Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1843)
- Article
- Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter
- Date
- 1843-02-07
- Page
- Seite 47 (sequence 1)
- Language
- German
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- 47 - Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Serie I. Zehnte Urkunde» Reinhard und Ulrich von Hagen, wie Philipp und Werner von Falkenstein bestimmen über ihre Einkünfte von den Juden in Assenheim. 1278. 14 Nos Ileiiihardus de Hagen, Ulriciis filius noster, Philippus et Werjiherus domini de Valkenstein per presentes ad universorum noticiam volumus pervenire, quod unanimi consilio et pari Consensu, cum propter commoduiu Judeorum, quam in usum nostrum statuimus et oniinavimus, quod Judei nunc apud Assenheym sedeutes ex parte Serenissimi doniini nostri Rudolffi Homanorum Regis, Philippo et Wernhero quolibet festo beati marfcini etiam in septem marcis servient eiusdem nionete; quibus suis terminis persolutis ipsos ex tune ex neutra parte nequaquam ad majora seu graviora servitia compellemus. Sed si plures Istorum apud Assenheim processu temporis se receperint, quid quid obsequii de iliis derivari potent, hoc Ulrico pro parte cedit media, et nobis* tribus pars media permanebit et sic, quod unusquisque nostrorum tri um de denariis a Judeis ipsis nobis d'eijvantibus "talem portionem suscipiat, sieut ab hereditate sua de Jure cedere sibi debet. Si vero Judei ex deeessu vel recessu forsan minorati fuerint, sic quod prenominatas sumnias dare non potenint, quid quid uni parti in sua niedietate deperit et alteri similiter deperire; promittentes nichilominus, quod eosdem Judeos tarn loco domini nostri Regis, quam et nustro defendere, tueri et manu tenere debemus pro nostris viribus in omnibus5 nec ipsos per nos aut nostros subditos in aliquibus aliquanter molestari; nisi suis hoc deiner!antur excessibus, quod tune ab ipsis requirenuis secundum quod communis nostrorum Casirensium, Judeorum et Scabinorum in Assenheym sententia ipsis dabit. Et ut hec prescripta predictis Judeis in Assenheim et ipsorum successoribus nos ac nostri heredes rata et indecisa observemus presentes eis in testimonium et robur facti damus sigillorum nostrorum robore communiri. Anno domini Millesimo ducentesimo Septuagesimo octavo, secunda feria post festum beati martini. (Burii Behauptete Vorrechte der Bannforste. November. Wir Reinhard von Hagen, unser Sohn Ulrich, die Herren Philipp und Werner von Falkenstein wollen durch Gegenwärtiges zur Kenntniß aller bringen, daß wir nach gemeinsamen Rathe und gleicher Uebereinstimmung sowohl zum Vortheil der Juden als unserem eigenen festsetzten und verordneten: daß die jetzt in Assenheim wohnenden Juden, Seitens unseres Herrn Rud 0 lphs, römischen Königs, dem Philipp und Werner, jedem, am Feste des heiligen Martin sieben Mark Münze zahlen sollen z und daß wir bei richtiger Einhaltung des Termins sie von keiner Seite zu größern und fchwerern Dienstleistungen treiben werden. Wenn aber mehr Juden sich in Assenheim mit der Zeit besetzt haben werden, so fällt die Hälfte der von diesen zu erlangenden,Dienste dem Ulrich, die andere uns dreien zu, und zwar so, daß ein jeder von uns dreien einen verhältnißmäßig so großen Theil des uns von den Juden zufließenden Geldes erhalte, wie ihm dem Rechte nach von seiner Erbschaft zukommt *). Wenn aber durch Tod oder Abzug die Juden vielleicht gemindert sein werden, so daß sie die erwähnten Summen nicht zahlen können, so soll der Schaden verhältnißmäßig vertheilt werden. Wir versprechen dann nichts destoweniger die Juden, so wohl statt des Königs wie Seitens unserer selbst zu vertheidigen und zu schützen in Allem nach unseren Kräften, und weder selbst noch unsere Untertha-nen sie auf irgend eine Weise Zu belästigen; es sei denn, daß sie nicht durch eigöne Ueberrretungen verursachen, daß wir von ihnen das verlangen, was ihnen der gemeinsame Spruch der Bürger, Juden und Schöffen in Assenheim auflegen wird. Und damit wir und unsere Nachkommen das Vorgeschriebene den Juden und ihren Nachkommen in Affenheim unverkürzt bewahren, geben wir ihnen Gegenwärtiges, zum Zeugniß und zur Bekräftigung des Geschehenen und haben es besiegeln lassen. Im Jahre des Herrn 1278, Montag nach dem St. Martini Feste. Die Herren scheinen also Verwandte, zu fein. Urkundenbuch p. 75—76. — Jedenfalls sehr fehlerhafter Abdruck der Urkunde.)