Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 12 (21.3.1843)
- Article
- Jüdische Religionsphilosophie
- Date
- 1843-03-21
- Page
- Spalte 191-192 (sequence 2)
- Language
- German
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191 Menschenverstände, "was für ihn nur ein Akt des Glaubens ist; schreibe Du Religionsphilosophie für den „ gemei - n e n M e n s ch e n v e r st a n d," nur tadle nebenbei nicht diejenigen/ welche für vernünftige Menschen schreiben. — Was aber wirklich die Aufgabe der Religionsphilosophie ist, hat theils der geniale Hirsch gezeigt, und theits wird auch meine Ansicht aus einem nächst zu erscheinenden Aufsatze über diesen Punkt hervorgehen. — Wenn wir nun zu dieser Befangenheit, noch das kommode Hinwerfen der Meinungen ( So^ce-und 7zaQ<xdo£a) hinzu addiren, wie , z. W. von einer Offenbarung so mir nichts dir nichts, ohne weiter Mehres darüber zu sagen, gesprochen wird: so bekommen wir -ein-hübsches Sümmchen von Arroganz, Unwissenheit, undFlachheit. Ich schließe diese Bemerkung, die ich nur aus Liebe zur Wissen sch afr schrieb, und weil gerade jetzt die jüd. Neligionsphilosophie anfängt, sich zur wahren Wissen - 192 sch astl ichkeit *) zu' erheben und jede schl<chte, uns w i s senschaf Gliche Ansicht daher zurückgewiesen werden muß, mit folgendem Wunsche: wenn fernerhinder sich mit Recht nicht nennende Religionsphilosoph'über jüd. Religionsphilosophie schreiben sollte (oder'wenn er nicht schreibt, desto besser), so möge er lieber, weniger, nur gut und tief schreiben, nicht aber Neligionsphilosophie an kündigen und bei der Besprechung jüdischer religionsphilosophischer Werke zu sagen, diese sei nur für diejenigen, welche sie nicht aus der Quelle genießen können. Welche Religionsphilosophie, die ihre Aufgabe stellt, dem „gemeinen Menschenverstände"- eine Offenbarung zu demonstriren, und die Besprechung philosophischer Werke für diejenigen giebt, die Nichts'verstehen! — I. Herr ma n. *) Durch Hi r sch's kühne Bearbeitung. Literarische Ankündigungen. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. psj Einladung zur Subscription auf eine neue Ausgabe des rühmlichst bekannten 'Werkes . .nik.ön mnn Menoratli liammaor. nebst einer dem Texte beigefügten, leicht faßlichen deutschen Uebersetzung . von R. I. Fürstenthal. Der IMenorath liainiiiaur, von Rabbi Iizchak Abohab, 1470 zuerst erschienen, , hat durch unzählige Auflagen seine Vortrefflichkeit bewährt. - Im vorigen Jahrhundert würde er durch die Hinzufügung einer jüdisch-deutschen Uebersetzung ein Erbauungsbuch, welches fast in keinem frommen jüdischen Hause fehlte. Vieles aber ist natürlich in die reiche Kette von Talmud- und Midrasch-Stellen, welche das Moralsystem dieses Buches umschließt, ausgenommen worden, was wohl, zu jener Zeit brauchbar in der Anwendung auf den frommen Sinn war, mit unserer Anschauungsweise aber sich nicht befreunden kann. Auch ist die alte jüdisch-deutsche Uebersetzung unverständlich, sogar Orthographie und Typik unseren" Männern und , Frauen unzugänglich geworden. — Wenn nun der 'Text unverändert deibehalten werden mußte, - so war doch die deutsche Uebersetzung den Anforderungen unseres modernen Geschmackes genügend zu machen und die Wahl der Stücke mit Sorgfalt und Umsicht zu treffen. Für Beides hat Hr. Fürstenthal, der rühmlichst bekannte ' Uebersetzer des 5QN, des D'O’DJ miD u. s. die - umsichtigste Sorge getragen, um. dem sonst so sehr beliebten “ttNDn fn'DD (Menorath Hammaor) die Herzen der Söhne und Töchter Israels zu gewinnen. Um die Anschaffung dieses Werkes möglichst zu erleichtern, habe ich für dasselbe den beispiellos billigen Preis von 2Thlr. 15 Sgr. festgesetzt. Es erscheint von demselben alle 4 Wochen ein Heft für den Preis von 5 Sgr. In Leipzig ist dasselbe durch C. 8* Fvitzfche so wie durch alle gute Buchhandlungen zu ve- Kiehen. Krotoschin.im Januar 1843. __ B. 8» Monasch. Verlag von C. L. Fritzsche, sL9.j Im Verlag von C. L. Fritzsche in Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: nDD hw mn mo Auch unter dem Titel: Die Pesach - Hagaöa oder Erzählungen von Zsrael's Auszug aus Egypten. Zum Gebrauche der beiden ersten Abende des Mazot - Festes. Don Neuern wörtlich aus dem hebräischen Originale verdeutscht. 8. bc. Preis 6 Er. Vierre Ausgabe. Wiederverkäufer, welche sich an die Verlagshandlung wenden, erdalren bei Abnahme von Partieen einen ansehnlichen Rabbat.- Anfrage. Ein gewisser R. Gold stein in Waren (Meklenb. Schw.), der sich Religionslehrer und Prediger unterzeichnet, hatte die beispiellose Gemeinheit, in der A. Z. d. I. Nr. 9 in einet auf Kosten des Vers, gedruckten Beilage den Redakteur des Orients und in dem Anzeiger des Orients Nr. 11 den Redakteur der A. Z. d. I. heruncerzureißen. Wenn es auch bei jeder Zeitung bestimmt ist, daß die Anzeigen und Beilagen die Redaktion gar nicht angehen, so sollten doch die Redactoren darauf hinwirken, daß dergleichen gemeine Subjekte, selbst wenn sie die Jnserrionsgebühren bezahlen, nicht auf Kosten der verehrlichen Redaktionen das Publikum mit dergleichen behelligen. Selbst der Anzeiger unserer Blätter sollte keine Säule Pasguino's sein, woran jeder seine Schmähungen heften kann. A. B. Levi. Druck von I. H. Nagel.