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Der Orient · 1843-01-10 · Heft 2 (10.1.1843) · p. Seite 11

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 2 (10.1.1843)
Article
London: Unfug des Missionärs Clarke
Date
1843-01-10
Page
Seite 11 (sequence 2)
Language
German
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11 herum, und zerbrach das Glas in tausend Stücke." „Was willst Du damit", rief Clarke verwundert aus. „Mein Herr", versetzte der Hindu, „ich war ein guter, glücklicher und angesehener Mann, durch jenes Instrument aber hast Du mir mein künftiges Wohl geraubt. Durch Dich werde ich traurig und elend ins Grab steigen". Mit diesen Worten verließ der Brahmme den Saal, und bald daraus verschwand er aus der Gegend. Belgien. Geut, 1842. Wie vorurtheilsfrei man gegen die Juden in manchen Staaten verfahrt, und wie der confessiomlle Unterschied keinen Einfluß auf die Wissenschaft übt, kann folgende Auszeichnung eines jungen Israeliten in Gent beweisen. Dieser junge Mann, Marinus Levison genannt, hat nämlich vom dortigen Mumcipal- Collegium eine goldene Medaille erhalten, weil er sich, in allen Zweigen seines Studiums hervorthat. Auch ließ ihm der Stadtmaire eine Serenade spielen, und die Bewohner der Straßen,-welche an jener, wo dessen Vater wohnt, grenzen, illuminirten an jenem Abend ihre Hausen Der junge Mann ist 16 Jahre alt und ist der.einzige Israelit im Collegium. V. o. J. Deutschland. Würtemberg, 25. Dec.*) In Nr. 50 dieses Blattes sprechen sich mehrere gewichtige Stimmen gegen die Sabbatschreiberei-Erlaubniß eines gewissen provisorischen Rabbiners aus, und .besonders der geehrte Dc. Frankel in Dresden, der sich auch auf Würtemberg beruft. — In Beziehung auf Würtemberg erlaube ich mir zu berichtigen, daß die größte-Toleranz an allen unfern Lehranstalten herrscht. Im Gymnasium Stuttgarts steht es dem Zögling jeder Confession frei, an seinen Fest- und Feiertagen die Klasse zu besuchen oder nicht, die jüdischen Gymnasiasten besuchen die Synagoge am Sabbat regelmäßig, da sie fast alle beim Chor Mitwirken, und wer von Bildung und Gefühl wollte die Kanzel-Vorträge unsres Kirchenraths Mayer versäumen? — Katholiken und Juden frequenticen den allgemeinen Religionsunterricht im Gymnasium nicht, den Juden ertheilt Herr Kirchenrath, Rabbiner Mayer Unterricht in der Religion, erlaubt aber nicht in demselben am Sabbat zu schreiben. Von dem merkwürdigen Fund im Talmud weiß nur der provisorische Landrabbiner. Bei der Einweihung des Waisenhauses in Eßlingen, der in Nr. 50. d. B. Erwähnung geschieht, mußte man leider, durch Unpäßlichkeit vom Kommen abgehalten, die Anwesenheit des Hrn. Kirchenraths Mayer vermissen *) Den Anschluß ‘für das LB. habe ich nicht gesunden. Red und gewiß hätte seine Rede das Fest verschönt, wie die trefflichen Reden des Vorstehers der Anstalt, Dr. Dreifuß, und des Sekretairs, Assessor Dr. Weil. Sobald bei*- Rechenschaftsbericht der Waisenanstalt, dem wahrscheinlich beide Reden beigedruckt werden, erscheint, werde ich sie Ihnen zur eignen Beurtheilung zu übermachen die Ehre haben. In den Reden wurde besonders des weiland Seligmann Benedikt aus Stuttgart und des weiland Hirsch Gutmann aus Oberdorf, welche die Anstatt reich beschenkt, rühmlichst erwähnt. — Für die Wahrheit des Berichts über die Feier des 9. 'Ab in Jerusalem bürgt uns die gleichlautende Erzählung des Rabbi Aaron Selig Askenasi aus Jerusalem, der ■ kürzlich im Rabbinate Oberdorf zur Erbauung eines Bet- und Lehchauses in, Jerusalem milde Gaben sammelte. Die gewinnende Persönlichkeit des Sammlers, die gewichtige Protektion unseres hochwürdigen Rabbiners Gabriel Adler, haben einen glücklichen Erfolg für .die Collekte herbeigesührt. Möchten noch mehr wahrheitgetreue Berichte über Jerusalem u. das heilige Land auch von Nichtjuden in den Spalten dieser Blätter erscheinen und wären sie auch von Missionären. Solche Berichte erfreuen mehr als die Missionsberichte Lilienthals in der Judenzeitunq, die noch kein anderes Resultat berichtet, als den grenzenlosen, prahlenden Egoismus. Endlich haben wir einen Schlüssel zu der problematischen Sendung Lilienthals gefunden. Der schwäbische. Merkur vom 24. Dec. berichtet „über die neue Verordnung hinsichtlich der Militärpflicht der Juden in Polen." Am Schlüsse des Berichtes sagt er: „Sie wissen, — die Juden — worauf es ankommt, und stimmen Klagelieder an, besonders da, wie sie versichern, jeder Jude dadurch von der Militärpflicht befreit wird, sobald er sich taufen läßt und die griechische Religion annimmt.Dr. Lilienthals Mission ist keine bess sere und was seiner Ueberredungsgabe nicht gelingt, muß die Militärpflichtsentbindung vollends ausführen. Dem Vernehmen nach sollen einige würtembergische Rabbiner um ein Gutachten in der Geigerschen Streitsache, Lehrfreiheit des Rabbiner betreffend, angegangen worden sein. Berlin 2. Jan. (Ein Wort über die Rabbinerwnhl.) Freudig sehen wir der Zeit entgegen, die unsre Gemeinde dem traurigen Zustande der Auflösung drohenden Anarchie entreißen, und — Dank sei es den uneigennützigen, eifrigen Bemühungen unsres wackern Vorstandes — in der Person des vielbewährten Dr. Frankel uns ein religiöses Oberhaupt an die Spitze stellen wird, dessen jüdisch-theologischen Kenntnisse mit tiefer, gründlicher Gelehrsamkeit und praktischem Blicke vereint sind) dessen liberale Gesinnung die Ansprüche des religiösen Gemüthes eben so wie die-der Denkfreiheit achtend, in seinem Wirkungskreise überall versöhnend, nirgend spaltend und friedliche Verhältnisse zerreißend auftrat z der energisch in Vertheidigung unsrer Rechte und uns- 2 *

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