Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 9 (28.2.1843)
- Article
- Arabische Termen im spanischen Ritual
- Date
- 1843-02-28
- Page
- Spalte 141-142 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897793-2368558--2582-2368603- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
142 141 Neue Belege zu Mosthcdschab, Wasan und Lachari. Politische Literatur. 17. Neue Belege zu I^.inOD'), iti“2) und;nb3). ■ 1. So wie ich im LB. 4, Cot. 64, die von Geiger im Melo Chofnajim S. 100 gegebene Erklärung des Wortes 3N\inDD aus den dort angeführten Gründen in Zweifel ziehen zu müssen glaubte / eben so halte ich es jetzt, nachdem sie durch Hrn. Ashers Mitheilung4 5) gerechtfertigt wurde, und auch ich ein sogenanntes dnihod gefunden habe, das der Form nach ganz mit dem von Hrn. Asher mitgetheilten übereinstiinmt, für meine Pflicht, dasselbe zur Unterstützung der Geiger'schen Erklärung den Lesern des Orients hier mirzuthcilen. Zugleich aber will ich eine Bemerkung in Bezug auf einige Gebetstücke des deutschen Rituals daran anknüpfen. — Das Beispiel eines DNJinDD giebt Luzza tto im Kerem Chemed Bd. I V, S. 4 k. und welches folgender Maaßen lautet: I Nl5N D”iN "HICM6 7) ntw p ,ubm pcD "ja , d^id poiN p> p |() T1J? DIN ’IB'N'). — Dieses Gedicht und jenes aus dem Machsor Avignon haben noch das Eigenthümliche, daß die stete Rückkehr auf dasselbe Wort oder das Sich entsprechen, welche Bedeutung dem 2NMHDD zu Grunde liegt, nicht blos bei dem letzten Worte der Strophe Statt findet, wie dies bei dem Gedichte des pcn der Fall ist, sondern daß auch der Anfang jeglicher Zeile einem Worte des überschriebenen Bibelverses correspondirt. Es ist daher möglich, daß die Gebetstücke im deutschen Ritual für Ls? welche den Vers aus Jeremias 10.,-7: "]K“? iS 'Ü .cnpbo fern tmn 'mn o nrw i? o dw als Motto haben, und successiv mit je einem Worte dieses Verses ansangen, bis sie gleichsam den Kreis des Verses durchlaufen haben, eine Nachahmung, wenn auch eine unvollkommene, der spanischen Mosthcdschab-Gebete sind. — 2. Für die schon im vorigen Jahrgänge des Orients gegebene Erklärung von jn1?8), sowie für das Verhältniß die- 1) Vergl. LB. 4, Col. 64. 2) Vergl. L'L. 49, Col. 181. v. Jahrgang. 3) ibidem. 4) LB. 6. Col. 91. 5) Obwohl ich schon in den Anwerk, zu Hrn. Ashers Mittheilungcn Luzzatro's erwähnte, so übersah ich doch diese Stelle im Kerem Chemed, weil ich damals mehr auf die grammatikalische Bildung von nN.>nDiO mein Augenmerk gerichtet hatte. 6) Psalm 84, 13. 7) ibidem 8t, 6. 8) Za meinen frühem Einwürfln gegen Hrn. Dukes Erläuterung dieses Wortes habe ich noch dem gewichtigsten hiuzuzufügen; daß nämlich das Ch in den proven^alischen Worte Chan nicht wie das hebr. Chet lautete. Denn wenn auch jetzt nicht mehr mit Genauigkeit die provenmalische Aussprache sich bestimmen läßt, so zeugt doch das französische obant, das ital., span, und portug. canto gegen den Kehllaut Chet. Ueberhaupt ist der starke Kehllaut Ch den romanischen Sprachen fremd.- Die span. Aussprache des G und J hat andern.Einflüssen 'ihre Entstehung zu verdanken. ses Wortes zu sti, habe ich einen neuen Gewährsmann in Maimonides gefunden. Er schreibt nämlich im fünften arabischen Gutachten (Melo Chofnajim S. 78), wo er von den Pijutim handelt: v, iri?N D’DI’D^N PiD -jH' OÄ KU’) riN^N, pj id üb rhTb dk'wd» Ä) dnjtd r“N,|i djjd p j-oriv N,nj’n'?nr ndjm Pn* 'Dl, Dy1?1? ri'N^N, welches von Geiger so übersetzt wird: Dnm rmon) pjyn by DDDin on d O’MDN p p) DH3 wpiüünm dt by rfenn djdd dj'-n* odi rronn nroD jd rfenn Nan rrai [i-Tom ^ptycn 'Dl — Aus dieser Stelle kann man leicht entnehmen, daß pp und p stereotype Bezeichnungen für Melodie und Rhythmus, für jijpj und bpVTO waren. Ja, die Entstehung des hebräischen bpwü wird uns nur durch das St, arabische pondus, mensuva, justa quantitas syllabarum carminis (von piV« ponderavit, wovon dann 6 libra d*Ojnd), erklärlich. — Uebrigens wird diese Ansicht Maimonides über den Werth und Unwerch der Pijutim von manchen Rabblnen vielleicht zu den 8io dietis schwierigen Rambams gezählt werden. — A. Ink. Politische Literatur. Die Juden in Oesterreich, Preußen und Sachsen. Ihre allgemeine Stellung, ihre Rechte, Forderungen und Wünsche mir legalen Nachweisen v. Ferdinand Graf Schirnding. 1842. 8. Leipzig bei Volkmar. (Fortsetzung.) Wir sind mit der Prüfung dieses aus Uebelwollen und Beschränktheit geschriebenen Satzes noch nicht zu Ende. Der 5p. S. spricht von den Wünschen, ja mirabile’dictu, ■ fogct von den (zwar nur einerseits) gerechten Wünschen der Juden. Diese nun bestehen ganz einfach in Gleichheit der Gesetze auch für sie. He. Sch. meint dagegen, Österreich bilde einen christlichen Staat; diese sophistische Ausflucht, dieses morsche Bret, das der schiffbrüchige Judenhaß vor seinem Untergänge noch krampfhaft umfaßt, zeugt nur von der Rathlosigkeit ferner Sache, von dem Bewußtsein seiner Nichtswürdigkeit. Es wird nun allgemein anerkannt, daß der Staat kein kirchliches, sondern ein politisches Institut sei, das auf dir religöse veberzeugung seiner Mitglieder nicht influiren, vielweniger noch den geringsten Gewissenszwang, gleichviel ob direct, oder indirect ausüben darf. Aber welchen ränkevollen Satz hat der Hr. Vers, hier eingezwänkt, indem er sagt, „selbst wenn die Negierung in administrativer Hinsicht jenen Lheil des Volkes begünstigen will f. f." Welch' jesuitische Wendung! Hisum teneatis amici! Die Juden würden begünstigt? — Verlangten sie je eine Begünstigung? Nie und Nimmer sprachen die Emanzipationskämpfer etwas Anderes aus als Gleichstellung; Begünstigungen würden und müßten'sie zurückweisen, selbst in dem Falle, daß sie geboten würden. Dies ha-, den sie auch bei Gelegenheit der projektrrten Mlitärpslichtigkeitsbefreiung der Juden in Preußen mir merkwürdiger Ein-