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Der Orient · 1841-12-18 · Heft 51 (18.12.1841) · p. Seite 318

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 51 (18.12.1841)
Article
Kahira: Jahrestag der Gründung der dortigen jüdischen Schulen ...
Date
1841-12-18
Page
Seite 318 (sequence 2)
Language
German
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318 Wendungen nicht umgekehrt. Der größte Theil unter ihnen hat mit Leichtigkeit das Französische gelesen. Me haben an der Tafel gezeigt, daß sie mit den vier-ersten Regeln der Arithmetik vertraut sind. Im Allgemeinen Hot man bei diesen Kindern die besten Anlagen bemerkt. Die Vertheilung der Preise, welche in Silber-Medaillen und Büchern bestanden, folgte der Prüfung der Knaben und Mädchen: die letzteren, nicht weniger unterrichtet als ihre Wetteiferer des andern Geschlechts, zeigten ihre schönen Stickarbeiten, welche von den Kennern bewundert wurden. Die Comüe-Mikgtteder waren mit der Prüfung in allen ihren Theilen sehr befriedigt, befriedigter noch mit der äußerlichen Sauberkeit der Kinder und mit der guten Haltung der Schule. Mit Vergnügen haben sie unter den Personen, welche diese Feierlichkeit mit ihrer Gegenwart beehrten, Familienvater gesehen, die, obgleich dem israelitischen Culrus fremd, dennoch ihren Wunsch zu erkennen gaben, ihren Kindern die Theilnahme am täglichen Unterrichte zu gestatten. Dieser Geist scheint uns von einer glücklichen Vorbedeutung. — Ein Belobungsschreiben , welches die Inspektoren dem Hrn. Jacob Add a, dem Präsidenten des israelitischen Comite's, und dem §tn. Lazzetto, dem ersten Professor und Directer der Schulen, ettheilt haben, sagt unter anderem: Es wird sehr nützlich fein, daß man sich mit der physischen Erziehung der Kinder befasse: Zu diesem Zwecke sollte eine Stunde täglich den gymnastischen Uebungen geweihet sein; dieses wird ein herrliches Mittel sein, sie geschmeidiger, beweglicher zu machen, ihren trübgestimmten Geiste eine gewisse Heiterkeit zu schenken und ihre schwächliche Körperbeschaffenheit zu stärken. Im Allgemeinen wandelt das -jüdische Volk in der Hauptstadt Egyptens auf dem Wege des Fortschrittes; seine Anlagen sind solcher Art, daß es nur der Beharrlichkeit in einem solchen Unternehmen bedarf." Der 13. September wurde zur Prüfung der Schüler im Hebräischen bestimmt; diese Prüfung, welcher sämmrliche Comite-Mitglieder, die Inspektoren und die ausgezeichnetsten Juden des Landes beiwohnten, hat die merkwürdigsten Resultate dargeboten. Die Absingung eines hebräischen Psalms, deren Musik von dem Gesanglehrer componirt war, beschloß die Prüfung. Alle Anwesenden bezeugten ihren Beifall und ihre Zufriedenheit. —- Also entwickelt sich ein Institut, welches die Syrnpctthiem der Juden des Abendlandes m der Ferne erhalten und welches auf die Zukunft einer zahlreichen Bevölkerung von großem Einflüsse sein dürste. Hc. Eremieux hat auf die edlen Gaben seiner Glaubensbrüder gerechnet und mit Edelmuth haben sie auf seinen Ruf geantwortet. Die Unterstützung einer durch ihr Glück mächtigen und immer zu guten Werken bereiten Familie, Hai auch nicht ermangelt, diese jüdische Schöpfung auf so fernem Boden mit väterlicher Sorge zu schirmen- Arch. Jsr. Deutschland. Hamburg 5. December. (Eingesandt.) Unter den vielen hier bestehenden wohlthatrgen Instituten zeichnet sich besonders die israelitische Armenschule Talmud Tora in Hinsicht der Leistungen aus. Der Hauptzweck einer jeden Volksschule ist bekanntlich, die religiöse Bildung der Jugend; zugleich bedürfen die Zöglinge auch eines solchen Unterrichts in andern nöthigen Kenntnissen, daß dieselben nach zurückgelegten Schuljahren sich jeder Branche widmen können, und beides ist bereits in diesem Institut durch gute Verwaltung erreicht. Seit dem Amtsantritt Sr. Wohl-Ehrwürden des Herrn Jsaac Bernays als Ephorus, hat die Schule verbesserte Einrichtungen erhalten; es sind tüchtige Lehrer für das Hebräische eingestellt, nicht minder aber wird für deutschen Unterricht gesorgt, dieser ist einem Candidaten rey. Minist, und anderen geprüften Lehrern übertragen, und diese neuen Einrichtungen haben die besten Resultate geliefert. In großen Handlungshäusern bekleiden ehemalige Zöglinge dieser Schule die ersten Stellen, ferner sind viele Lehrer darin gebildet worden, die bereits in den größten Städten Europas Anstellungen erhielten, und von denen einige dem Eandidaten-Stand angehöcen. Auch in Mektendurg, wo keine fremden jüdischen Lehrer angestellt werden dürfen, besagt eine spätere Eoncessi'on, daß frühere Schüler der Talmud Tora- Schule, mit Zeugniß des Herrn Jsaac Bernays versehen, eine Ausnahme gestatten, demzufolge bereits zwei junge Leute aus genannter Schule in einer Gemeinde dieses Landes zu Lehrern berufen wurden. Der Religions-Unterricht ist wahrlich so vorzüglich und von solcher Einwirkung, daß viele in dieser Schule ausgebildete Handlungsdiener schon vor acht Jahren einen Verein bildeten, in welchem wöchentlich sechs Stunden Bibel, Talmud und hebr. Geschichte mit verschiedenen Commentacen von einem anerkannten würdigen Lehrer vorgetragen werden, und der heute noch wie damals zahlreich besucht wird. Bei der guten Verwaltung dieser Schule bleibt nur zu wünschen übrig, daß dieselbe mit einer Pensions-Anstalt verbunden werde, damit auch die auswärtige Jugend Gelegenheit habe, aus diesem wirkungsreichen Segensquell zu schöpfen. ~ p — Breslau, im Decbr. In diesen Tagen ist hier bei Untersuchung der Frage, ob und wie weit die Staatsbehörden die jüdischen Gemeindeangelegenheiten zu beaufsichtigen und zu schützen haben, eine Principienfrcrge von hoher Wichtigkeit zur Sprache gekommen. Bis zum Jahr 1823 nämlich, also noch elf Jahre nach Emanation des Edicts vom 11. Marz 1812, haben die kirchlichen und Gemeindeangelegenheiren der Juden in Preußen unter specieller Aufsicht der Staatsbehörden gestanden; ihre Gemeindevorsteher, Rabbiner und sonstige Beamten wurden von denselben bestätigt, das Gemeindekassenwesen controlirt und geordnet, säumige Contribuentm durch Execution zur Zahlung ihrer Gemeindeabgaben angehaltenu. dergl. Erst im Jahr 1823 wurde durch Verfügungen des Ministeriums des Innern (vom 14. Febr., 14. März, 24. Jun. und 10.

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