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Der Orient · 1843-03-07 · Heft 10 (7.3.1843) · p. Seite 80

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 10 (7.3.1843)
Article
[Nachricht]
Date
1843-03-07
Page
Seite 80 (sequence 2)
Language
German
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so Suben in Deutschland vom Geh. Regiernngsrathe und Bibliothekar, Ritter Koch in Wiesbaden. Die Grenzboten <Ro. 17 »on 1842) sind ebenfalls voll Lobes v. d. Buche „die Süden in Oesterreich." (Lpz., 2 Bde.) Als Verfasser geben Einige Dr. Seitteles in Wien, Andere Legis in Prag, Manche Joseph v. Hammer an (?) * * ' Das Morgenblatt, vom 12. Nov. 1842 enthält eine umständliche Beschreibung des, Sir Moses Montesiore von den engl. Juden überreichten Silberservices. In Triest zählt man jetzt 2555 Juden. ,N. Am 5. Februar trat ein Zahnarzt Levison aus Kopenhagen in Eutin zum Christentum über. Dagegen wird das Gerücht, als wolle Demoiselle Rächet sich taufen lassen, in einer, übrigens sehr hämisch lautenden Privatmittheilungenaus Paris in der Sp. Zeitung vom 13. Februarfür durchaus lügenhaft erklärt. Die in Hannover erscheinende Zeitschrift „die Posaune" enthielt -neulich einen wackern Aufsatz -über (gegen) den christlichen Staat. Damit ist besonders ein Artikel der Königsb. Zeit, von 1842 (abgedruckt in den inländ. Zuständen Heft 3) und ein Passus der Raumerschen Rede über Friedrich den Großen zu vergleichen. (Leipzig, Brockhaus 1843.) In Berlin bei Jonas erschien vor Kurzem: Vatieima ^6j>duni2U6. 0omm6ntari(r illustravit Friefr. Adolphus Strauss. Thlr. Der dritte Artikel über Toleranz u. s. w.. von Dr. Ri essen ist in der pom 15. Januar datirtm Nummer des Neuen Hamb. Bl. — Er beschäftigt sich mir den verschiedenen Ansichten über das Berhältniß der Kirche zum Staate, Mit der Definition des Staates als eines sogenannten christlichen und mit der Hinweisung auf die kirchliche Freiheit in der nordamerikanischen llnioy. Die Boss. Zeit, vom 11. Febr. enthält eine lächerlichunsinnige Einsendung, über die vermeintlich allzugroße Sympathie, die der „Orient" für Herrn Dr. Frankel zeige. . Die Rhein. Zeitung vom 31. Januar kömmt i.n einem Inserate abermals auf die neuerdings in Creuznach gegen ungesehene Jüdinnen bewiesene Intoleranz zurück. Man habe sie, vielleicht ihrer größeren Schönheit halber, nicht an Conzcrten Theil nehmen lassen wollen, und in der Fremdenliste, kurios genug, bloß als Demoiselles aufgeführt. \ Die Europa vom 30, Januar enthält einen Artikel über die Sefardim nach James Finn. Der Übersetzer spricht sich in einer Einleitung unbedingt für die Judenemancipation aus und gedenkt mit besonderer Anerkennung der Leistungen .und Bestrebungen der spanischen Juden unter der maurischem Herrschaft. — Unterzeichnet ist der Artikel K. A—ee (wahrscheinlich Dr. K. Andree, Mitarbeiter der Europa, vormals Red. der Mainzer Zeitung, dann Mitred, der jetzt in -eine „deutsche Wochenschrift" umgewandelten, oberdeutschen Zeitung.) Wenn die Partei der Nationalen, mit -Vorkämpfern wie Arrdree und Prof. Biedermann in Leipzig an der Spitze, die Emancipation der Juden vertheidigt, so ist dies der beste Beweis, wie alle raisonable Christen ai? eine besondere jüdische Nationalität zu glauben, nicht mehr Willens sind. Biele Leser des „Orients" werden sich zu erinnern wissen/ wie noch vor mehreren Jahren die Fruchtbarkeit der jüdischen Ehen in Polen als Schreckmittel für die Emancipationssre.unde benutzt wurde. Wie wenig indessen die dadurch zu erweckende Furcht in Deutschland gegründet ist, geht unrer Andern daraus hervor, daß nach dem Würtemb. Staaishandbuche für 1843 im Jahre 1842 die protestantische Bevölkerung um fast 4«-, die katholische um mehr als 4z-, die jüdische dagegen nur um 24- § zunahm. Nachdem die beiden kleinen Bkolinvirtcrosinnen, Geschwister Milanollo, in Franks, am Main, ihr Konzert zum Besten der Armen gegeben hatten, entspann sich eine Debatte, ob auch die jüdischen Armen an dem Ertrage Theil nehmen sollten. Man fragte daher bei dem Vater der beiden kleinen Geigerinnen an und dieser entschied sich zu Gunsten der jüdischen Armen. In Schmiedheim, bad. Amts Ettenheim, soll ein 106jähriger Jude, Jakob Willmannödorf leben, den man allgemein den „alten Chasen" nennt, und der noch so kräftig ist, daß er sich auf eine längere Lebensdauer Hoffnung macht. Man wirst den Juden in manchen Staaten Europa's, zumal Deutschlands, noch immer Mangel an Patriotismus vor. So lächerlich und kläglich diese Beschuldigung auch jedem Unbefangenen erscheint, ist es doch rathsam, von Zeit zu Zeit Beispiele für das Gegentheil vorzuführen.— So enthalt der Fühncnsche.Anzeiger vom 45. Dezember 1842 ein dem Beckerschen Rheinliede in Versmaaß, Periodenbau und Ten- -denz angepaßtes dänisches Volkslied, dessen Verfasser ein in Svendborg lebender 74jähriger würdiger Greis jüdischer Religion ist. - Ueber den Schwung, die Begeisterung und die Vaterlandsliebe, von denen dies Gedicht zeugt, werden sich selbst diejenigen anerkennend ^äußern müssen, die, wie es beim Res. der Falt ist, die Ansicht des Dichters Schleswig sei dänisch und müsse gegen/deutsche An- und Eingriffe geschützt werden, durchaus nicht theilen. Die kürzlich erwähnte Aufforderung an das Bonner isr. Consistorium sein Budget zu veröffentlichen, wird in der Rh. Zeitung vom 13. Januar wiederholt exlassen. Namentlich wird darauf hingewiesen, daß bestimmte Summen für die Besoldung eines Consistorial-Secretairs und für ein zu den Sitzungen des Consistoriums passendes Amts-Lokal ausgeworfen seien, während bisher weder jener Sekretair noch dieses Lokal vorhanden sind. In-der A. A. Zeitung vom 13. Januar findet sich eine Berliner Correfpondenz (A), wo ein Lob der Wahl des Dr. Fraykelu. der Berliner aufgeklärten Partei ausgesprochen wird. Statistisches. In Wien (und in den Vorstädten) wurden im Jahre 1842 im Ganzen 93 isr. Knaben und 62 isr. Mädchen (zusammen 155 Kinder) geboren. ' Druck von I. H. Nagel. Verlag von C. L. F rt tz s ch e. Hierzu eine Beilage.

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