Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1843)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1843-01-24
- Page
- Seite 32 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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32 (Australien) wo in Sydney auch eine „Voice of Jacob« erscheint. : Die Wiener Allg. Lheaterz. vom 12. Dec. meldet, im Vert?Veet (einem kl. pariser Blatte) sei eine lobende Ree. über D'r. ß. A. Frankls Gedicht Rachel und eine französische Hebers. der Dedication von Dlle Rachel zu lesen und in Italien werde nächstens eine he br.'Übersetzung jener Dichtung erscheinen. Die L. A. Z. vom 18. Dec. stellt die Protestationen gegen den preuß. Judengesetzentwurf mit den Angriffen auf das preuß. Ehescheidungsprojekt zusammen und lobt die Juden.wegen ihrer Eintracht und Energie. In Frankreich darf kein Jude einen dem alten Testamente entlehnten Namen (Familiennamen) führen (?). Dies gab neulich zu einer Reklamation eines H. Levistal, eines aus Hannover gebürtigen, aber seit langer Zeit in Paris ansässigen Juden, beim Staatsrathe Veranlassung. Der verst. Banquier S. L. Benedikt in Stuttgart, Mitglied der isr. Oberkirchenbehörde, hat durch Testament die isr. Waisenanstalt (die Wilhelmspflege) daselbst mit einem Legat von 5000 fl. bedacht.; Das 1840 und 1841 auch fremden Juden verliehene Recht, ' bis 1843 einen völlig unbehinderten Handel mit ausländischen Holzwaaren en gros wie en detail auf dem Dniester und Pruth gegen Erlegung des gesetzlich stipulirren Zolles zu treiben, ist von der russischen Regierung bis 1847 verlängert worden (Sp. Zeit. 20. 'Dec.). , Der Rendsburger Israel. Schule ist die erbetene Unterstützung aus der Staatskasse versagt worden. Die Schu/deputation der isr. Gemeinde zu Peine sucht einen Religions- und Elementarlehrer mit 150 Thlr. fixem Gehalte und Aufsicht auf Ertheilung von Privatunterricht. Prof. Bernstein an der Breslauer Universität, der im I. 1842 eine Reife zu gelehrten Zwecken angetreten, hat in .Rom interessante,syrische und arabische Forschungen gemacht. (Voss. Zeit, vom 22. Dec. Beilage). * * * Das Decemberheft (1842) der Biedermannschen Monatsschrift enthält den Schluß (dritten Artikel) von Dr. Fürst's Aussatz über die Gesetzgebung in den deutschen konst. Staaten in Betreff der Juden. Der Gang der Emancipationsangtlegenheit in Bai er n und W ürtemberg ist hier ausführlich dargestellt. Als ein. besonderer Akt der Toleranz wird in öffentlichen Blättern bemerkt, daß der Kirchenrath Engel in Gießen bei der Begräbnißseierlichkeit der Gattin des Oberrabbiners Levi daselbst die Leichenrede gehalten habe. * Hamburg, 9. Jan. In voriger, Woche enthielt der Hamb. Corresp. eine Erklärurg der , direkten Nachkommen des unvergeßlichen Hartwig Wessely über dieses Wischen Dichterheros ungedruckten Nachlaß. Auf eine Entschuldigung wegen der bisherigen Uürerbrechung der Fortsetzung seines Bibelkommentars folgt eine wiederholte Ansprache an das gelehrte und edelmüthige Publikum, die Beschleunigung der Herausgabe jenes Werkes durch kräftigere Unterstützung fördern zu wollen. Gewiß wird der „Orient" nicht unterlassen, jene Erklärung aufzunehmen, und so das Seinige dazu beizutragen, daß ein doppelt gutes Werk zur Ausführung komme. E. C. Berichtigung. Nach zuverlässigen mir zugekommenen Mittheilungen bin ich in den Stand gesetzt worden, die in Nr. 51 des Orients Jahrg. 1842 mitgetheilte Notiz über den pseudonymen Schriftsteller Honek zu berichtigen. Dev Or. juris Moritz Cohen in Hannover, der bereits vor 10 Jahren die treffliche Emancipationsschrift, die den Titel führt: „lieber die Lage der Juden im Königreich Hannover (Hann. -1832)", herausgegeben und auch Administrator der Samsonschen Freischule zu Wolfenbüttel ist, lebt fortwährend in Hannover seinem Berufe als Advokat und ist durchaus mit dem gegenwärtig im südlichen Deutschland sich aufhaltenden Schriftsteller Honek nicht zu verwechseln. D. Red. Ein armer Israel. Handwerksbursche aus dem Badischen hat vor'einiger Zeit die ausgelobte Prämie von 150 fl. dafür erhalten, daß er in einem Knaben in Oberndorf (im Würtemb.) einen gefürchteten Mordbrenner entdeckte. * * Die Stadt Baden-Baden (der berühmte Badeort im Großh. Baden) hat das Privilegium, daß daselbst kein Jude wohnen und Grundeigenthum besitzen darf. Indessen hat H. A. v. Rothschild aus Franks, a. M. jüngst das bisher dem Kurfürsten von Hessen gehörige Palais an jenem Orte gekauft. — Die Allg. Wiener Theaterz, vom 31. Dec. meldet aus Lemberg vom 17. Dec., daß im gräfl. Skarbekschen Theater daselbst.ein Quodlibet ,,die Feier des Wohlthuns" zum Besten der vom Kriegskommissär Schießler daselbst gegründeten ersten israelitischen Kleinkinderbewahranstalt aus Veranlassung des wackern Begründers au fge führt und zahlreich besucht worden sei. Das Missionsblatt enthält einen langen Bericht des Bischofs Alexander in Jerusatem über seine dortige Wirksamkeit während des Jahres 1842, der in Bezug auf die Judenbekehrung in jeder Rücksicht kläglich klingt. , Die L. A. Z. zehrt oder zerrt vielmehr noch immer an der Berliner Rabbinatswahl. So brachte sie (2(3. Decbr. 1842) eine Auffordernng an den Verstand, sein Verfahren bei der Wahl öffentlich mitzutheilen; außerdem (31. Dec. 1842) eine Rüge des von den Vorstehern bei der Wahl beobachteten, angeblich statutenwidrigen Handlungsweise, welche zu einer Aenderung der Gcmeindeversassung die Veranlassung geben dürfte. ' Im Kaiserthume Oesterreich soll sich die jüd. Bevölkerung jetzt auf (300,000 Seelen belaufen. ' Der berühmte Violinvirtuose Ernst, ein mährischer Jude, hat jüngst vom Könige von Hannover die goldne. Ehrcnmedaille für Kunst und Wissenschaft erhalten. Verlag von C. L. Fritzsche< Druck von I. H. Nagel.