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Der Orient · 1843-02-28 · 9 (28.2.1843) · p. Spalte 143-144

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
9 (28.2.1843)
Article
Politische Literatur [Rezension]
Date
1843-02-28
Page
Spalte 143-144 (sequence 2)
Language
German
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143 Literarische Ankündigungen. 114 Helligkeit getham Nun fährt der H. G. noch fort: „hingegen sei die Negierung an jene Gesetze gebunden, die ihr der wesentlichere Theil der christlichen Bevölkerung auserlegt." Welche sind diese Gesetze? Legt ihr die christliche Bevölkerung auf, die Juden zu drücken, ihre Abgaben zu steigern und ihre Rechte zu beschränken? Doch es heißt hier, der wesentlichere Lheil der christlichen Bevölkerung lege es aus, da wird der Hr. Sch. wahrscheinlich sich stlbrr darunter verstehen. Nachdem der Hr. Sch. uns mit Bedauern gesagt, daß es norhwcndig und heilsam sei, nicht emanzipirt zu werden, wird er wieder human und sagt: „die Menschlichkeit fordert uns auf, keinen Unterschied zwischen Christen und Juden zu machen." Da er soeben aber von einem christlichen Staate und von Gesetzen der christlichen Bevölkerung gesprochen, die der jüdischen Gleichstellung entgegensiehen, so muß zwischen ihm und der Menschlichkeit eine gewaltige Kluft liegen. Daß der Bauer Böhmens noch mehr unterdrückt als der Jude sei, .ist wohl möglich, und wir würden gerne die Hand zur Verbesserung, seiner Zustände bieten, können deshalb doch aber um so weniger auf unsere Ansprüche Verzicht leisten, als die Gewährungen Beider sich doch sehr wohl vertragen. Jetzt erst wird ins Detail der jüdischen Beschwerden eingegangeu, sie werden in zwei eingetheilt, in Hindernisse der! Verehelichung und in Judensteuer. Nun muß ich bemerken, daß wir außerdem .noch mehrere Beschwerden haben, als über die Ausschließung von Bedimstungeu und Aemtern jeder Art, die Beschränkung des Wohn- und Handellokales rc.z aber in der Furcht, daß, Hr. S. möchte uns zudringlich und nicht zu befriedigend nennen, lassen wir es bei den ersten beiden bewenden. Der Gr. entschuldigt aber auch diese. Er sagt: Oesterreich sehe überhaupt darauf, daß die Heirathsbewilligung sowohl bei Christen als Juden nur Solchen ertheilt werde, die sich mit einem sichern Erwerbzweigc ausweisen können. Dagegen fragen wir nur, warum verhältnißmäßig eine..ungeheure-Differenz zwischen der Anzahl jüdischer , und christlicher Ehen sei, besonders da der Hr. Sch. die jüdische Armuth ganz wegla'ugnet. Wollte, er auch das angeführte Factum' läugnen, so führen wir ihm Stelzigs Liste vom Jahre 1840 vor, die . nachweist, daß bei den Juden erst auf 384 Individuen eine Ehe komme, die bei den Christen schon auf 146 Individuen gezählt werde. Der Hr. Sch. spricht dann ein. langes und breites zur Rechtfertigung, daß ein bestimmtes Alter für die Ehekandidaten, und ein Zeugniß über den zurückgelegten Normalschuluntcrricht zur Heirath erforderlich sei, als wenn Jemand je das, abgestellt wissen wollte. „Daß die Nachweisung eines Vermögens von resp. 300 und 500 fl. festgesetzt ist, hat die Absicht, den Staat mit betriebsamen Einwohnern zu bevölkern." Darum ist dieser Ausweis auch für Christen aufgerragen, obgleich bei Diesen kein bestimmter Vermögensstcmd als Norm ausgestellt ist." Warum dies aber nicht?. Warum hier ein Unterschied zwischen Juden und Christen : bedürfen die Christen etwa nicht, betriebsam zu sein? Warum genügt für sie jener Ausweis des Erwerbzweiges ohne Nachweisung des oder eines bestimmten Vermögensstandes und für Juden-nicht? Dies hat der Hr. Sch. nicht beantwortet. Die Berechnung, die der Graf über die Steuer giebt, zeigt, daß er die jetzigen Verhältnisse derselben entweder nicht kennt oder nicht kennen will. Jeder Steuerbogen würde ihm zeigen, daß jeder Landjude vor seiner Verheirathung als dreijährige Steuer einen Betrag von 90 fl. "CM. und jeder Prager gär 150 fl. CM. entrichten muß. Dies gibt der unwissende oder lügnerische Hr. Gr. aus 5 fl. an. Man möge daraus seine Wahrheitsliebe beurtheilen. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art,, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. ■ [23.1 Bei C. L. Fritzsche in. Leipzig ist erschienen: TNorte, eines Juden an seine Glaubensgenossen. Bei Gelegenheit der am I.Dec. 1842 den Juden bewilligten Rechte. rhin dj? pnwi" -ha :mnn bx oreri.'o wun rsm is-v-n DD D^DiV 1DSD1 i"J? mnn Tn1? ’npiOT rmn cbyb ’np-i" Höret mich, die ihr Gerechtigkeit liebt, Volk, das meine Lehre im Herzen tragt : Fürchtet nicht den Hohn der Menschen und bebt nicht vor.ihren Schmähungen! Denn wie ein Kleid wird sie die Motte verzehren! wie die Wolle der Wurm z meine Liebe aber wird ewig wahren, meine Hilfe für und für. (Jesaias 51, 7, 8.) [24.] Im Verlag von C. L. Fritzsche in Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: nos hü rrm td Auch unter dem Titel: Die Pesaeh - Hagada oder Erzählungen von Jsrael's Auszug aus Egypten. Zum Gebrauche der beiden ersten Abende des Mazot-Festes. Bon neuem wörtlich aus dem Hebräischen Originale . verdeutscht. v ' 8. bc. Preis 6 Gr. Vierte Aus gab e. Diese neue splendid gedruckte Ausgabe enthält verschiedene hebräische und deutsche Worerinnerungen, und dann die ganze Hagada, Text in großen Lettern, correkt und mit guter deutscher Übersetzung gegenüber. Unter den verschiedenen neuen Ausgaben zeichnet sich die vorliegende vortheilhafc aus. Jost. Wiederverkäufer, welche sich an die Verlagshandlung wenden, erhalten bei Abnahme von Partien einen ansehrllichen'Rabbar. 8. Preis 5 Ngr. Verlag von C. L. Fritzsche. ~ Druck von I. H. Nagel.

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