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Der Orient · 1843-02-28 · Heft 9 (28.2.1843) · p. Seite 72

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 9 (28.2.1843)
Article
[Nachricht]
Date
1843-02-28
Page
Seite 72 (sequence 1)
Language
German
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72 publice' in contumeliam fidel Christiane appareant et in aliis, que circa hoc ab ecclesia sxtnl statuta,, maildato ejusdem episcopi suorumque successorum reverenter obediant cf Intendant. In cujus rei testimonium presens scriptum Mäje-statis nostre sigillo jussinms communiri. Datum Ratispone, IV. Nonas Julii, indictione 3X, anno- IY1CCDXXXI. {Rieth Cod. dipl. ep. Kat. i. 576.) Häusern halten, ihre Thurm und Fenster verschließen und nicht auf Wegen und Strafen zum Spott des christlichen Glaubens erscheinen sollen" — und daß sie ferner in allem klebrigen, was in dieser Hinsicht von der Kirche festgesetzt' ist, dem Befehle des Bischofs wie dessen Nachfolgern chrerbietig gehorchen sollen. Au Zeugniß dessen, haben wir diese Urkunde mit dem Siegel unserer Majestät bekräftigen lassen. Gegeben zu Regensburg, den 4. Juli,'in der 9. Zndiktion, im Jahre 1281.— PersormlHromk intb Miseellen. Iw der Rhein. Zeit, vom 8. Januar findet sich, als Inserat, ein ellenlanger Artikel, betitelt: Dr. Frankel ..(Frankel), der Talmud Und die Israeliten. Unterzeichnet ist: Eisender g, der Name des Wohnortes dieser Person ist nicht angegeben. Sollte der Name wirklich ein angenommener sein,; so würde ich einfach Vorschlägen, ihn in ,, Eisenmenger" umzuwandeln. .' Der'Verfasser des Artikels hat cs sich nämlich zur Aufgabe gemacht, den prov. Landrabbiner Hofmann im Mciningschen zu vertheidigen,. den Gegner desselben, Hrn. Dr. Frankel in Dresden, des Obskurantismus zu bezüchtigen, die Schädlichkeit des Talmuds darzuthun und das Schreiben am. Sonnabende für eine Bürgerpflicht zu erklären., auch beiläufig die jüdischen Ceremonieen lächerlich zu machen und als krassen Aberglauben zu denunciren. — Wahrscheinlich hat die Rh. Zeit, den Artikel nicht in ihren polit. Th eil aufnehmen wollen; darum erschien er als (bezahltes) Inserat — eine Form, unter der ihn die Rh. Zeit, aufzunehmen nicht umhin konnten . Der -Hamb. Freischütz vom 14. Januar enthält eine. Beschreibung der am 26. Dec. in der isr. Freischule gehaltenen öffentlichen Prüfung, außerdem eine Anerkennung des von H. Dr. Riesser in der jüngsten öffentlichen Versammlung des Mäßigkeitsvereins bewährten oratorischen Talents. In den Warbareskensiaatcn, über--welche der „Orient" am Ende des' vor. Jahres öfter berichtete, scheinen die Juden wirklich noch sehr weit zurück zu sein. Wie wäre es sonst wohl möglich, daß sich die Juden in Algier am 28. Dec. durch eine Prophezeiung ihrer Rabbiner, daß ein Erdbeben Algier an jenem Tage zerstören werde, in Todesschrecken versetzen ließen? — Dm Jost, Mitglied der asiat. Gesellschaft in Paris '(wenn wir nicht irren, ein Bruder des Geschichtsschreibers der Juden), ein ausgezeichneter Linguist, ist jüngst zum Mitgliede der Akademie der Wissenschaften in Florenz gewählt worden. Au den Aeitschriften, welche die Ewancipation und die gesetzlichen. Ansprüche-der'' deutschen Juden in Schutz nehmen, gehört insbesondere auch Biedermanns deutsche Monatsschrift (Leipzig bei May er u. Wigand). Es ist dies um so be- . deutungsvoller, da gerade diese Zeitschrift vor Allem das national-deutsche Interesse vertritt und also konsequentenweise Verlag von E. L. F ritz s che. den Ansprüchen der Juden auf bürgerliche und politische Rechte am.Wenigsten.das Wort reden würde, wenn die Juden in einer besonder»nichtdeutschen Nationalität befangen waren. — Für die Gesinnung des Herausgebers in Betreff der jüdischen Verhältnisse in. Deutschland giebt sein eigener Aufsatz im I. 1842, so wie die Aufnahme dreier größerer Artikel von Dr. Fürst in demselben Jahrgänge, endlichem Januarhefte 1843 die, bei Gelegenheit einer Necension der Schrift des Dr. Ignatz Ieittels gegen Rosas, ausgesprochene Ansicht den besten Ausschluß. In Dr. Heinrich Wutke's Jahrb. der deutschen Universitäten I!. Winterhalbjahr 1842 u. 43 (Leipz. Wiedemann 1842) findet sich auf S. 131 — 138 ein Aufsatz „die Juden u. die Hochschulen von (Dr.) I. Für st,' der zunächst als Necension der Geigerschen Wrochüre über die Errichtung einer jüd.-theol. Fakultät erscheint, sich aber beiläufig über die Emancip. der Juden auf dem Gebiete der Wissenschaft," ferner „über die Em. der jüd. Wissenschaft auf den christlichen Universitäten," endlich über die Errichtung od. Gründung einer jüd.-theol. Fakultät ausspricht.— Je mehr uns dieser Aufsatz ansprach, desto angemessener halten wir es, das in demselben Ausgelassene nachzutragen. So ist Dr. Wilda in Kiel, Docent der Eamerialwiffenschaften u. agronomischer Schriftsteller, fehlt aber im Verzeichnisse der jüd. Universitätslehrer. — Im letzten Abschnitte des in Rede stehenden Aufsatzes scheint uns aber ein noch wesentlicherer Irrthum stehen geblieben zu sein. Als nämlich D r. L u dw. P h i li p p soh n in Magdeburg die Idee der Gründung einer jüd.-theol. Fakultät öffentlich aussprach, war sie weder in ihm zuerst entstanden, noch durch ihn v. Dr. Geiger recipirt worden; vielmehr gebührt das Verdienst der ersten Aufforderung einem Hamburger, den ich hier nennen würde, wenn ich seiner Zustimmung gewiß wäre. Auch der Artikel des Herrn Dr. Isl er, der kurz nach der ersten Anregung in der Allg. Zeit, des Judenth. erschien,, hätte hier schon der Vollständigkeit halber berührt werden müssen. E. E Necension.. In dem Fkfrt. Konversatt'onsblatte vom 7. Januar: Heber Stimmen berühmter Christen über den Damascener Blutproceß von E. H. Löwenstein (Vf. der Damascia). — Gegen das Blutvorurtheil u. die Daumcr-Ghillanysche Moloch-Jntrigue gerichtet. — In der Voss. Zeit, vom 28. Dec. 1842 tummelt sich wieder ein „.Talmudist" in sinnlosen Phrasen herum. Druck von I. H. Nagel. Hierzu eine Beilage.

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