Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 16 (18.4.1843)
- Article
- Nachträgliches über den Ursprung und die Bedeutung des Wortes "lahan"
- Date
- 1843-04-18
- Page
- Spalte 249-250 (sequence 2)
- Language
- German
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249 Das berühmte Werkchen: Testament des Huschenk. 250 Kunstausdruck dies wirklick bedeutet, bezeugt ausdrücki lich der Zeitgenosse Saadja's, Farabi (st. 950), in -seinem „Kita!) el-inusiM“ b. Kosegarten Aliilspa- Iianensis Liher cantilenarum magnus, Fase. I, @.38: ^A-LXiS? jvX3 iXS f |VW t j f i\3 j t £>j IaaSy> Lg«3 f C>j IäjJ Lj -o^äJ t |Vä3 Rä 1*ä* Rl! tXi f Jb UJ I Lg.^/0 (5^ t f Lgj> Ri jJ t £ 8 Slsd t <5^? Rx» e-ia-UJ f Jb? das.. Wort Lahhn geht bald auf eine Mehrheit verschiedener, in bestimmter Reihefolge geordneter Töne, bald auf eine Mehrheit von Tönen, welche nicht nur in bestimmterWeise zusam m engestell t, sondern mit welchen auch Buch staben laute verbunden sind, aus denen metrisch geordnete Wörter mit feststehender Bedeutung, die einen dem Sprachgebrauch e gemäßen Gesa mmtsinn ausdrücken, zusamm engesetzt sind. Mit andern Worten: Lahhn ist sowohl Instrumental-, als auch Vokal-Melodie (Sing stimme in weiterer und engerer Bedeutung). Sollte es nun wohl noch nöthig sein, besonders darauf hinzuweisen, daß jener angebliche romanische Ursprung des Wortes mit dessen Anwendung bei einem orientalischen Rabbinen des 9. und 10. Jahrh. in der hier nachgewiesenen Bedeutung, rein unverträglich ist? Leipzig, d. 8. Apr. 1843. Fleischer. * * * Das berühmte Werkchen: Testament des Huschenk. Im Orient wird ein Schriftchen, das unter dem Namen Kalilah und Dimnah bekannt ist und die anziehendsten Parabeln enthält, sehr geschätzt und hochgeachtet. Es ist indischen Ursprunges; einer der indischen Weltweisen, Namens Bidpai, der Rathgeber des Königes Dabschelim war, sost es verfaßt und geordnet haben. Dieser Dabschelim wird als Nachfolger des Perus, den die Orientalen nennen, bezeichnet, welcher Letzterer von Alexander dem Großen, besiegt worden. Wie ein Gelehrter richtig bemerkt: Oe Ihre qui. n’est qu’un tissu d’Äpolognes, et de fahles ürees des proprietes des animaux, fut compose par un Pliilosoplie Indien liomme Bidpai pour nn Roi des Indes qui portoit le nom de Dabsclieliin. II est rempli de preceptes moraux et politiques. Der berühmte persische Monarch Cosru Nuschirwan, der eine in Honig eingemachte Seele, das heißt ein Gemüth besaß, welches sich durch Sanstmuth und Geschicklichkeit auszeichnete, verschaffte sich dies Werkchen aus Indien durch seinen berühmten Minister Vuzurge Mihir, welcher der weiseste Mann in ganz Persien war, deffen Aussicht die Erziehung des Hormuz anvertraut wurde, und der durch richtige Beantwortung schwieriger Fragen eine Berühmtheit erlangte; denn als man ihn einst fragte: Was der höchste Grad des Elendes sei, gab er zur Antwort: deffen Reue beginnt, wenn sein Leben endet. Andere übrigens behaupten, Nuschirwan habe das gedachte Schriftchen durch seinen Leibarzt Buzwieh aus Indien holen und aus hem Originale in die alte persische Mundart Pehlwi übersetzen lassen. Der gelehrte Hyde sagt: p. 41, wo ec behauptet, dieser berühmte Monarch habe auch das Schachspiel aus Indien geholt: quo aiiteni tempore lioc conligerit, discendmn est a celeherrimo Historico Persico, qui est CJiondemiri filius Opcris palerni Epitomator: iste -iiuruam in Tita Eegis Nusliirrayaiii notat: $ .bo\ yfj / cS s A3 f b JOÜ» qttod tempore Imperii Imjns regis, Libruin Calila et Dimna atqiie Sliatrangj ex India in Persidem introduxcruiiL Ille rex in Europ.- libris scribilur Anuxiron pro Anusliirrayan, qui apud omnes Historicos J^bd1 viJUbJ i Regis juslissimi iitulo tan quam cognomine ornalus est, fuUque Justiniano imperatoris coaevus: ohiit eirim circa anmim Acrae Alexandriiiae 888. Cli. 570. Eadem quoque Historia confirmalur in Libro Mugjizai. Natürlich sobald diese Schrift in die persische Mundart übersetzt war, bekam sie auch andere Namen. Sie wurde genannt: ewige Weisheit, auch X*>b Königsbuch, und dieses Buch war es, welches auch die Benennung führte: Testament des Huschenk. Nicht das Huschenk der Verfasser sei, sondern zu Ehren dieses Monarchen legte man der aus Indien stammenden- Schrift, nachdem sie in das alte Pehlwi übertragen war, seinen Namen bei. Denn Huschenk, der, nach der Meinung Einiger, auch der Begründer der Stadt Susa sein soll, war durch seine Weisheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit ein ausgezeichneter Mann des Morgenlandes. Ec war aus der Dynastie der Pischdadier,„welche, nach Mirkhond, folgende Reihe bilden: Kejomaras, Siamek, Huschenk, Tahmurasp, Efemschid, Aphridun, Manugjahr, Nodar, Apherasiab/Kaab. Dieses Schriftchen ward unter dem Abugiafar Almansor, zweitem Chalifen der Abbasiden, durch Abul-Hassan Abdallah Bu Mokhannah in das Arabische übersetzt. Nasser den Ahmed, aus der Dynastie der Samaniden, ließ das Testament des Huschenk aus dem Arabischen wieder ins Persische übertragen und in Verse setzen durch den Dichter Roudeki. Bahram Schah, der Sohn des Massud, aus der Dynastie der Gazneviden, war damit noch nicht zufrieden, und Naftallah Aboul