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Der Orient · 1841-12-11 · 50 (11.12.1841) · p. Spalte 783-784

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
50 (11.12.1841)
Article
Geschichte und Arten der (alt-) hebräischen Poesie
Date
1841-12-11
Page
Spalte 783-784 (sequence 2)
Language
German
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783 784 Geschichte der althebr. Poesie. Lit. Anzeigen. alle diese Kunstdichtungen müßten bei jedem nicht'nachahmenden Volke auf gleiche Weise und in gleicher Vollendung sich ausbilden , da die Geschichte vielmehr lehrt, daß nur die Griechen und die Inder mit ursprünglicher Kraft die ganze Bewegung der Dichtung in allen Stufen und Richtungen bis zum Gipfel verfolgt haben. Manches Volk ist dagegen'zwar ziemlich weit im Laufe der Dichtung gekommen, steht sogar im Begriff die Dichtung als höhere Kunst zu üben, ohne doch alle Arten von Kunstdichtungen zu erreichen oder auch nur zu versuchen; das vollendete Drama erreichten sehr wenige Völker und die Bildüngszeit des Epos haben viele übersprungen. Zwar behauptet eine gewöhnliche Meinung, epische Poesie sei wie bei den Griechen so bei allen Völkern die älteste und einfachste. Allein wenn bei gewissen Völkern die epische Poesie früher als die lyrische niedergeschrieben wird, so folgt daraus nicht, daß diese auch den letzten Anfängen nach spater entstehe als jene; vielmehr können da die letzten Anfänge Lyrischer Poesie für die Später» fast spurlos verschwunden sein, wahrend die in heroischer Zeit aufs höchste ausgebildete epische zuerst.als sehr bedeutend geworden in das volle Licht der Geschichte tritt. So mögen die ältesten lyrischen Lieder der Griechen alle verloren gegangen sein, wahrend sie bei den Indern, deren Poesie doch sonst einen der griechischen sehr ähnlichen Gang durchlaufen hat, aus besonder» Ursachen in den Vedas erhalten sind. Aber es gibt auch Völker, denen epische Poesie gänzlich fremd geblieben ist, obwohl Poesie überhaupt keinem fremd bleibt; sogar Völkern von übrigens sehr ausgebildeter Poesie kann sie fehlen, welches doch unmöglich wäre, wenn sie wirklich die nächste Art von Poesie sein müßte. Die semitischen Völker gehören dahin; und unstreitig ist es von vorn herein eine merkwürdige Erscheinung, daß epische Poesie diesen in demselben Grade fehlt in welchem sie die indogermanischen Völker aus zeichnet. (Beschluß folgt.) - Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen, [109.^ Bei I. A. Barth in Leipzig ist so eben erschienen, und durch alle BuchhandLungen zu beziehen: d n n yv iVlu’oii ben Elia’s aus UTikomedien des Kar ä e v s System de r Religionsphilosoplüe ans einem zu Constantinöp el geschriebenen Codex der Stadt-Bibiothek zu Leipzig, mit Vergleichung eines andern der KönigL Bibliothek zu München, Auch unter dem allgemeinen Titel: Anekdota zur Geschichte der mittelalterlichen Scholastik unter Juden und üloslemen. Aus hebräischen und arabischen Handschriften der Sladt- und Universitäts-Bibliothek zu Leipzig, der Königliehen Bibliotheken zu Dresden und München und , der Waisenhausbibliothek zu Halle, he rausgegeben vun nebst einem dazu gehörigen einleiienden Tracta.t Fr an» Iß elit # s ch. des Rar der s Rateiß Jübfoa Afondopolo zum ersten Mal herausgegeben mul durch Anmerkungen, Indices und Excurse, zum Tlieil von M. Steinschneider. so "wie durch'-reichhaltige Exeerpte aus arabischen Handschriften mehrerer Bibliotheken, betreffend die Geschichte der Philosophie unter den Muhammedanern, - sprachlich, kritisch und, geschichtlich erläutert von Franz Belitzscli. [109] So eben erschien bei Ludwig Schreck in Leipzig-. Die Befrchneidung der Jsvaeliteir und ihre Nachbehandlung, in operativer und ritualer Hinsicht behandelt von E. Collin, Wundarzt zu Dresden. Mit 1 Kupfertafel, br. 10 Ngr. [ito.] Auswärtigen Eltern, welche ihre Söhne hier auf eine Schule zu schicken geneigt sind, zur Nachricht, daß Einen Pensionär zu Ostern 1842 entnehmen kann . Leipzig. Dr. Julius Fürst. Verlag von C. L, F ritz sch e. Druck von % H. Nag el.

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