Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1843)
- Article
- Bibliographie [Nachricht]
- Date
- 1843-03-07
- Page
- Seite 79 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- 79 - Aug. Mar, die Aegyptische Papyrus der Vatikan. Bibl. übersetzt ^von L. Bachmann. (Leipzig 1827), herabgesetzter Preis f- Lhlr. G. M. Redslob, (Prof. Gymn. acod. zu Hamburg) die Integrität der Stellt Hosea 7, 4—-10 in Frage gestellt. Hamburg, Meißner % Lhlr. Perfoiralchronik und Miseellen. Der Düsseldorfer Zeitung zufolge, ist einigen miliiärpsiichtigen Juden, Berlinern von Geburt, vor Kurzem der Eintritt in die Garde gestattet worden. Das ist denn allerdings ein wirklicher- Fortschritt und deutet auf eine bedeutende Umwandlung der in den höheren Regionen waltenden Ansichten hin. Die dem „Orient" bereits im Januar gemeldeten Schritte des Hrn. Rabb. Fasset zu Proßnitz in Mähren zu Gunsten der mährischen Juden werden auch in der L. A. Z. erwähnt. Im Namen aller mährischen Juden hat Hr. Fasse! eine würdig gehaltene Denkschrift, die' in Abschriften circulirt, der Negierung überreicht, in welcher er zuvörderst um Gleichstellung der mährischen Juden mit den böhmischen bittet. — Ueberhaupt soll die Gesetzgebung in Mähren noch eine wirklich trostlose und barbarische sein. Bei Huber und Comp, in St. Gallen ist eine freie (und doch der Ankündigung nach möglichst wörtliche) Uebersetzung des Buches „Hiob" erschienen. Sie führt den sonderbaren Mel: Hiob, oder das alte Lied (?) im neuen (?) Liede. Der Uebersetzer ist ein Pfarrer, Rietmann. Gegen den Hofmann-Rächer Eisenberg ist eine kleine Gegenschrift von Iaphet (in Cassel) erschienen. Die A. A. Zeit, weiß wieder sehr viel vor der „Loskaufung" der poln. Juden vom Kriegsdienste zu erzählen. ‘ Dr. Iacoby, der durch seine „vier Fragen" berühmt gewordene Arzt, ist durch den Appellationssenat des Berliner -Kammergerichts in zweiter Instanz sreigesprochen worden. Gegen den kürzlich erwähnten Artikel der Spen. Zeit» über die Morgenandacht in den Gymnasien, vornämlich aber gegen dessen Schluß, der in einem gehässigen Passus über die Bekämpfung des christlichen Staates durch jüd. Schüler und Lehrer bestand, ist eine verdiente derbe „Abfertigung" in der Spen. Zeit, vom 23. Januar erfolgt. Außer der Allg. Augsb. und der (neuen) Königsb. Mg. Zeitung enthielt kürzlich auch der Frank. Merkur nähere Mittheilungen "über die Militärverhältnisse der russisch-polnischen Juden. In Lissabon sollen (nach dem engl. Reisenden Borrow, l der auch über die Zigeuner in Spanien ein treffliches Werk geschrieben hat,) sich etwa 200 Juden, meist afrikanische Flüchtlinge aufhalten und hauptsächlich vom Handel leben. Sie sollen dort Swiri genannt werden. Nach einem Aufsätze in der Preuß. Staatszeit. vom 28. Januar leben in Syrien 30,000 Juden. Größere Gemeinden findet man m Jerusalem, Safed, Liberias, Damaskus und Aleppo, kleinere in vielen andern Städten. * * Dr. Pappmheim, ein durch seine physiologischen Forschungen und Schriften rühmlich bekannter jüdischer Gelehrter in Breslau (ein Verwandter des gerühmten hebr. Dichters und Verfassers der hebr. Synonymik und Sohn des ehemaligen Breslauer Gemeindevorstehers), ist zum wissenschaftlichen Assistenten an dem, kürzlich erweiterten, unter Prof. Purkinje's Leitung gestellten physiolog. Jnstit u t e mit Gehalt angestellt worden. Der Hoffmanns - Rächer F. Eisenberg erklärt in der Rhein. Zeit, vom 30. Januar, er habe in seiner Vertheidigung sich auf desverstorbenen Rabbiners Romann's Urtheil berufen, sei aber darauf aufmerksam gemacht worden, daß hierbei ein Mißverständniß obgewaltet habe, indem es dem Verstorbenen niemals eingefallen fei, sich in der angeführten Art zu äußern. Der Alt. Merkur vom 4. Februar läßt sich aus Frankfurt berichten, das Verbot der Rhein. Zeitung mache auch dort großes Aufsehen. Doch seien eigentlich nur die Itttraliberaten und das junge Iudenthum für das Blatt begeistertgewesen. Dieses (das junge Iudenthum) fraternisirt nämlich jetzt mit dem Iunghegelthum. Schrecklich!! Die Allg. A. Zeitung vom 30. Januar berichtet aus Posen: die Israeliten sähen dem Erscheinen des von ihnen sehnlich erwarteten Judengesetzes mit Spannung entgegen. — Wer das dem Corresp. der A. A. Z. wohl aufgebunden haben mag? Von Sehnsucht ist bis jetzt noch nirgends die Rede gewesen. Uebrigens fährt die A. A. Z. so emsig in ihren Anzapfungen der Juden fort, daß man sich lächerlich zu machen fürchten müßte, wenn man ihr auf allen ihren dunkeln Wegen folgen wollte. Das in Leipzig 1842 in 2 Bänden erschienene Buch: die Juden in Oesterreich macht der Zeit.. für die elegante Welt zufolge im Kaiserthum selbst Eclat. Nur der W. W. Correspondent der A. A. Z. (Dingelstedt) hat auch dieses Werk begeifert. Der Verf. des Artikels: Morgenandacht u. s. w. in der Spener'schen Zeitung, sucht seinen Gegner dadurch zu widerlegen, daß er (Spen. Zeit, vom 2. Febr.) erklärt, blos die Auslassung des Comma habe den Irrthum veranlaßt, als wenn er jüdische Schulen und Lehrer als Feinde des christl. Staates angeführt hätte. Er' wisse recht wohl, daß es keinen jüdischen Gymnasiallehrer gebe. -t- Uebrigens nennt er die Juden einen achtbaren „Volksstamm" (?). , Im Märzhefte der neuen Iahrb. der Geschichte und Politik (1843) findet sich ein Aufsatz über die Verhältnisse der