Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 15 (11.4.1843)
- Article
- Sendschreiben an meinen Freund L. Dukes
- Date
- 1843-04-11
- Page
- Spalte 235-236 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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235 Zur Geschichte der Juden in Spanien und Arabien. 236 buhler ein vernichtendes Anathema schleudern zu können. Nur Ihnen will ich aus alter Freundschaft, die gleich gutem Weine mit den Jahren stärker wird, gestatten, auch ferner diesen Gegenstand zu berühren. Nur müssen Sie mit meinem Liebling behutsamer umgehen. Thun Sie mir unter andern den Gefallen, nicht mehr zu sagen, daß es blos drei hebräische Übersetzungen vom Lexikon giebt. .Es sagt ja der römische Abschreiber, den Sie anführen, daß er außer der vorliegenden von Tibbon noch drei andere gesehen i Sie würden auch nicht erklärt haben, daß diese Uebersetzung so gut wie verloren ist, wenn sie ein Geheimniß theilten, in dessen Besitze ich bin. Mit Theilnahme werden Sie im Journal Asiatique, die mein Glück verkündenden Worte des unerhörten Munk gelesen haben, wo es heißt: „Je ne demande pas rnieux que de tendre fraternellement Ia main a Mr. Le« hrecht“. Sie haben geglaubt, ich werde mit Munk und seinem lieben Freund Carmoli einen 7jährigen Krieg haben, und wie Friedrich der Große sagen müssen: „Ich habe die Franzosen und zwei Weiber auf dem Hals". Aber gottlob, Munk, den so viele Tugenden und Größen verherrlichen, fehlt auch die Tugend der Friedfertigkeit nicht, und die Gelehrten- ' Republik wird jetzt nicht das Aergerniß eines Krieges zwischen zwei mächtigen Häuptern haben. Doch werde ich ihm bei Gelegenheit meines Dankes für die Darreichung seiner Hand die Wahrheit wie ein Freund sagen, und besonders zärtliche Vorwürfe machen, daß er so leichtfertig Maimonides verluumdet. Der theüere Munk hat sich hier weit über seine Kräfte angestrengt. Le brecht. Zur Geschichte der Juden in Spanien» Hr. v. Gayangos, der gelehrte Herausgeber des arabischen, äußerst wichtigen Schriftstellers al-Makarri, sucht wahrscheinlich zu machen, daß die Juden, welche schon lange ein Einverständnis mit den Muhammedanern unterhielten, die erste (?) Ursache der Eroberung-Spaniens gewesen sein mögen. „Wenn dies wirklich sich so verhall", meint Hr. v. Hammer (Wien. Jahrb. Bd. XCIX. S. 31), „so liegt die Ursache des glühenden Haffes, womit die Juden in Spanien von jeher verfolgt wurden, offenbar vor Augen". — Es bleibt nur dann noch die wichtigere Frage: Warum schloffen sich die Juden den Muhammedanern enger an? Die Antwort darauf ist nicht schwer'. Sider. Zur altern Geschichte der Juden in Arabien. Daß dieser Theil der jüdischen Geschichte für lange fast gänzlich unbekannt war, liegt an dem üblen Zustande der altern arabischen Geschichte überhaupt. Von jüdischer Seite hat Rapaport in dem bekannten Aufsatze „über die freien Juden in Arabien" das erste Licht verbreitet!(s. Zunz in Asher's BinjaminlI. S.296). Jost bemühte sich, das ihm zu Gebote Stehende gut zu verarbeiten (s. Gesch. d. Jsr. 11. S. 207, und die Nachträge im 9. Band). Aus dem letzten umfassenderen Werke zur Geschichte der Araber vor Muhammed v. Rühle von Lilienstern ist zu ersehen, wie viel noch zu thun, wie wenig Hoffnung auf Vollkommenheit, namentlich . hinsichtlich der Chronologie, selbst bei der erfreulich fortschreitenden Veröffentlichung arabischer Historiker (?) übrig sei. Es sei uns erlaubt, hinsichtlich der Quellen und der, nach Umständen möglichen Verarbeitung des Stoffes, auf den Artikel: Arabien (Gesch.) in Pierers Universallexikon 2.Aufl. hier in Kürze zu verweisen. Möchte Hr. Rab. B öden he imer bei seinen speciellen Studien auf diesem Gebiete (s.LB. 1842. Nr. 50.) trachten, den Gegenstand möglichst weiter zu bringen, und das bereits allgemein Bekannte, einem. Sammelmelwerke überlassen. Neue Ausbeute dürften die Untersuchungen über das Himjaritische (vgl. die Briese von Fresnel im Nour. Journ. Asiat), die neuen Bearbeitungen von Mas'uds, Thaberi u. st w. geben. Vielleicht dürsten auch folgende Kleinigkeiten nicht unwillkommen sein. Geigers Zweifel über die Beziehung der 85. Sure auf Du No was hat Hr. Prof. Fleischer, in seiner gelehrten Besprechung (LB. 1841. Col. 52), leider nicht näher beleuchtet, aber durch die Anführung Weiohawi's geschwächt. Vielleicht bezieht sich auf Du Nowüs ein Mesnewi von Dschelat ed- Din Rumi (Tholuk, Blüthensammlung d. orient. Mystik, Berl. 1825. S. 69) enthaltend „die Geschichte eines Kindes, welches, von einem grausamen Könige der Juden, — welcher Jeden, der seinen Götzen (?) nicht anbeten wollte, dem Feuer übergab — den Flammen gegeben wurde, in den Flammen aber sein Leben fand". — Zwei, uns bisher unbekannte, jüdische Stämme in Arabien aus früherer Zeit nennt von Hammer in den Men. Jahrb. f. Lit. Bd. XCV. S. 141. (Vgl. Geigers Preisschr. S. 6.) — Em arab. Sprüchwort lautet: „Buhlerischer als die Jüdin!hira", welcher, als sie sich über den Tod Muhammeds gefreut, die Hände abgehauen wurden (Hammer a. a.O. Bd. XCV1I. S. 56); ein anderes: „Von höherem Alter, als das alte Weib der Kinder Israel", welche 280 Jahr alt ward (das. S. 58). — Beide Sprüchw. befinden sich in Meidani's Sammlung, ed. Freytag. — Nach Saalebk war der bekannte Lokman der abyssinische Sklave eines Israeliten, welcher ihn freigesprochen und beschenkt, zur Zeit Davids (das. S. 37). — Thaberi's Geschichte (französch von Dubeux) beginnt mit kosmogonischen Sagen, und den 28 Schöpfungsfragen, welche die hebräischen Schristgelehrten Muhammed vorgelegt und dieser beantwortet haben soll (vvst Bd. XCIX. S. 6). — (V«<cv Tempus, quo Chalifa Ohnuirus distribuit regio nem Wadi ’L Hora iuter Mohammedis asseclas et tribum Banu Ohdsrah (ßj Haecautem res expulsis inde Judaeis facta est. (Freytag, Lex. ar.subrad: — S iber.