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Der Orient · 1843-02-28 · 9 (28.2.1843) · p. Spalte 137-138

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
9 (28.2.1843)
Article
Jüdische Volkskalender [Rezension]
Date
1843-02-28
Page
Spalte 137-138 (sequence 3)
Language
German
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13? Kalender für Israeliten. Von Liepmannsfohn. Bolksbuch für Israeliten. 138 von den Finsternissen des Jahres 1843, Lauf lind Ecscheinungen der Planeten, Regententafel und Postbericht. Dieser Theil des Kalenders tragt so ziemlich allenthalben dieselbe Physiognomie, denselben Anstrich, mehr oder weniger nach Lokalverhaltniffen modiflcirt. Nun kommt das Jahrbuch mit eigenem Titel, von welchem ich hier eine Uebersicht' gebe. 1) Zum neuen Weltjahr 5603. Ein Gedicht von R. I. Fürstenthal. Ein trefflich abgerundetes Begrüßungslied, mit Bezug auf unsere Befürchtungen und Hoffnungen in Preußen. 2) Das Zahlen der Tage. Eine moralische Betrachtung von Dr. Saalschutz. 3) Die Familie Meyer. Novelle aus der Geschichte der Juden in Frankreich, von Dr. Francolm. Der Verfaffer hat schon in seinem zweibändigen Roman „Richard Löwenherz" bewiesen, wie trefflich ec die jüdischen Zustande im 12. Jahrhundert kennt und mit welcher Meisterschaft er''das Schauerlich-romantische derselben zu zeichnen vermag. Die Austreibung und Beraubung der Juden in Frankreich unter dem geldgierigen und niederträchtigen Philipp August ist ein schwarzer Punkt in der Geschichte der französischen Juden, den der Vers, mit den ansprechendsten Farben in einer Novelle dem Leser vorzuführen wußte. 4) Heimlichthun und auffallende Brauche, als Voructheile gegen Juden und Judenthum, von Abr. K ohn, Rabb. in" Hohenems. Eine höchst verdienstliche Arbeit, die so manchen umnebelten und umdüsterten Sinn erleuchten und manches schiefe Urtheil über jüdische Gebräuche berichtigen kann. Die Aufsuchung der'Quellen der Vorurtheile, ist für die Culturgeschichte eben so wichtig, als die Aufsuchung der Quellen des Nil und des Niger; denn das Aufsinden der Quelle eines Vorurteils ist zugleich^, der Beginn seiner Tilgung. Der Vers, versucht in seiner Besprechung hier die Quellen des Blutaberglaubens , der vermeintlichen Brunnenvergiftung, Todtenecdroffelung u. dergl. mehr. 5) Die jüdische Gemeinde zu Pomiers, von demselben. Eine höchst intereffante historische Notiz. 6) Gelehrsamkeit und Gesittung, nach dem Midrasch von demselben. 7) Der verwunschene Eantor. Ein Schwank v. Dr. Francolm. Eine höchst intereffante und unterhaltende Erzählung. 8) Kurzer Abriß der jüdischen Geschichte, von Moses Mendelssohn bis auf die neueste Zeit. Erste Fortsetzung. Die Emancipationsgeschichte ist das Hauptthema. Nun folgen Anekdoten, Charakterzüge, Legenden, Gedichte, großentheils, wie natürlich, entlehnt. Zum Schluffe erfolgt moch die Fortsetzung einer alfabetisch geordnete Sammlung der die religiöse und bürgerliche Verfaffung der Israeliten in den preußischen Staaten betreffenden Gesetze und Verordnungen. Höchst brauchbar. Wir empfehlen diesen Volkskatenden dem geehrten Publikum und hoffen, daß das glückliche Gedeihen dieser Unternehmung sdn erste Jahrgang ist uns nicht zugekommen) zum Segen des Judenthnms gereichen werde. ' 3. Kalender für Israeliten für das Jahr 5602 (1842). Von S. L. Liepmannsfohn. Wese! 1842. 8. Aug. Prinz. 124 Sgr. Auch dieser mir zu spat zugekommene verdient der Empfehlung, obgleich ich nicht weiß, ob der geehrte und für Volksschriften so ungemein thätige Herausgeber so unterstützt wurde, daß er das begonnene Unternehmen weiterzuführen im Stande wäre. Das früher im Allgemeinen gesagte auch aus diesen anwendend gebe ich hier den theilweisen Inhalt deffelben, um vielleicht Diesen oder Jenen zur Anschaffung deffelben anzuregen. Nach dem eigentlichen Kalender, worin sich natürlich alle gleich sind, folgt: 1) Heber Religion und Verhältnisse der Juden. 2) Trauungscede von Liepmannsfohn. 3) Desselben Religionsweihe und Konfirmation. 4) Deffelben Prüfungen über die wichtigsten Wahrheiten der mosaischen O^eligion. 5) Fromme Entschlüffe. 6) Gallerie merkwürdiger Glaubensgenoffen: a) David Friedländer; I) ) lieber Mendelssohn von David Fciedländer; c) Israel Jakobson; d) Philipp Wolfers. 7) Schabbatai Zebi, historische Skizze von Posener u. s. w. Möge es einem Mäcen einfallen, diesem Schriftsteller, der mit so manchem widerwärtigem Geschicke zu kämpfen hat, durch seinen Beistand zu unterstützen, damit er dem Ausarbeiten von Volksschriften ungestörter obliegen könne. 4. Volksbuch für Israeliten. Mit einem Portrait: Moses Mendelssohn. Von S. L. L i e p m a n n s so h n. 1. Jahrgang. Wesel, 1841. 8. Aug. Prinz. Dieses Volksbuch unterscheidet sich von einem Volkskalender nur darin, daß der eigentliche Kalender, den man besonders bekommt, weggelaffen ist, wofür aber das Material des Volksbuches reicher erscheint; das ist auch der einzige Grund, warum ich es mit den Kalendern anzeige. Ich werde mich, wie beim vorhergehenden, auch hier blos auf die Angabe des Inhalts beschränken, überzeugt, daß eine solche ein Buch besser empfiehlt als alle Lobrednerei. Inhalt: 1) Einleitung über die jüdische Culturbewegung im 19. Jahrhundert. 2) Sendschreiben an meine Glaubensbrüder in Deutschland von Dr. I. M. Jost. 3) Vertrauen auf Gott. Predigten vom Herausgeber. 4) Consirmationscede von demselben. 5) Die Stimme der Menschheit. .6) Der letzte Wunsch. 7) Gallerie berühmter Israeliten. Mendelssohn. Dr. Salomon. Dr. Fränkel. 8) Der israelitische Verein zu Münster. 9) Rabbinische Legenden. 10) Sprüche. II) Öveligiofe Gedichte.

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