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Der Orient · 1843-02-07 · Heft 6 (7.2.1843) · p. Seite 44

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 6 (7.2.1843)
Article
Leipzig: Bitte in Bezug auf den Nachlaß Wessely's
Date
1843-02-07
Page
Seite 44 (sequence 2)
Language
German
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- 44 - Kälber Israels mit dem, was sie für Krankenhäuser tbun, wckrum könnte es nicht einem solchen goldenen Kalbe emfcrllen, auch einmal für ein Buch was zu thun. Es ist eine Schande für unsere Wissenschaft, für unsere Aufklärung, daß wir noch immer für die Gesunden keinen Sinn haben und unsere Reichen nur, wenn es zu Prahlen giedt, sich wohlthatig schimpfm lasten. Doch ich theile die Bitte mit: „So aufmunternd auch der dem bereits im December v. I. erschienenen ersten Hefte dieses Commentars von den Verehrern der heiligen Schrift und der hebräischen Literatur gezollte Beifall für uns sein mußte, so sehen wir uns dessenungeachtet durch ein unerwartet eingetretenes Hinderniß zur versprochenen vierteljährttchen Lieferung der folgenden Hefte dieses Werkes außer Stand gesetzt; indem unsere so gegründete Aussicht, die Mittel zur Bestreitung der Druckkosten durch den durch eine auswärtige Buchhandlung zu vollziehenden Debit einer bedeutenden Partie von Exemplaren zu erschwingen, sich leider nicht realisi'rte — und unsere eigenen sehr beschränkten pecuniären Hilfsmittel, bei der noch kleinen Anzahl unserer übrigen verehrten Herren Abonnenten, zur Ausführung dieses dem Wohl vieler vaterlosen Enkel des verewigten Verfassers dieses Com mentars geweihten, so kostspieligen literarischen Unternehmens keinesweges geeignet sind. Doch hierdurch noch keinesweges entmuthigt, treu dem Rufe kindlicher Pflicht, durch die Herausgabe seiner hinterlastenen Manuskripte dem Andenken unseres verklärten Vaters ein seinen Verdiensten würdiges Denkmal zu stiften,'bitten wir die Freunde der hebräischen Literatur, zur Förderung dieses unseres Strebens, uns durch eine geneigte, durch Vermittelung ihrer geehrten hiesigen Herren Correspondenten, bei jedesmaliger Ablieferung eines oder mehrerer Hefte zu vollziehenden Zahlung des Pränumerations-Betrags gütigst unterstützen zu wollen. Subscribenten-Sammler einer Parthie von 20, 50 bis 100 Exemplaren erhalten von 5 Exemplaren Eins gratis. Mögen diese unsere innigen Wünsche den gehofften günstigen Anklang in den Herzen der gefühlvollen Leser finden." Dppeln, 1. Jan. Der schwäbische Merkur, ' welcher, traurig genug, das einzige officteUc Blatt Würtembecgs ist, berichtet in Nr. 315 v. I. aus Schlesien Folgendes, wobei man in der That nicht weiß, ob man die Gemeinheit oder die Gehässigkeit bewundern soll, wüßte man nicht, daß der traurige Beruf dieses Blattes, durch die anarchischen Zustände der Presse veranlaßt, im Wiederkäuen und Auftühren alten Hasses und Grolles ist. Die Correspondenz lautet: „Nimmt die Spannung zwischen Katholiken und Protestanten gleich immer mehr ab, so ist sie doch noch hin und wieder bemerkbar. Beide christliche Religionspartheien aber stehen den Juden wenigstens nicht günstig gegenüber. Der Umstand, daß diese, ihrem Nationalcharakter gemäß, sich leicht überheben, wo der auftihnen lastende Druck nachläßt, und wo sie Reichthümer erworben haben; dazu noch die Thatsache, daß sie durch ihre Industrie im Handel und Schacherjeden Vortheil und Gewinn hinwegnehmen und den Christen das Nachsehen lassen, macht sie diesen unangenehm. Der Zank, den sie untereinander über alten und neuen Ritus Haben, scheint seinem Ende nahe zu sein " Aus Baden, im Jan. Die Rabbiner des Oberlands haben sich, wie man vernimmt, in einer Petition, die bei allen Rabbinen bereits die Circulation paffirt hat, an das Großherzogl. Staats-Ministerium, resp. den Oberrath gewendet, in welcher sie im wohlverstandenen Interesse nicht nur ihres Standes, sondern des ganzen israelitischen Religions-Organisations-Wesens in Baden den Antrag stellen, daß. ihnen 1) mehr Wirksamkeit im Innern der Synagoge und ihrer Institute, 2) mehr Ansehen nach Außen verschafft, und 3) daß ihre materiellen Verhältnisse verbessert und geregelt werden. Au 1): so beschweren sie sich über den engen Wirkungs-Kreis innerhalb der Kirchengemeinde, gegenüber den autokratischen Synagogenräthen, die dem Rabbinen allen Einfluß auf die Gemeinde - Angelegenheiten rauben. Denn während ihnen das Gesetz die Mitberathung an Religionsgegenständen einräumt, hebt dasselbe Gesetz diese Einräumung dadurch Wiederaus, daß es den.. Synagogenräthen überlassen ist, vorkommende Angelegenheiten für nicht — Religions-Gegenstände anzusehen, wodurch der Rabbine von der Anwohnung auch bei den wichtigsten Berathungen ausgeschlossen wird, während zum Beispiel in unserem Nachbarland Württemberg diese Verhältnisse ganz anders gestaltet find. Dort „versammelt sich das Kirchen- Vorsteher-Amt zu Besorgung der ihm obliegenden Geschäfte, dringende Fälle ausgenommen, periodisch auf vorgängige, von dem Rabbinen an die einzelnen Mitglieder ergangene Einladung. Der Rabbine und in dessen Abwesenheit der Vorsänger leitet die Geschäfte und bringt die zu verhandelnden Gegenstände zur ordnungsmäßigen Berathung und Abstimmung. Im Falle der Stimmengleichheit hat der Rabbine die entscheidende Stimme. Au 2), so ist es zunächst der Mangel an. Einfluß auf die israelitischen Elementar- und Confessionsschuten, der wunde Fleck, an dem wir noch stark laboriren. Abgesehen nämlich von dem Mißverhältnisse, in welches der Rabbine,. .dem alle Mitberathung an den Schul-Angelegenheiten seiner Gemeinden untersagt ist, zu dem vom Staat und Gesetz aufgestellten Schulinspector tritt, wird dieses noch peinlicher dem israelitischen Schullehrer gegenüber, der auf Decan oder Pfarrer sich stützend, selbst - in Bezug auf Religions-Lehrfächer, dem Rabbinen nicht Rede und Antwort geben. zu müssen glaubt. Diese mißliebige Stellung wird noch verstärkt dadurch, daß selbst auch von den Behörden den Rabbinen nicht mit der ihrem Stand gebührenden Achtung begegnet wird, wie sie den christlichen Geistlichen widerfährt,' und die geeignet ist, die Achtung vor ihnen auch bei den

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