Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 5 (31.1.1843)
- Article
- Schulbücher [Rezension]
- Date
- 1843-01-31
- Page
- Spalte 73-74 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897782-2368303--2509-2368336- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
73 Dr. Fürst's h'eLr. u. chald. Schulwörterbuch über das A. L., angez. v. Kämpf. 74 habe ich darauf gesehen, schon von den kleinsten Sätzen an die echt heb r L i s ch e n Wörter und Redensarten anzuwenden, und nur zuweilen, wenn unsre kleine althebräische Literatur mich im. Stiche ließ, nahm ich zu neueren Bildungen oder zu Bedeutungen, die erst im später» Hebraismus Vorkommen, meine Zuflucht. Doch habe ich-diese Wörter stets mit einem Zeichen (°) versehen. Die hebräischen Übersetzungen der deutschen Uebungsaufgaben (von, Nr. 18 an) sind zum Gebrauche für den Lehrer besonders abgcdruckt. Die Bedeutung der Abkürzungen, der gesperrten Schrift u. dgl. wird der Gebrauch leicht erkennen lassen. " Ich habe noch hinzuzufügen, daß die hebräischen Uebersetzungen darin mit einer grammatischen Präcision und Gediegenheit des Ausdrucks gewählt sind, wie sie nur ein ausgezeichneter Kenner des Hebräischen wählen kann; das grammatische Element, die Interpunktation, die Construktionen sind trefflich, und die Übersetzungsübungen aus der römischen Geschichte sind wahrhaft klassisch. Nur in Bezug auf einige Termen mochte ich mir hier eine Bemerkung erlauben. Ich glaube, daß das Verbum ~ (als Nominalbegriss) nicht tyü S.35, sondern (n. d. F. lila), und also auch nicht S. 44 sondern KIP; eben so nicht Präteritum, und sondern "IDy und zu dessen Begründung ich des Raumes wegen hier nichts geben kann. Das ist aber auch alles, gegen welches ich eine verschiedene Meinung hätte, und ich brauche wohl kaum zu erwähnen, daß dieses den eigentlichen Gegenstand des Buches kaum berührt. Der hebräische Druck ist sehr scharf und klar, obgleich das Papier wohl besser hätte sein können. Fürst. 2. Hebräisches und chaldäifthes Schulwörterbuch über das Alte Testament. Von Dr. Julius Fürst. Lehrer an der Universität zu Leipzig. — Stereotyp«usgabe. Leipzig, 1842. 12. Druck und Verlag von Carl Tau ch n i tz. Ladenpreis 1 Thlr. 10 Ngr. Der Verfasser, der sich bereits in der gelehrten Welt ein dauernd Denkmal gefetzt, hat es nicht verschmäht, auch der wißbegierigen Jugend väterlich zu gedenken und' ihr eine Gabe darzureichen, für die sie sich um so mehr zu Danke gegen ihn verpflichtet fühlen wird, als er dadurch ein cm von ihr bisher so lebhaft gefühlten Bedürfniß aufs Befriedigendste abgeholfen. Aber auch der in der hebräischen Sprache Geübtere wird es.unsecm Vers. Dank wissen, daß er ihn durch das in Rede-stehende Werk in den Stand gefetzt, eine Menge der in des Verfassers frühem grammatischen und lexiealifchen Arbeiten niedergelcgten -Resultate hier vielfach bereichert auf die ansprechendste Weife neben einander zu finden. Wahrend die alfabe tische Anordnung des Ganzen das Werk auch dem Anfänger zugänglich macht, gestattet die etymologische Haltung im Einzelnen dem tiefer Eingehenden, die Sprache von einem rein wissenschaftlichen Standpunkte kennen zu lernen, — was hier um so mehr der Fall ist, als das Werk neben dem lexicalischen Element noch einen Reichthum grammatischer Regeln in sich schließt. Die in vielfacher Beziehung originelle Beschaffenheit dieses Werkes hier vollständig zu erörtern, würde der Verfasser mir in seinem Blatte natürlich versagen und kaum eine bloße Anzeige gestatten; ich will mich daher blos auf das Hervorheben einiger seiner Eigenthümlichkeiten beschränken, was jedoch genügen wird, dem Sachkenner einen Begriff von dem wissenschaftlichen Gehalt und practischm Werth zuverschaffen. Die Sprache ist gedrängt, dabei fasslich und klar. Die deutsche, Ueberfttzung treffend und meist den Begriff des betreffenden hebräischen Ausdruckes erschöpfend. Erscheint dieser, wie so!ches/.der Fall ist, unter mehren Bedeutungen, so wirdfragliches Radix ein Begriff zu Grunde gelegt, aus dem sich die verschiedenen Bedeutungen von selbst ergeben. So wird z. B. der Wurzel ^p2 die Bedeutung „brechen" als Grundbegriff beigelegt, und zwar sowohl in concceter (vom Pflügen des Bodens) als auch abstracter Beziehung (vom Beurtheilen einer Sache.) Nun erscheinen Bedeutungen, wie:-^2 Pflug Vieh, *^2 Anbrechung (des Frühroths),. anseinandecbrechen (beurtheilen), rVlpä Untersuchung rc. nicht mehr als ursprünglich gesonderte Begriffe. Noch deutlicher tritt dies bei der Erklärung der Radix ^.hervor. Dieser Wurzel war man sonst gewohnt, den Begriff „fordern" beizulegen. Nun kommt sie aber auch unter der Bedeutung „un heiligt vor. Man sah sich daher in letzterer Beziehung genöthigt, eine Verwandtschaft dieser Radix mit byft und dem syrischen zu suchen. Richtiger verfährt unser Vers.; er legt der fraglichen Wurzel sehr richtig die Bedeutung: „lösen" als Urbegriff bei. Nun erklären sich alle Abstufungen ihrer Bedeutung. 1. trans. los machen, was gebunden, gefesselt war: retten, befreien rc.; 2. intr. los sein, frei, abgelöst, ungebunden, profan sein, in so fern der Hebräer sich das Heilige als dem Ungeweihten unzugänglich und für ihn in Banden denkt. Dabei weist unser Vers, auf den spätem Sprachgebrauch und „gebunden und gelöst" für „verboten und erlaubt hin..— Dergleichen Beispiele finden sich in unserem Lexicon unzählige; namentlich ist dies bei den Adverbien der Fall, die sich einer durchaus originellen, die mannigfachen Bedeutungen, unter denen sie erscheinen, in einen zuvor nie geahnten Zusammenhang bringenden Behandlung erfreuen. Sv war man z. B. bisher gewohnt, die Bedeutungen von bti (Prapof), Stf (Demonstr.) (Adverb.) als ursprünglich von einander verschieden zu betrachten; unser Vers, geht bei dem % fraglichen Stamm von seinem demonstrativen Charakter aus, und zwar: 1) eine leise Hinweisung und Hervorhebung einer Sache, und schwacher als ungefähr: jener, e, es, so viel als bV), ,.^SV ^/fr die Abstufung zum Artikel im Arabi-