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Der Orient · 1843-03-28 · 13 (28.3.1843) · p. Spalte 199-200

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
13 (28.3.1843)
Article
Polemik und Apologetik [Rezension]
Date
1843-03-28
Page
Spalte 199-200 (sequence 2)
Language
German
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169 200 Polemik und Apologetik. Offrande au Dien de l’Univers. und es ist unsere Pflicht, unfern Kultus Zu erheben und das Panier unserer erhabenen Religion der Wahrheit aufzupflanzen. Ein Unglück ist es aber für uns/ daß gerade Diejenigen, welche an der Spitze unserer Kulturadministratton stehen, nur nach irdischen Gütern streben, und daß unter ihnen Keiner ist, der diese Lage beherzigen und für den Ruhm unseres Gottes etwas' thun möchte. — Was haben wir? Rabbiner. Was wirken sie aber? —- Was haben wir ferner? Konsistorien; sie, welche doch als die höchste Kultusbehörde betrachtet werden, was haben sie bis jetzt gethan? Männer ohne Thatkraft, wenn ihr den Namen Jesurun verdientet, so hättet ihr euch auch desselben würdig gezeigt. Schande über euch! Ihr habet noch Nichts gethan, Nichts für den Gott,^dec euch Friede und Glück geschenkt." Nach diesen und noch andern derben aber aufrichtigen Worten spricht der Verfasser seine wahrhaft großartigen Reformvorschläge aus. Um Einheit im jüdischen Gottesdienste unh überhaupt in den jüdischen Ceremonien zu erwirken, hebt er vorzüglich zwei Momente hervor: eine jüdische Fakultät und ein Centralkonsistorium in Paris für sämmtliche Juden in Europa. An dieser Fakultät sollen die jüdischen Theologen ihre höhere Ausbildung zu künftigen Rabbinen, die er cm, ÜDD n, NM, BW oder m,ü genannt haben will , erlangen. Es sollen aber nicht blos Theologie und profane Wissenschaften vorgetragen, sondern auch für den Musikunterricht soll gesorgt werden; ' er meint, daß der m)D autf) das Amt eines Kantors versehen müsse. .Durch die Errichtung einer Fakultät werden auch Mehrere angeeisert werden, sich dem Rabbinate zu widmen; indem sie nicht verzagt und trostlos in die Zukunft zu blicken brauchen werden; indem sie nicht nöthig haben werden, ihre Ansichten zu verbergen und das Gegentheil von dem, was sie denken, zu heucheln, was so oft Viele, die zu aufrichtig sind, um sich in den bequemen Mantel der Scheinheiligkeit und heuchlerischen Frömmigkeit zu hüllen, vom Rabbinate zurückschreckt, und dadurch nur zu oft schändliche Heuchler an die Spitze der Gemeinden gestellt werden. Denn der gleiche Unterricht, den alle jüdische Theologen genießen würden, und die vorgetragenen Dogmen und Principien, welche bekannt wären, würden der Heuchelei und der Scheinheilichkeir ein Ende machen und jede Gemeinde, die blos einen cm einer jüdischen Fakultät gebildeteren Theologen zum Rabbiner wählen müßte, würde mit den religiösen Ansichten desselben schon zum Voraus vertraut sein. Das Eentralkonsistorium in Paris, das mit den einzelnen Konsistorien der verschiedenen Länder in Kommunikation stehen soll, hcst für eine zeitgemäße Form sich im philosophischen Deutschland befinden, nicht einstimmen! Ja viele unserer christlichen Philosophen entb löden sich mcht, vom Katheder herab das Judenthum zu erniedrigen und es ihren Zuhöhrern als ein feineres Heidenthum zu schildern^ O der riefen Weisheit! des Gottesdienstes zu sorgen, für die Abschaffung verjährter Misbräuche, für die Einführung eines Festtages nach der heiligen' Schrift, für die Redaktion einer Dogmatik *) und eines Gebetbuches, das hebräifche und in der Landessprache abgefaßte Gebete enthalten, soll. Zu einer sftirten Zeit soll eine große Versammlung in Paris stattsinden, wohin jede Gemeinde ihre Deputirten abschicken soll, und wo die eingegangenen Berichte besprochen und weitere Verbesserungen getroffen werden sollen. So nur wird Israel ausrufen können:! vfo* nw ny' ojn D’Dn „ Und finden sich auch dann einige Widerspenstige, was liegt daran? Ist der Kultus einmal nach einer gleichen, richtigen und geziemenden Form eingerichtet, so wird er auch über die niedrigen Leidenschaften derjenigen zu triumphiren wissen, die da glauben Gott zu ehren, wenn sie zum Principe machen, was blos secundär oder auch überflüßig ist. Das sind Pflichten, das ist der sicherste und würdigste Weg, den man .einzuschlagen hat! Warum in einem Lande gewisse Ceremonien, und in einem andern gerade entgegengesetzte? Einheit, Einförmigkeit, darin liegt die wahre Stärke. — Eentralkonsistorium! Leget Hand an's Werk, an das Werk der Regeneration, des Heils und des Ruhms, denn das ist euere Aufgabe. Ihr würdet euch erwerben die Anerkennung von ganz Israel, von allen edlen und guten Menschen, von allen andern Nationen und von den zukünftigen Geschlechtern. Mit großen Schritten würde sich Israel der Einheit aller Völker der Erde nähern, und in Erfüllung würden gehen, durch den Sieg der Vernunft, den göttlichen- Hauch, die Worte des Propheten: pNn^O by rfrüb mrprpm Tin ibBn Tin m>v mir Ninn 111. Discours prononce au Tempi« Israelite de Lyon, pendant le Service funebre en memoire de 8. A. R. le duc d’Orleans, l*ar Auguste Fabius, le 25. Juillet 1842. . Sinnreich ist in dieser Trauerrede die Anspielung auf die geschichtlich merkwürdigen Begebenheiten, welche im Monat Juli, der dem Monat A b nach jüdischer Zeitrechnung entspricht, sich zugetragen haben. „An diesem Monat sind zwei Tempel in Jerusalem zerstört -und die Juden in Gefangenschaft geführt worden; an diesem Monat sahen wir einen Thron stürzen ... und die Kämpfer der Freiheit, vor zwölf Jahren, umkommen;- am 13. dieses Monats endlich verlor Frankreich den würdigen Prinzen, den Herzog von Orleans, unfern Stolz, unsere Hoffnung! Merkwürdig sind auch Ue Worte des Herzogs yon Orleans, die er einmal in Lyon an H errn Fabius, der ihm nebst 4) Diesem Punkte, glauben wir, wird jeder vernünftige .Leser seinen Beifall geben, zumal sich immer die divergirendsten Ansichten kund gaben über das, was eigentlich zur jüdischen Dogmatik gehört. Würden aber nicht von Preßburg und Hamburg aus neue Bannstcahlen geschleudert werden?

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