Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 16 (18.4.1843)
- Article
- Jüdische Religionsphilosophie [Rezension]
- Date
- 1843-04-18
- Page
- Spalte 247-248 (sequence 2)
- Language
- German
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247 248 Sit. Analekten. Nachträgliches über das Wort Lachan. betrachtet endlich der Verfasser die Intelligenz, in der das Subjekt sich selbst zum Objekt macht, und hierin alles Uebrige kulminiren läßt; und-die Genialität ist als die höchste Stufe der Intelligenz zu betrachten Es ist nach der gut durchgeführten Meinung des Verfassers jedem Menschen eine Genialität eigen, wenn gleich sie nicht immer zum Vorschein kommt. Und hier beweist der Verfasser mit vollem Rechte die Ewigkeit der Intelligenz; denn insofern der Geist in dieser Stufe unabhängig von jedem fremden Gegenstände sich selbst zum Objekt nehmen kann, so kann auch kein Gegenstand vorhanden sein, der die Intelligenz afficiren, oder sie aufhören lassen kann. Sie also, als unendliches Element ihres eigenen Wesens, ist selbst unendlich und ewig. Der Verfasser zeigt nun, wie aus diesen drei Potenzen das Bewußtsein der Person entstand, deren Begriff darin besteht: „sich, selbst als geistiges Wesen von allen andern zu unterscheiden, seine Unterschiede auch an sich selbst und nicht von andern abhängig zu haben". Dieses enthält nun die Bedingung aller übrigen Wahrheiten und dessen Begriff entsteht mit einem Male in der Seele; „im Bewußtsein ist das Vorhandensein angegeben." „Hier aber kann keine Zeit des Entstehens gedacht werden, sondern gleichzeitig mit dem Selbstbewußtem der Person ist dessen Ewigkeit mit. gesetzt." Und wie der Verfasser hier dem Selbstbewußtsein oder der Person die Ewigkeit vindieirt, so zeigt er zum Schluß endlich noch, daß nur der Person die Ewigkeit zuzusprechen sei. Wir räumen auch mit dem Verfasser die. Ewigkeit der Person ein; allein inwieweit sich die Person durch die Erlebnisse und Ereignisse des Lebens von jeder andern unterscheidet, ist nicht zu ermitteln; eben so wenig können wir bestimmen, wie, und auf welche Weise sich durch das ihr eigenthümliche Wesen eine von der andern unterscheidet. Wenn man etwa annehmen wollte, daß der Geist vom Geiste in seiner absoluten Wesenheit nicht verschieden sein, und daß eben so wenig das Totalungleiche auf denselben influiren kann, - so würde die Differenz, die den Geist vom Geiste trennt, undenkbar sein, und der Begriff der Person, der auch unserer Anschauung nur in dem Bewußtsein unseres Schicksals fußt, uns schwinden, und nur verklärt, wie die Jugendzeit festzuhalten sein. Es ist also auch dann ein dunkler Schleier über die Zukunft gezogen, und wir haben nach zugegebenen Prämissen, nur die Überzeugung gewonnen, daß ein Etwas fortdaüert, das uns unbekannt, doch mit dem Bewußtsein unserer individuellen Person im Zusammenhang stehen mag, und wer der Natur immanentes Leben zuspricht, würde in gleicher Weise auch die Unsterblichkeit des leiblichen Stoffes prognosciren können. Doch wir scheiden, wenn auch nicht befriedigt mit dem Resultate, befriedigt mit dem Buche, vom Vers. H h d. Literarische Analekten. Nachträgliches übe« den Ursprung und die Bedeutung des Wortes } n Hr. A. Ink hat im vorigen Jahrgänge dieses Mattes, Nr. 49, Col. 780 und 781, die äußere und innere Identität des hebräischen in1? und des arabischen .J. so wie die des hebräischen st! und des arabischen - ,r überzeugend dargethan. Der Ableitung des ersten Wortes von dem romanischen Chan (Cliant) steht-außecdendort aufgeführten Gründen hauptsächlich auch der Umstand entgegen, das cli im Südwie im Nordsranzösischen den Laut des hat, für welches die nicht nach etymologischen Rücksichten, sondern nach dem Gehöre schreibenden Juden nimmermehr in gesetzt haben würden. Auch Hilst es nichts, auf das spanische und italianische canlo oder gar aus das lateinische cantns zurückzugehen; denn die Verwandlung des c in n statt in p oder D und der gänzliche Wegfall der zweiten Sylbe, sogar ihrem Hauptbestandtheile nach, würden auch diesen Ausweg abschneiden. Aber trotz des Gewichtes der gegen die romanische und für die arabische Herkunft des Wortes sprechenden Gründe hat Hrn. In k's Beweisführung, wie ich so eben von dem Hrn. Herausgeber dieses Blattes erfahre, doch noch keine allgemeine Zustimmung erzielt, und es bedarf daher, um die Zähigkeit dieses Scepticismus zu besiegen, einer entscheidenden Thatsache. Hier ist sie: Sa ad ja*) giebt die Ueberschrift des 6. Psalms arabisch so. jo ö* l jjjoUJ I Gedicht von D avid, mit welchem die zu beständigem Dienste Angestellten Gott preisen sollen, nach dem achten Lahhn; und dazu bemerkter: by iioUin>)b J! Lüjo Lg-u» jvgXo pyii der Ausdruck al lia-scheminit zeigt uns, daß die Leviten acht Alhhan hatten, so daß je eine Abtheilung von ihnen einen derselben ausführte. Dr. Haneberg übersetzt das Wort in der Ueberschrift falsch durch „Tonweise", und in der Anmerkung eben so falsch, — und noch dazu mit sich selbst-und der ganzen Natur der altern sowohl als der neuern morgenlandischen Musik im Widerspruch, — durch „Stimmen (Baß re.)". Richtig hingegen giebt er S. 33 das vA? iu beC Umschrift des 45, Ps.: „nach einer Melodie, welche Lilie heißt". Daß nun aber als feststehender ") S. Han ober g, Ueber die in einer Münchner Hdschr. aufbehaltene arabische Psalmenübersetzung des R. Saadia Gaon, München 1841, S. 31 u. 32.