Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 5 (31.1.1843)
- Article
- Schulbücher [Rezension]
- Date
- 1843-01-31
- Page
- Spalte 75-76 (sequence 2)
- Language
- German
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75 Beiträge z. Rabbinenwesem Religionsprüfung der Rabb.-Candid. in.Baden Fürst. 76 fchen rc. -7- 2. Verneinung von dem Fortweisen in die Ferne ausgehend rc. — Nun werden noch besonders in Bezug auf seine rein demonstrative Bedeutung die verschiedenen grammatischen Formen erörtert, in denen er zu erscheinen pflegt, und ihre Bedeutungsverschiedenheit bestimmt und motivirt. — Charakteristisch ist auch, daß, wo das Verbum ein Deno minar ivum ist, das Nomen vorangeschickt wird, — wie auch, wenn letzteres nur allein existirt, ecsteres auf sich beruhend bleibt. Es hat dieses Verfahren das Gute, daß dem Lernenden im ersten Fall der richtige Standpunkt, von dem er ausgehen foU, angewiesen, in letzterin Falle aber ihm kein Verbal-Stamm vorgeführt wird, der nicht existirt. Hingegen finden wir manche neue Radix, die wir den neuen Forschungen des Verfassers verdanken. So wird das Nomen (mit Suff. 33, 7.) für ein Der, vat'um vom V erbv fcruS‘ (stark, kräftig, muthig sein erklärt; also: der Starke, Kräftige, Held, — und coll.: Heldenthum rc. bedeutend. Die Form wird ' angenommen als von Kjx und der' Endung ell gebildet, wie b'ins' ciiiö' cSs. Die gewöhnliche Annahme, daß das fraglichEWort em Compositum aus und sei, weist der Verf. durch die Bemerkung zurück, daß dann weder die Verkürzung des nx tu noch die Doppelung des l in (was sein Dagesch 'in der Flexion zeigt) erklärlich sein'würde. Um so überraschender stritt Einem hiernach die Etymologie entgegen, die unser Verf.. von dem Nomen giebt. Nichts war hier leichter zu erwarten, als daß ec sich der allgemeinen Ansicht anschließen würde, wonach das fragliche Wort für analog mir genommen wird, — zu welcher Vermuthung die vongegebene Analyse um so mehr berechtigte. Doch unser Verf. tritt auch hier selbstständig auf, indem ec annimmt, das "i in sei nicht Radicak, sondern blos eingeschoben in ^2 (ÜciGak-vYig), von hart, dicht, fest sein. Bei der Erklärung des Verbal-Stammes führt unser Verf. die Worte des Plinius in Bezug auf den Eisen Marmor an: „iuvenil Aegyptus in Aethiopia, quem yocant basalten, ferrei coloris atque duritiei, undc et nomen ei dedit.“ Ueberhaupt ist in dem in Rede stehenden Werk trefflich aus die indogermanischen Sprachen Bezug, genommen. Interessant ist manche Zusammenstellung und Erläuterung der Nomina propria mit Namen der aus den Klassikern bekannten Personen, wie z. B. ""rrp2K mit IZar^ojdos u. dergl. m. — Anerkmnungswerth ist auch, daß unser Verf. Septuaginta, Josephus, Ephraim dm Syrer, Vulgata u. A. so sehr berücksichtigt, namentlich bei etwaigen differirenden Meinungen dieselben ausdrücklich genannt hat.' Als dankenswerthe Zugabe ist es aber zu betrachten, daß er ein Gleiches auch in Bezug auf Abulwalid, 1) Dergl. CCQCÖ, ’'Aq7}-S: äQSi'OS- (rün'1), Kimchi und Ibn Efra gethan. Jri Betreff der kzy 6(zsva ist zu bemerken, daß der Verf» sich'nie auf spitzfindige Conjecturen einlaßt, sondern-stets nach dem Nächstliegenden und Sichern greift, und wo dies nicht geschehen kann, die Frage lieber ungelösit laßt. — Die den radicibus beigefügte Hinweisung auf die ihnen sowohl dem Laut als dem Sinne nach verwandten Sramme gewährt dem Lernenden einen Ueberblick über den hebräischen Sprachschatz, wie auch die Anführung der vielfachen Verbindungen, unter welchen ein Wort zu erscheinen pflegt, zum Theil die Concordanz Zersetzt. Wir würden die Grenzen einer bloßen Anzeige weit überschreiten müssen, wollten wir alle Vorzüge des in Rede stehenden Werkes hier auch nur oberflächlich verfolgen. Wir begnügen uns ,daher, noch des wackern Herrn Verlegers lobend zu erwähnen, der ungeachtet der ' typischen Schönheit und Eleganz des Werkes, dessen Preis so äußerst billig bestimmt, und dadurch seine Uneigennützigkeit so ausdrücklich an den Tag gelegt hat. An den geehrten Verfasser aber ergeht schließlich unsere ergebenste Bitte, für-den Aramäismus doch auch in lexicali scher Hinsicht dasjenige zu rhun, was er für denselben in g ram m ati scher Beziehung gethan. Die Freunde des Orientalismus werden dies ihm gewiß herzlich Donk wissen. Halle, Jan. 1843. Kampf. Beiträge zum Rabbmenwesen. Ueber die Religkonsprüfung der Rabbinats-Candidatm im Groß herz ogthume Baden. Vom Bezirks-Rabbiner Fürst in Heidelberg. (Schluß.) Zu Frage 4. Erkennt dasJudenthum seinen Gott als Nationalgott? Hier haben beide Examinanden bie contradiolio des' Begriffes „Nationalgott" mir . der ganzen Auffassung des höchsten Wesens in der jüdischen Offenbarung unerörtert gelassen. Es wurden nur einzelne Stellen aus den Propheten aufgesührt, die wirklich absolut die Idee eines Nationalgottes ausschließen. Nichts desto weniger wäre eine Argumeniation aus dem Wesen und dm Zeugnissen der mosaischen Offenbarung schon um.des Eknwands willen wünschenswerth gewesen, „daß wohl in dem Mosaismus der Nationalgott sei, in dem Pro- ^phetismus aber der Fortschritt zum Bessern lieget Warum sind nicht die so einfachen Beweist 5 Mos. 4, 35