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Der Orient · 1843-03-07 · Heft 10 (7.3.1843) · p. Seite 78

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 10 (7.3.1843)
Article
Großwardein: Hoffnungen auf den bevorstehenden Reichstag
Date
1843-03-07
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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78 bie für diese Rechte reif machen, und der natürliche innere Kampf ertodteL die Geistesthatigkeit. Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, daß man bei dieser Rechtaustheilung die Wissenschaftlichkeit und Bildung zum Maßstabe gebrauchen wird. Hier zu Lande sind diese in den Händen der Sohne reicher Eltern, die schon alle- Rechte genießen, die schon im Besitze alles deffen sind, was der Arme erst erlangen soll, welches" ihm abzusprechen man im Begriffe ist. — Die irdischen Güter sind ohnehin sehr ungleich vertheilt, und nur zu oft ist der Arme ein Spielball in den Händen der Geldmänner, die sich seiner zu ihren Zwecken und Absichten bedienen, wo sie aber auch sein Letztes ihm abringen. Der Arme, der Geringbemittelte, die sind es, die die FceiheitwiedieLuftzumLebennichtmehc entbehren können; sie wird ihnen tröstende Aussichten öffnen, doch ihre Kinder einst die Bahn des Glückes wandeln zu sehen, sie wird ihnen in dem leidenden Zustande Muth zu sprechen, ihre Kinder zur Tugend und Sittlichkeit anzuhaltengeben, und der Gedanke, glückliche und lebensfrohe Nachkommen zu taffen, wird auch ihr müh- und unheilvolles Leben annehmlich machen. Jetzt besonders wäre eine ungleiche oder theilweise Rechtsaustheilung äußerst niederschlagend, weit man um dem gewöhnlichen Einwurf, daß die Emancipation von Innen heraus, der gegentheitigen Beweise ungeachtet, geschehen muß, zu begegnen, Alles, was in dieser Zwischenzeit hat geschehen können, geschehen. Jüdische Jünglinge werden zu Pcofeffionen . angehalten , die bis jetzt unter uns selten waren. Es ist ein Geist erwacht, der nur zum Bessern führen kann. Industrie, Gewerbs- und sonstige Vereine zur Weckung der Vaterlandsliebe sind zusammengetreten, die auch zur Verbesserung des sittlichen Zustandes hinwirken. Freilich, wenn wir gerecht sein wollen, müssen wir gestehen, daß der rechte Weg zur Erreichung dieses Zieles noch nicht eingeschlagen ist; denn so lange wir uns diese Ausgabe nicht gestellt haben, durch eine durchweg ümgestaltete Erziehung, den Saamen des Bessern in die Herzen mederzulegen, und den mehrfachen Verirrungen, die uns nur zu sehr in den Staub drücken, zuvorzukommen, werden wir immer hinter der (Zivilisation bleiben, und zum gewünschten Grade von Sittlichkeit nie gelangen können;.aber auch dieses wird die Zeit allmählich lehren, daß nur die Erziehung geeignet ist, der wahren Gesittung uns zuzuführen. Wir müssen aber ernstlich bedacht sein, von den Hindernissen im Innern sich nicht (inschüchtern zu lassen, das begonnene Werk muthig zu vollenden. Alle die sich einer zeitgemäßen Erziehung widersetzen, sind Feinde der Gesammtheit, und nur aus Eigennutz oder aus individuellen Interessen, suchen sie dem Streben Einhalt zu thun. Man darf besonders das Allgemeine nicht verkennen, und aus. dem Auge lassen; weil es nicht wie die Feinde und Gegner des Bessern Vorgehen, aus unlauttm Quellen entspringt, oder gar auf Religionszerstörung abzielend ist, sondern aus der wirklichen Ueberzeugung - des jetzigen mißlichen Zustandes. Wäre dieses Streben ein falsches, auf unheiligen Absichten beruhendes, wie konnte dieser Geist so sehr in allen Klassen, in den höhern, wie in den Niedern eingedrungen sein? Wie wäre es möglich, sich der Gemüther in diesem Grade zu bemächtigen, wenn es uuc Jrrthum zux Grundlage hätte? Der Wahrheit allein wird es möglich, der Herzen Meister zu werden, und sie zu gewinnen/ wenn sie nicht durch Schlechtgesinnte aus dem Gesichtskreise entrückt wird; die Herrschaft der Lüge kann nicht von langer Dauer sein. — Es ist daher sehr verdienstlich, wenn man bis zur Stufe dieser Erkenntniß sich emporgeacbeitet hat, dem Guten wenigstens nachzufolgen, die Ueberzeugung kommet schon von selbst. Dadurch waren alle Vorwürfe, beseitiget, die Verleumdung unschädlich, und die innere Emancipaüon vollendet.*) M. A —r. *) Wollen Sie gefälligst das Pagra in meinem frühern Bericht in Papa umsetzen. lassen, denn in ganz Ungarn giebr es keinen Ort jenes Namens. Bibliographie. Allgemeines Archiv des Judenthums (Jedidja neue Folge). Zeitschrift für Religion, Kultus, Geschichte und Literatur! Herausgegeben von I. Heinemcum. 2r Band. 4s Heft. gr. 8. Berlin. Heymann. 4 Thlr. Enthält: 1. das Porträt des Rabbi Joachim Heinemann, seligen Rabbiners zu Sondersleben im Naffauischen, geb. 5507, gest. 5585. 2. Urtheil über das Lazarus Bendavid'sche Werk über den jüdischen Kalender. Bon W. D. Block. 3. Rhythmische Übersetzung aus Jesaias (55, 6 — 57, 8) von M. S. Pappenheimer. 4. Uebersetzung des Eli-Zkon von Demselben. 5. Synngogen-Ordnung und Liturgie in der Gemeinde zu Braun schweig. 6. Der Ferman des türkischen Sultans Abdul Medschid am 8. Novbr. 1840. 7. Joel Fiorino. Nachruf von Dr. Hoffa in Marburg. 8. S. Sachs. ,,mein 50 jähriges Jubiläum" u. s. w. (Recension.) 9. R. Joachim Heineinann (Biographie und Nekrolog). 10. Das Leben Mosis von Philo. —, Hagada schel Peffach, travestirt von Sommerhausen, gr. 8. Brüssel (Leipzig, Fritzsche). j- Thlc. Der Israelit des 19ten Jahrhunderts. Wochenschrift. Herausg. von M. Heß. Jahrgang 4.^ 1843. (52 Nummern.) Hersfeld, Schuster. Sonimei'hausen. Epoques de Thistoire ancienne et moderne des Israelites, exposees daiis une serie de distiques hebraiques et de sentenees mnemoniques Iran* caises. Bruxelles (Leips. Fritzsche.) i Thlr. Talmud Babylonicum. Tractatus Macoth aqctore 8. IJirschfeld. Lex. 8. Berlin, Simion 1£ Thlr. B. Will st ä tter, Rede am Grabe des sel. Rabbiners Elias Millstätter, gehalten zu Karlsruhe den 10. Nov. 1842. Karlsruhe, Bielefeld, -z Thlr.

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