Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1843)
- Article
- Boscowitz : Vorläufige Gesinnung der österreich. Regierung über das Landrabbinat [Nachricht]
- Date
- 1843-03-28
- Page
- Seite 103 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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103 desrabbinats wohl einsehen, und zugleich uneigennützig' genug sind, um nicht der Aussicht eine Kreisstelle zu erlangen das Gesammtwohl aufzuopfern, werden in diesem Sinne den Kreisamtern antworten, wenn sie von denselben über diese Landesangelegenheit werden befragt werden. Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Serie I. Vierzehnte Urkunde. Günther Graf von Schwarzburg zeigt an, wie er Geld herbeigeschafft, um sein Allod in Grafendorf auszulöftn, welches er dem Juden Anselm von Neustadt unter der Bedingung verpfändet hatte, daß es bei Nichteinhaltung des Zahlungstermins diesem als freies Eigenthum verbleiben sollte. 128H >'03 Günthern* Cornes in Schwarzburg universis, ad quos praesens scriptum pervenerit, yoiamus esse notuni, quod, cum dilectus frater noster, Henricus Comes de Schwarzburg esset mortuus, et nobis tutelam suorum puerorum fideliter commisisset, nos vero cum essemus multis debitis obiigati et praecipue aUodium nostrum in Gravendorf fuisset Judaeo de Nova civitate dicto Enselmo obligatum tali pacto, ut si termino Statute non redimeremus, quod tune sibi absque contradictione maueret, et titulo proprietatis liberae suum esset, fecimus quod potuimns de consiiio nostrorum mUitum et castellanorum, ut et nobis et filiis fratris nostri damna caveremus, et ne iam dictum ailodiuni perderemus, rogavimus et induximus dilectum fratrem nostrum Guntherum Magdeburgensis ecelesiae Canonicum, ut quatuor mansos in Sehergen venderet perpetuo, quos ad tempora vitae suae habere debuit, et nobis in subsidium redemtionis illam pecuniam daret, et nos proinde illi molendiiuim nostrum in Itmene dedimus et proprietavimus Sanctimonialibus in llmene propter deum perpetuo possidendum, attendentes, quod obiigati fuimus refundere Dominabus in llmene VIII marcas annalium redituum in officiis in Salvelt, quas ipsis contra justitiani abstulimus, et ideo pro remedio animae fratris nostri, sicut petiit, cum esset positus in fine vitae suae, et pro nobis etiam ista bona fueruat vendita de consiiio nostrorum militum et Castellanol, Mai. Wir G ünth er, Graf von Schwarz bürg, wollen, es sei Men, zu. denen diese Urkunde gelangt, bekannt: daß, da unser geliebter Bruder, Graf Heinrich von Schwarzburg gestorben ist und uns die Vormundschaft seiner Söhne treulich anvertraut hat, und da wir aber sehr verschuldet sind und besonders unser Mod in Grafendorf dem Juden Anselm von Neustadt unter der Bedingung verpfändet hatten, daß dasselbe, wenn wir es am bestimmten Termin nicht auslösen würden, ihm ohne Widerspruch als freies Cigenthum verbleibe, daß wir also auf den Rath unserer Ritter und Burgvögte gethan haben, was wir konnten, um unfern und den Schaden der Söhne unseres Bruders zu verhüten. Und damit wir das genannte Allod nicht verlören, haben wir unfern geliebten. Bruder Günther, Kanonikus der Kirche zu Magdeburg gebeten und dahin gebracht, daß er vier Huben Land in Seebergen, die er für seine Lebenszeit besitzen soUte, gänzlich verkaufte, und das Geld uns zu jener Auslösung gab. Dafür haben wir ihm .unsere Mühle in Ilm gegeben und dieselbe den Nonnen des Klosters Ilm um Gottes willen zu ewigem Besitze zugewiesen, zumal da wir verpflichtet waren, den Nonnen von Ilm acht Mark jährlicher Einkünfte in den Aemtern zu Salfeld zu zahlen, welche wir ihnen widerrechtlich vorenthieltem Und so sind zum Heil der Seele unseres Bruders, wie er es sterbend gebeten hatte, und zu unserem Heil jene Güter auf den Rath unserer Ritter und Burgvögte verkauft wor-