Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 4 (24.1.1843)
- Article
- Arabische Termen im spanischen Ritual [Nachricht]
- Date
- 1843-01-24
- Page
- Spalte 63-64 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897779-2368246--2498-2368279- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
68 64 Sit. Nachrichten und Miscellen. Literarische Ankündigungen. Literarische Nachrichten und Miseellen. Arabische Termen im spanischen Ritual. Zn Hrn Dukes -Werk „zur Kenntniß der neuhebräischen vclU giöfen Poesie" S. 38, werden unter den speeiellen Benennungen einzelner Gebetstücke, einige nur im spanischen Ritual vorkommende Namen angeführt, deren Ursprung und Bedeutung dem gelehrten Verfasser unbekannt waren. Wenn wir nun diejenigen Wörter, deren Sinn und Bedeutung uns bekannt ist, zu .erläutern suchen, so schwebt uns der gewiß von allen Freunden der jüd. Literatur gehegte Gedanke vor Äugen, daß jedes Samenkorn, welches auf dieses des Anbaues noch so sehr, bedürftige Feld gestreut wird, bei den Pflegern desselben eine freundliche Aufnahme finden soll. Wir beschranken aber die Erläuterung blos darum auf einige Benennungen, obwol alle, mit Ausnahme der zweiten, arabisch sind, weil die ersten drei weder termini tcchnici sind, noch einen so prägnanten Begriff, ausdrücken, daß man sie mit .Zuverlässigkeit, ohne dm Inhalt der Gebetstücke zu kennen, an deren Spitze sie stehen, erklären könnte. Um uns daher nicht in'vage Vermuthungen zu verlieren, wollen wir blos die letzten drei Wörter! ■ riTTiD^N, Jrota und DN'jnDO zu erläutern suchen, und Herrn Dukes, im Interesse der Wissenschaft ersuchen, den Inhalt der Gebete, welche mit den ersten drei Namen überschrieben sind, in diesem Blatte anzuzeigen. 1) rpmö^N/ ist das arabische Xa-Sj-iJ s oratio funebris, epicediunv uttfc die Orthographie ist hier nach der vulgären Aussprache. Hr. Dukes gab zwar auch die Form und Bedeutung dieses Wortes an, nur vergriff er sich in der Etymologie. Denn das $ ist keine iitera radicalis, sondern präform ativ, da die Radix des Wortes epicedio c«Iebrayit, ist. 2) das arab. kann entweder schlechthin egressio, exitiiu«, bedeuten, wo es sich dann aufdenInhaltdes Gedichtes bezöge, oder cs-ist der terminus technicus für einen Dichter, der von feinem eigentlichen Thema abschweift, und in der Digre sfto n verharrt.*) — 3) ^N.inDD, arab. o Ls\.ä^wjo, findet sich auch als Überschrift eines Gedichtes des in Geig-er s Melo Chofnajim S. 39, welche von demselben S. 100' folgender Maaßen erklärt wird: „Das Gedicht ist ein Most Hodscha b, eine Bezeichnung, welche die stete Rückkehr auf dasselbe Wort, welches durch das übergeschriebene in einem Bibelverse bestehende Thema bereits bestimmt ist, am Ende einer jeden Strophe andeutet, mit Anwendung von Bibelstellen, in denen das Wort vorkommt." Allein nach dieser Erklärung, zufolge welcher -einer Bezeichnung für die Form wäre, läßt sich schwer die X Conjugation und die Passivform dieses Wortes motiviren; es müßte vielmehr, da hier ein wechselseitiges Sichentsprechen, gleichsam den echoartigen Wiederhall eines und desselben Wortes ausdrücken soll, die Ul. oder VL Conjugation gebraucht werden. Dazu kommt noch, daß 3N.TIDD kein technischer Ausdruck ist, und die Juden würden ihn daher selbst gebildet, haben gegen die Gesetze und den Gebrauch der arabischen Sprache, was nicht so leicht zu glauben ist; da wir nicht außer Acht (affen dürfen, daß Juden und Christen unter den Arabern die Bedeutungen der Wörter so in sich aufnahmen, wie sie sie im allgemeinen Sprachgebrauche vorfanden, und sich nicht erlaubt haben werden, neue unregelmäßige Formen zu bilden. — Vielleicht bezieht sich snmddd auf den Inhalt, und bedeutet etwa precatio exaudienda} allein jeder Zweifel würde gehoben sein, wenn Herr Dukes Form und Inhalt der Gedichte angeben möchte, welche so benamt sind. A. Ink. . *) Vergl. Freitags Darstellung der arab. Verskunlr S. 308. 317. 528. ' Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. HO.] Vollständig erschienen, und in allen guten Buchhandlungen, in München in der Joh. Palm'schen Hofbuchhandlung zu beziehen, ist: Vollständiger Jahrgang von Terzett- und Chorge§rm§en - der Synagoge in München. Im Aufträge des Synagogen-Chor-Comite bearbeitet vom Herrn Lehrer Maier Kohrr. I. Lieferung'enthaltend die Gesänge Preis 2 Thlr. Preuß. od. 3 fl. 36 kr. rhu. H — — — —. vhvh Preis 3 Thlr. Prmß. od. 5 fl. 15 kr. rhn. III. — Preis 5 Thlr. . Preuß. od. 8 fl. 45 kr. rhn. Verlag von C. L. Fritz sch u ' """ Den vermittelnden Buchhandlungen ist eine mäßige Vergütung für Porto und Spesen zu machen. Wer sich indeß direkte hierher an den Institutionslehrer Maier Kohn wendet, erhalt das Werk oder einzelne Lieferungen zu obigen Nettopreis per Post oder anzugebender Gelegenheit. München, im Januar 1843. Briefkasten. Au Hrn. K. in Halle: Ein Supplement mit Benutzung der angegebenen Sprache wäre erwünscht. In der bewußten Uebersetzung bitte ich fortzufahren. — Den Aufsatz über die Erbfolge nach jüd. Grundsätzen habe ich erhalten und wird in den nächsten Nummern erscheinen. — Den Aufsatz über Schirndings Buch von Hrn. K—h habe ich richtig erhalten und wird nächstens abgedruckt. Die baldige Besprechung der ... Verhältnisse in der angegebenen Weise wäre mir sehr willkommen. — Die hist. Arbeit von Sal. Cassel habe ich erhalten. Eine Reinschrift, um Druckfehler zu vermeiden, wäre mir erwünscht. — Die Forts, von Phil. I. in Berlin habe ich erhalten. — Die Rezension üb. S/s Unsterblichkeit d. P. erhalten. — Der Aufsatz od. die^Recensionen, die synagogale Poesie in deutscher Sprache betretend, nächstens. — -Druck von I. H. Nagel.