben nach Frankreich mit Vorwort und Nachwort re. 3) Minchat Kenaot von Abbamari b. Moscheh b. Joseph re. 4) Anhang über den More re. erster Artikel von G. Mis-' eellen. Nachträgliches über die Targümim. Von Pros. S. D. Luzzatto in Padua. Danksagung. Bei der am 30. März d. I. stattgefundenen feierlichen Einweihung unseres Tempels, hat uns der Rabbiner Dr. Frankel, aus M.Friedland, mie einer sehr ausgezeichneten und ergreifenden Einweihungsrede beehrt und erfreuet, welche nicht nur bei uns, sondern bei allen anderen anwesenden Glaubens- und nicht Glaubensgenossen, den höchsten Beifall gefunden hat, wofür wir uns" erlauben, im Namen Aller, demselben unfern herzlichen Dank darzubringen. Die Vorsteher der jüdischen Gemeinde zu Labes (RB. Stettin] A. B. Jakob. - . A. S. Abraham. Druck von I. H. Nagel. Verlag von C. L. Fritzsche.