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Der Orient · 1843-02-07 · Heft 6 (7.2.1843) · p. Seite 48

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 6 (7.2.1843)
Article
[Nachricht]
Date
1843-02-07
Page
Seite 48 (sequence 1)
Language
German
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.48 Personalchromk und Miseellen. Der Courier Zu I^as-Ilbin enthält die Nachricht/ daß in dem Orte Fegersheim am 9.Dec. 1842 ein Jude, Namens Baruch May er, im Mer von. 103 Jahren 5 Monaten gestorben sei. Er war während der letzten 20 Jahre seines Lebens blind, aber noch bis zu seinem Tode körperlich gesund und. geisteskräftig. Noch 8 Tage vor seinem Ableben hatte er die Synagoge in seinem Wohnorte täglich zweimal besucht. Wie allen über 100 Jahre alten Greisen hatte auch ihm die franz. Regierung (seit 1842) eine kleine Pension gegeben, während er seit längerer Zeit von den milden Gaben seiner Glaubensgenossen gelebt hatte. Die Gazette du Midi (in Marseille) enthielt neulich einen Bericht aus Jerusalem über den Eifer der dortigen Jndenbekehrer, die übrigens nur schlechte Subjekte anwerben konnten. Dje deutschen Jahrb. vom 31. Oct. 1842 enthalten einen scharfen Angriff von L. Z'un; auf den (jetzt an der Stelle seines Vaters zum Mitgliede der franz. Akademie gewählten) Leon de Laborde, der in seinem Gommentaire Geographique sur i’exode es les Nombres (Paris 1841 fol.) die Frechheit hatte, ein offenbares Plagiat an Dr. Iunz in Betreff seiner Untersuchungen l>er Excursen zu Benjamin de 'ludela zu begehen. Die L. A. Z. meldet aus Posen (Mitte Dec.), daß der allgemein verehrte Freiherr von Kottwitz gestorben sei, der vor mehreren Jahren 36000 fl. zum Baue und zur Einrichtung des jüdischen Waisenhauses in Posen beigesteuert und dasselbe bis zu seinem Tode unterstützt habe. Seiner Leiche folgte die ganze Corporation; der Rabbiner (S. Eg er) ordnete 30 tägigen Trauergottesdienst an; das Bildniß des Freiherrn soll im Hauptsaale der. Waisenanstalt aufgestellt und am Todestage alljährlich eine Trauerfeierlichkeit veranstaltet werden. Aus einer in den Hamb, wöchentlich gemeinn. Nachrichten vom 2. Januar 1843 enthaltenenen Tabelle geht hervor, daß im Jahre 1842 in Hamburg -proklamirt und kopulirt wurden 58 jüd. Paare und zwar von den geistl. Beamten: von Hrn. Jsaac Bernays 48, von Hrn. Dreyfuß 3, von Hrn. Dr. Salomon 3, von Hrn. Dr.Francfurter 2, zusammen 56; dazu auswärtig und nicht kopulirt 2, zusammen 58 Paare. Geboren wurden in der hochdeutsch-isr. Gemeinde zu Hamburg im Jahre 1842 eheliche Kinder 219, uneheliche 4, in der portug. Gemeinde 11, zusammen 234 (darunter 122 Knaben, 112 Mädchen). Begraben wurden in der hochdeutsch-isr. Gemeinde 200, in der port. Gem. 1, zus. 201. Am Ende des Jahres 1842 war die Sterblichkeit sehr groß. So wurden von 24—31. Dec. mehr als 10- Personen .begraben. Das Verhältniß der unehel. Geburten zu den ehel. ist auch in Hamburg ein solches, welches für die Moralität der Juden ein günstiges Zeugniß ablegt. Die christl. Zeugnisse über die Damastener Blutfrage (vergl.Hamb. Lit. ü. Krit.Bl. u. Orient imHerbste 1842, und besond. „der neue Pitäval" Bd. 2) hat Herr Löwenstein in einer besondern Brochüre zusammengestellt. - Schon früher-angeführt, aber erst Ende 1842 in den j Buchhandel gekommen ist: - I. .^asbaelr parules d’uu croyant israelite.' Metz und Paris 1842. - Vor Kurzem erschien auch :;i Gallier D u f uy e 1 origine commune de la literature , et de la legislation ehez tous les peuples demontree [ pur l'examendes monumens literaires des Hebreux, h des Chinois, des Mohametaus, etc; [ Am Sonntage, den 8. Januar 1843', hielt Herr Dr. l G. Rieser in der öffentl. Versamml. des Hamb. Vereins \ gegen das Branntweintrmken^ einen trefflich srytisirten Vortrag. In den nächsten Nummern der N. Hamb. Bl. wird, dem Vernehmen nach, der zweite Artikel seiner Erläuterun-; gen über die Toleranz u. s. w. gegen die Ansichten des Hrn. l V. enthalten sein. Das Journal der Debats vom 3. Jan. 1843 erwähnt des eben erschienenen 12. Bandes der C a h e n schen Bibelübersetzung (die 12 kleinen Propheten) mit großem Lobe und macht auf eine zu diesem Bande nächstens hinzukommende unedirte Arbeit des Hrn. Munk aufmerksam. Das Werk Ghillany's über den Molochdienst hat in Nro. 6 des Jahrganges 1843 der (nun unterdrückten) deut- | schen Jahrbücher eine kurze Anzeige gefunden.. Die Voss. Zeit, vom 6 Januar meint, jene Schrift mache großes Aussehen, und werde wohl dazu dienen, die Regierungen zu überzeugen, daß es ihre Pflicht sei, die Reform des Judenthums zu begünstigen. Als wenn die Orthodoxen etwas mit Menschenopfern — angenommen, solche hätten jemals im Mosaismus existirt — zu thun gehabt hätten! Welche Consusion der Begriffe! Doch vielleicht ist es nur Verstocktheit, an dergleichen nicht zu glauben, und andere davon glauben machen zu wollen? Kennt denn die Voss. Zeitung das bekannte Berliner II. Gebot nicht. Uebrigens werden jetzt die Juden aller Nuancen umso treulicher Zusammenhalten müssen, als Allen dasselbe Ungethüm, die Idee vorn christlichen Staate u. s. w. droht. Perfidieen deutscher Zeitungen. Unter dieser Rubrik sollen von Zeit zu Zeit Pröbchen, germanischer (nicht deutscher) und mittelalterlicher (unchristlicher) Liebe zu den Juden folgen : 1) Die A. A. Zeitung berichtet, statt dem gerechten Vorwurfe der Rhein. Zeit, wegen verstümmelter Mttheilung der baierischen Landtagsverhandlungen ein Dementi zu geben, daß ein jüdischer Commis diese Debatten dem frank. Merkur zu sende. 2) Die Sven. Zeit, vom 5, Januar meint in einer Ree. der Ruppschen Rede über den christl. Staat: Rupp. und die Königsb. Zwecke, bezwecke „die Judenemanzipation auf Kosten des Christenthums. Das Elberfelder Kreisblatt berichtet , daß man in Köln einen rheinisch - westphätischen (Judenbekehrungs-) Verein für Israel zu stiften beabsichtige. . . * . * Zu den neuen lit. Erscheinungen über Gesenius gehören: „Herr Prof. Ewald als Punier von Dr. Wex (Direktor des Gymnas. in Schwerin im Großh. Meklb.- Schwerin) u:;d Gesenius. Zur Erinnerung für seine Freunde." (Berl.1842). Druck von I. H. Na g e l. Verlag von C. ■£. Fritzsche. )

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