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Der Orient · 1843-01-24 · Heft 4 (24.1.1843) · p. Seite 28

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 4 (24.1.1843)
Article
Posen: Anerkennung des edlen Grafen Putwitz
Date
1843-01-24
Page
Seite 28 (sequence 2)
Language
German
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28 len Entscheidungen abgegeben haben, und sein Amt nie- ' derzulegen Willens sein, was aber durchaus nicht räth- Lich wäre und-zum Wohle der Gemeinde unterbleiben sollte. -r- In Szwersenz ist der Sohn des Rabbiners in Schwerin zum Rabbiner gewählt worden; er soll einige wissenschaftliche Bildung haben und den Geist der Zeit kennen. Von seinem Wirkungskreis verspricht man sich mit Recht manches. — Dr. I. F r a nkel ist in M.-Friedla nd zum Rabbiner ernannt worden. — Im klebrigen werden in der Provinz recht viele Synagogen gebaut, unter denen die in Unruhestadt, KroLosch in und Gnesen besondere Auszeichnung verdienen. — Schmevrn (im Meklenburgischen), .12. Jan, Bei den großen Lücken, die sich in den statistischen Mittheilungen über die Juden und ihre Verhältnisse, vorzüglich aber bei den seltenen Mittheilungen aus unserem Lande, wird es den geehrten Lesern des Orients vielleicht nicht ohne Interesse sein, wenn ich nach zuverläßigen Quellen hier Folgendes mittheile. — Nach dem großh.-schwerinschen Slaatskalender für 1842 (S. 177) ist: „der jüdisch-geistliche Staat (?) für alle israel. Glaubensgenossen im Lande in Gemäßheit des landesherrlichen Statuts vom 5. Mai 1839" folgendermaaßen zusammengesetzt: A) Der Oberrath, zu Schwerin. Landesherrliche Commissarien: Geheim. Kanzleirath. Friedr. Chr. Müller, Schulrath Christ. Friedr. Meyer, Landesrabbiner Dr. Sam. H o ld h e i m. Mitglieder: De. Lewis Jakob- Marcus und Kaufmann A. I. Kauffmann, sammtl. zu Schwerin. Dr. Nathan Baruch Aarons, zu Güstrow. Dr.-. I. Wehrend,-zu Grevismühlen. Kaufmann L. Marcus, zu Malchin. Cassierer: Kaufmann D. M. 3!ubens, zu Schwerin. L) Landesrabbiner Dr. Sam. Holdheim, zu Schwerin. '• Nach einer andern Mittheilung des vorjährigen Staatskalenders waren folgende zur jüd.-lheologijchen Literatur (?) gehörigen Schriften im Schwerinschen 1841 erschienen: Raphael Goldsteins (Lehrers zu Penzlin) Dortrag zur Feier des fünfzigjährigen Jubiläums des Gotteshauses der israel. Gemeinde zu Penzlin, gehalten am Sabbat: Paraschat Balak 5601 (am 3. Juli 1841). (Neustrelitz und Neubrand, b. Dümmler 1841. l Uog. 8.) — S. Holdheim (Gcoßh.Landesrabb. u. Mitgl. d. isr. Oberraths zu Schwerin). Jakob und Israel. (Sabbats-) Predigt, gehalten en der Synagoge zu Schwerin (12. Dec. 1840). Schwerin, Kürschner. IG Bog. gr. 8. — Dess. Die sittliche Reinigung des Menschen. Predigt, (in Schwerin) 13. Marz 1841. Daselbst. 1 Bog. gr. 8. — Dess. Zuruf an die isr. Gemeinden in Franks, a. O. — Des isr. Geistlichen Beruf und Stellung in uns. Zeit. Predigt (in Franks, a. O.) 15. Aug. 1840. Das. 1841., IG Bog. gr. 8. Dr. Moritz Löwis (st. 1842), Rabbinats- Candid., Religionsl. u. Predigers am isr. Tempel zu Güstrow: Probe- und Antritts-Predigt. Güstrow, in Commission b. Opitz u. Comp. 1841. 3 Bog. 8. (Der Ertrag zur Gründung einer Schulbibliothek). Eine merkwürdige Literatur! Derselbe Staatskalendec enthalt über die Judengemeinden Schwerins * noch Folgendes: Nach obrigkeitlichen Zahlungen vom Herbste 1841, in Gemäßheit der Circulacverordnung vom 23. Sept. 1818, haben Boizenburg 45, Brüel 56, Neu-Bukow 79, Bützow 120, Crivitz 118, Dargun 64, Doberan 14, Dömitz 40, Gadebusch 43, Gnoien 70, Goldberg 63, Grabow 33, Grevismühlen 91, Güstrow 200, Hagenvw 81, Neu-Kalden 46, Krakow 80, Kröpelin 51, Lage 45, Lübtheen 18, Lüdz 29, Ludwigslust 97, Malchin 96, Malchow 90, Marlow 9, Neustadt 61, Parchim 100, Penzlin 67, Plau 64, Rehna 71, Ribnitz 79, Röbel 105, Rossow 14, Schwaan 60, Schwerin 310, Sravenhagen 117, Sternberg 47, Sülze 59, Test, sin 76, Teterow 113, Waren 144, Warin35, Wittenburg 31 Juden, was denn eine Totalsumme von 3231 giebt. Ich glaube, daß Sie sich mehr mit der Gemeinden - Statistik befreunden werden, als mit unserer jüdisch-theologischen Literatur, von der selbst unser Landrabbiner, trotz der reichsten Beisteuer, keine Ahnung zu haben scheint. Unser Schulwesen macht bedeutende Rückschritte , und ein früherer Mittheiler in ihrem Blatte, der von Fortschritten spricht, ist ganz im Jrrthum. Die Gemeinden unseres Großherzogthums, die Vorsteher in Schwerin miteingerechnet, stehen noch leider auf einer; solchen Stufe der Unmündigkeit, daß sie Holdheims Predigten für das einzige Große halten, was Juden für ihre Emancipation, für den Fortschritt, für ihre Literatur produciren; der einzige Gebildete hier, Hr.Dr. Marcus, der früher für die Emancipation geschrieben, ist zu indifferent, um in religiöser Beziehung selbstständig zu sein. — Müttster, 6. Jan, Ueber den seit so langer Zeit hier wirkenden Verein zur Bildung von Lehrern und Handwerkern, über welchen Ihr Blatt schon früher einen ausführlichen Bericht hatte, gibt der Westphälische- Merkur in seiner letzten Nummer einige Sätze, daß dessen Mittheilung in Ihrem Blatte wohl nicht überstüßig sein möchte, wenigstens so lange der Jahresbericht selbst Ihnen keim ausführlichere Mittheilung gestattet: Der vor Kurzem erschienene 13. und 14. B-richt über den Rheinisch-Westfälischen Verein zur Bildung von Elementar-Lehrern und zur Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden, herausgegcben vom Dirigenten Prof. Dr. Haindorf giebt folgende Notizen. In den Jahren 1841 und 1842 wurden in die Elementarlehrer - Bildungsanstalt 29 Lehramts - Aspiranten (darunter 3 Rheinländer) ausgenommen; bis jetzt sind 84 Lehrer für Rheinl. und Westph. daraus hervorgegangen. In demselben Zeiträume wurden in die Lehre ge-

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