Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 6 (7.2.1843)
- Article
- Literar-historische Notiz über Moschion
- Date
- 1843-02-07
- Page
- Spalte 87-88 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897785-2368367--2528-2368401- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
88 87 Literarische Nachrichten und Miscellen. schiSyracusani poetae quaedam. Fit autem a Moscho diminutivuni et a fLcoQog [icoqicov, etsi ii6ö%og et ^ii,o%o$ in quadam significatione pro synpnyinis habeantur. Videtur autem interpretis latini velJudaei alicujus nomen esse, qui e Graeco hunc latinum fecit, non autem Graeci auctoris, ut ex praefatione apparet, quam in latino Moschione invenimus, quae nunc in gynaeciorum harmonia cum aliis posita est. ]n ea enim se gynaeciorum librum graecum, auctore non nominato, transtulisse ait.— Ft certe nomen ipsum Judaeum est. Siebold«) sagt in dieser Beziehung: Als das älteste Lehrbuch für Hebammen besitzen wir das Werk von Moschion, de midie rum passionibus, welcher entweder ein Schüler des Soranus war, oder wenigstens. nach seinen ihm zu Gebote stehenden Schriften sich gebildet hat. Wann Moschion gelebt, ist durchaus ungewiß, vielleicht um die Zeit des Hadrian (reg. 117 —138). Ursprünglich war das Werk in lateinischer Sprache geschrieben. Moschion schrieb seine Lehren für Eingeborene in Rom, wo bekanntlich ursprünglich nur griechische Hebammen waren, lateinisch; indessen erschienen sie doch auch für letztere in griechischer Sprache und so sind die beiden auf uns gekommenen Handschriften (die Augsburger und die Wiener) griechisch und aus diesen ward erst in neuerer Zeit eine lateinische Uebersetzung (von Dewez) nach der Wiener Handschrift besorgt. Hiermit stimmen die meisten Geschichtschreiber der Medicin, namentlich Kurt Sprengel *) und Hecker überein, indem ersterer unfern Moschion einen Nebenbuhler des Soromus nennt und letzterer ihn zur Schule der Methoden im zweiten Jahrhundert nach Ehr. zählt. Es fragt sich nun, ist die Vermuthung Conrad Gesners, daß der Name Moschion ein jüdischer sei und daß daher Moschion ein Jude war, gegründet und läßt es sich vielleicht anderweitig Nachweise», daß es einen solchen jüdischen Schriftsteller in jener Zeit gab, oder lassen sich irgendwo noch Spuren der von Moschion übersetzten Werke jüdischer Aerzte ins Lateinische auszeigen und vielleicht die Originalschriften der letztern wo aüfsinden? Daß die Bezeichnung zwischen dem Namen Moschion und dem hebräischen Mosche hier als stillschweigendes Argument für die Gesnersche Ansicht angenommen werden kann, liegt ziemlich nahe, obgleich Gesner hiervon nichts erwähnt. Es könnte aber auch sein, daß die oben angeführten Worte des Moschion aus der Vorrede bei Gesner jene Muthmaßung erregen konnten." Denn wenn auch Sprengel diese lateinische Vorrede des Moschion für unzuverlässig 3) Versuch einer Geschichte der Geburtshilfe' v. E. D. von Siebold. Erster Band. Berlin 1839. S. 160. 4) Versuch einer pragmatischen Geschichte. der Arzneikunde von Kurt Sprengel. Zweiter Band. 3. Aufl. Halle 1825. S. 52. 5) Geschichte der Heilkunde. Nach den Quellen bearbeitet von Dr. I. F. K. Hecker. Erster Wand. Berlin 1822. S. 426. erklärt, so spricht sich.in diesem absprechenden Urtheil die oft mit Recht gerügte üble Gewohnheit Sprengels aus, sein subjektives Meinen als maßgebend obenan zu stellen und ihm die Fakta willkürlich unterzuordnen. Für den, der diesen Gegenstand der Controverse, ob Moschion ein Jude war.oder nicht, weiter zu verfolgen geneigt sein sollte, geben wir noch folgende Bemerkungen: Nachrichten über die beiden Handschriften des Moschion geben Corp. Wolph und Lambecius Jemen in der Vorrede zu seiner Ausgabe des Moschion in Basel 1566. 3, welche nach dem Augsburger Codex mit Bemerkungen des Conrad Gesner abgedruckt ist. Dieser giebt über den zu Wien in der kaiserlichen Bibliothek befindlichen Codex ausführlichen Bericht in seinem: Commentavior. de augustissima Bibliotheea caesarea über sextus Vindob.!674 fol. No. XXXIl. pag. 134., wo zugleich Vermuthungen über das Alter des Moschion mitgetheilt sind. Zu den Ausgaben des Moschion gehören folgende zwei: 1) Mog%Uovc$ tzeqI yvveiiHEicov Ttafrcavi. e. Moschionis medici graeei de morbis nuiiierum über unus: cum Conradi Gesneri schöliis et emendationibus, nuncprimum editus opera et Studio Casp. Wolphii Tigurini medici. Ex bibliotheea Augustana. Basileae 1566. 2) Moschionis de mulierum passionibus über, quem ad meutern manuscripti graeci in Bibliotheea caesareo-regia Vindobonensi asservati tum propriis correctionibus emmenöavit, additaque rersione latina edidit F. O. Dewez. Yiennae, 1793. 8. Außerdem ist der griechische Text nach der ersten Ausgabe mit den Scholien abgedruckt in den Gynaecia von Wolph, Bas. 1586. 4. und den unten angeführten Gynaecia von Spach. Letzterer sagt in einer zum griechischen Text angehängten Note, daß er einen lateinischen Codex zur Einsicht von dem Baseler Buchdrucker Th. Quarinus Belga erhalten habe, aus dem er einige vergleichende Stellen zur Verbesserung des griechischen Textes angegeben hat. Sowohl Spach, als Wolph und Gesner hielten letztern für das Original und das lateinische Manuskript für eine Uebersetzung, während das Werk für die römischen Hebammen bestimmt, ursprünglich lateinisch geschrieben war. Dr. B erg so n. Avalekten. Arabische Terme» im spanische» Ritual. Von A. Asher. Mit Anmerkungen von A. Zrck. Da auch mich die Erklärung der von Herrn Dukes (zur Kenntniß der neuhebr. Poesie S. 38) unerklärt gelassenen Ueberschriften interessirt, so theile ich Ihnen aus dem