Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1843)
- Article
- Smyrna [Nachricht]
- Date
- 1843-01-03
- Page
- Seite 4 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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O t i e ti t. SmyvNlr, 9. Aug. (V. o. I.) Die Hamburger Gemeinde hat an die Hm. Isaak Pincherle u. Comp. 4?. 41, ÖS, 7d geschickt, mit der Bestimmung, sie zur Errichtung einer- Synagoge in Smyrna zu verwenden, da sich aber zu-diesem Zwecke kein anderes Kapital mehr vorsindet, und diese Summe allein nicht hinreichend ist, so ist auch das Geld noch Niemandem zugewiesen. Nen-Seelllnd. (V. o. J.) Herr Abraham Hort schiffte sich mit seiner Familie und einem jungen Manne, der Schochet, Mohel und Chasan ist, nach diesem Eilande ein. Ein Hauptgegenstand, den Hc. Hort bei dieser seiner Reise beabsichtigte, ist eine Auswanderung englischer Juden zu erleichtern; da Wiele sich nur darum dagegen strauben, weil es ihnen unmöglich wird, den Religionspflichten in den Colonien zu genügen. Niederland. Amsterdam, 22. Sptbr. 1842. Die rühmlich bekannten Uebersetzer des Machafor ins Holländische, die auch als hebräische Dichter bekannten M. I. Polak und G. I. Polak, haben so eben bei der Vollendung des erwähnten Machafors in 9 'Banden von dem Könige der Franzosen, Louis Philipp I., eine goldne Medaille erhalten, wo auf der Einen Seite Louis -Philippe. L.Roi de Francais. Donne par le Roi a MM. G. I. et M. I. Polak. 1842 steht. Diesem ehrenden Geschenke war folgendes Schreiben beigefügt: ^Messieurs, Vos deux derniers volumes de poesies hebraiques, traduites en langue Necrlandaise, ont ete niis sous Jes yeux da Roi. Sa Mojeste, qui ne les a pas agrees avec moins d^interct que les premievs, n\a5 charge, Messieurs, de vous remercier de cefcte nouvelle attention. Pour mieux vous temoigner qu’EIle apprecie vos patientes etudes, et la constance de vos effores, Eile vous a destirie la medaille a l’effigLe Royale, que j’ai Thonneur de vous remettre, de sa part. Veuiilez agreer, Messieurs, ir’assuranee de ma consideration tres distinguee. Le Secretaire du Cabinet Camille Farn.“ Liegt es auch nicht im Plan Ihres Blattes, dergleichen Ehrenbezeugungen zu gedenken, so glauben wir, daß Sie in diesem Falle eine Ausnahme machen werden, da es für ein Werk geschah, das auf dem Gebiete der Uebersetzungsliteratur der Juden stets rühmlich gedacht werden wird.- Die treffliche literar-historische Vorrede werden Sie gewiß selbst im Literaturblatte besprechen. Deutschland. Hamdltvg, 20. December. (Wochenbericht über jüdische Verhältnisse. 13 — 20. Decbr.). Die Befugniß zur Erwerbung von Grundeigenthum in allen Theilen der Stadt und des Landgebietes, welche den hamburgischen Juden am 1. Decbr. d. I. ertheilt worden ist, wird beinahe von allen größeren Blättern Deutschlands (der L. A. Z., der A. A. Z. und besonders in der Rhein. Zeit, vom 14. Dec.) besprochen. Von allen Seiten erkennt man die schwierige Lage dec Hamb. Finanzen als das eigentliche Motiv weniger des Gesetzentwurfes als der unverhofften Uebereinstimmung der gesetzgebenden Körperschaften an. Mit Recht weist die Rhein. Zeit, darauf hin, daß erst die Aufhebung des Zunftzwanges als der erste wahrhafte Schritt zur Emancipation würde begrüßt werden können. — Bis dahin dürfte sich wohl die jetzt noch in vollem Fluß begriffene Debatte über die religiöse und bürgerliche Stellung der Juden im Hamb. Freistaate mehr als Versuch einer gegenseitigen Verständigung, denn als ein probates Mittel zur Erlangung weiterer Zugeständnisse erweisen. Diese Verständigung bezweckt der Gegner des Herrn V. (—h) in der letzten Hälfte seiner Erwiederung und in noch größerem Maaße ein erst am 14. d. M. gleichfalls in den N. Hamb. Bl. begonnener Aufsatz des H. Dr. Rieffer, der durch den Charakter der Offenheit und wahren Loyalität, den er gleich anfangs an sich tragt, von vorn herein für das Raisonnement des Vers, günstig stimmen muß. Es bleibt jedenfalls eine interessante Erscheinung, daß gerade in den vaterstädtischen Blättern Hamburgs und Lübecks die Judenftage so oft und so lebhaft erörtert wird. Wie Herr Dr. Riesser den gegenwärtigen Jahrgang der N. Lüb. Bl. mit seinem trefflichen Plaidoyer für die Juden gegen den Angriff des Dr. Av6 Lallemant ecöffnete, so wird er auf würdige Weise mit ähnlichen Argumenten denselben Jahrgang der N. Hamb. Bl. beschließen. Nicht zu vergessen ist auch, daß das Beispiel Hamburgs gerade jetzt für Lübeck wohlthätig und fruchtbar zu wirken verspricht. — Aber auch den Verhältnissen der Juden in Preußen wendet Riesser noch immer die gebührende Aufmerksamkeit zu; dafür zeugt seine vor wenigen Tagen erschienene Brochüre: „Besorgnisse und Hoffnungen für die künftige Stellung der Juden in Preußen. Von G. Riesser". Hamburg, bei B. S. Berendsohn. 1842. VI. 66 S. 8. Ich werde im Literaturblatte des „Orients" auf diese inhaltreiche Schrift noch besonders zurückkommen. —- Leider ist fast gleichzeitig die Hoffnung auf eine lichtere Zukunft der preuß. Juden durch ein vor Kurzem in Folge einer Kabinetsordre erlassenes Ministerialrescript grausam zerstört worden, welches die Juden in Rheinpreusien der Zulafsungsfähigkeit zur Auskultatur, Referendariat und zur Advokatur beraubt (vgl. Rhein. Zeit.