Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1841-12-11 · 50 (11.12.1841) · p. Spalte 779-780

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
50 (11.12.1841)
Article
Oliger Pauli
Date
1841-12-11
Page
Spalte 779-780 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8555529-9897381-9897518-2366903--1911-2366939
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

779 780 Analekten. Bemerkung. Berichtigungen. Biographische Notizen. nommen, wurde durch die Verehrung, die ihm bewiesen wurde, immer eingebildeter, und hörte vor allem gern, daß seine Schriften in Aestim wären, welche er, weil er bemittelt, an allerlei Volk »veggcschickt, die aber meist zu Maculatur verbraucht worden. Er ist sonst von vornehmer Familie, und ist vor einigen Jahren wieder nach Kopenhagen gegangen, wo er Weib «nd Kind hat, und alle seine Anhänger sind von ihm abgefallen." Mehr siadet man in Schudt's jüdischen Denkwürdigkeiten LH. I. S. 537. 551 ff. * ' . * Bemerkung. Kürzlich wurde in diesem Blatte versucht, zu beweisen, daß unter 'TOD Obad. 20 die Krim zu verstehen sei, und als beste Stütze dafür eine Keilmschrift erwähnt , in welcher Bournuf und Lassen zwischen Kappadokien und Griechenland ein £parad gefunden hätten. Wie ungenügend dieser Beweis sek, fühlt Jeder, der weiß, wie wenig die fern davon im N. O. liegende Krim sich eigene, die Lücke zwischen Kappadokien und Griechenland auszufüllen. Sollten das nicht weit eher die Sporaden können, die Inselgruppe an dev Küste von Kleinasien? Daß sehr früh Hebräer nach Jawan gebracht wurden, sagt Joel 4, 6. Was aber von Iawan d. i. Ionien dort gesagt ist, gilt natürlich auch von den unmittelbar davor liegenden sein Sporaden. Ja, es ist möglich, da sowohl Joel als Obadla 1. 1. von weggeführten Einwohnern Jerusalems spricht, daß Leide von einem und demselben Factum reden. Nur ist freilich nachzuweisen, daß der Name der Sporaden in die Zeit des Obadia hinaufreicht. L. Herzfeld. * + * Berichtigungen. Die oben LB. des Or. Nr. 43 bei Erklärung der Nachschrift HI. Anm. 7 unerklärt gelassene Abbreviatur jnrrn ist ‘JVD urun nn > der erste Theil etwa nach Dt. 32, 12, der letzte' nach Ps. 139, 24. Diese Abbreviatur kommt wie es scheint vorzüglich als Wunsch- Formel bei lebenden Personen vor, namentlich in Nachschriften, wie das gewöhnlichere häufiger jedoch kommt die kürzere Formel rn d. h. ünn v> nn vor. — Ueber die schwierige Zahlenarigabe Nomn (W. Nr. 45, Nachschr. VI. Anm. 14) möchte ich hier die nicht unwahrscheinliche Erklärung eines jungen Talmudisten (I. Lewy in Pr.) mittheilen, daß es rj*px P]iD inn zu lesen sei, welches die Zahl 1240 giebt, und in diesem Falle, wo *]1D hinzugefügt wurde, ist es möglich, daß Tausend so geschrieben wurde. — Die Bemerkung (LB. a. a. O. S. 661 Anm. 12), daß die Diction ULNxQ DlpD ptnOQ DHD aus Bediraschi's jmi nwp genommen sei, wird auch noch dadurch nicht entkräftet, daß es ein Bibelvers ist, da die ganze Diction auf eine Nachah, mung dieses beliebten Dichters Hinweis:. — In den biographischen Notizen LB. d. Or. Nr. 44 Anm. 13, wo ich den Ausdruck „willkührlicheEhescheidung" bei Gerschom nicht verstanden, bin ich jetzt eines bessern belehrt worden. Rabbenu Gerschom hat auch nfTP tyD EM aufgehoben und nicht blos den und somit hätte Hr. Dr. Carmoly ganz recht. — Fortsetzung der biographischen Notizen von Dr. Earmoly (LB. Nr. 44 Md 45). 6. ZacharjaSefardi (nnOO rrot), ein wenig bekannter aber sehr gelehrter Schriftsteller, blühete in Spanien gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Bon den vielen Wecken, deren Verfasser er ist, kam mir nur eins in die Hände, nämlich das, welches den Namen führt und sich handschriftlich auf der königlichen Bibliothek zu Paris (an. fonds n. 274) findet. Dieses Werk handelt über Kabbala, über den Namen Gottes, über die 10 Schrot. Nach dem was der Verf. in seiner Vorrede sagt, scheint es, daß er diese Schrift 1291 verfaßt, und daß er während eines Zeitraumes von 20 Jahren noch viele andere Werke über diesen Stoff geschrieben. Er sagt nämlich in der Vorrede: Wisse, daß ich schon viele Bücher über diese Wissenschaft verfaßt, es sind bereits 20 Jahre her, nämlich seit 5031 (1271). Die vorzüglichsten sind: fejtOTl UN, p, pETO “IDD, "©DH D1D. Der Verf. des Sifte Jeschenim spricht weder von Zacharja noch von dessen Werke, aber Bartolocci in seiner rabbinischen Bibliothek (11. p. 817) citirt einen solchen, aber unvollständig und unrichtig. — 7. Eliöser aus Metz (so von seinem Geburtsorte benannt), war ein berühmter Casuist, der in Mainz blühete, wo er 1238 in einem vorgerückten Alter starb. Als Schüler des berühmten Jacob Tam hatte er seit seiner Jugend ein großes Ansehen, so daß später aus seiner Schule sehr viele berühmte Männer hervorgingen. Seine Lectionen sind aber nie redigirt worden; denn man besitzt von ihm nur ein einziges Werk, welches den Titel D\\ry> ->2O führt. Es ist eine merkwürdige Arbeit über das mosaische Gesetz, nach den 613 Grundverboten, ekngetheilt. Die Ausgabe, welche man in Venedig 1566 und in Krakau 1612 veranstaltete, ist nur rin schlechter Auszug aus dem großen Werke Elieser's, welches Benjamin Ben Jechiel anfertigt und Samuel Algasi aus Candien erläutert hatte. Das vollständige Werk liegt in der köm'gl. Bibl. zu Paris, (an. fonds 183). — 8. Isaak 6. Salomo ein den Bibliographen entgangener Dichter, ist Verfasser von einigen SynagogenLiedern - unter andern von einer ni'p über eine Judenverfolgung im Jahre 1330, von welcher er Augenzeuge war. Dieses Trauerlied beginnt mit dem Vers ijn MJ? HNn 4 "Din. — 9. Ahron Antonius, ein gelehrter portugiesischer Rabbiner in Amsterdam, ist Verfasser zweier jetzt noch nicht edirten Werke, welche ich (Carmoly) besitze. Das erste, ein Comrmntar über Pirke Abot, ist ein schönes Autograph in Folio, in Naerdm im Jahre 1728 gegeschrieben und 242 Blätter umfassend. Das zweite, welches pHN HIOD ")DD heißt und von einer fremden Hand mit Noten des Verfassers geschrieben ist, enthält Rechtsgutachten, aus der Correspondenz mit den Nabbinen seiner Zeit vorzüglich mit dem gelehrten Deutz und mit Zehn da Meter während seines Amtes in Cleve entstanden. In einer der Decisionen des letztern, die schon vorn m der Selichot Ausgabe mit dem Commentar ‘YODEn erschienen, citirt der Autor seinen Großvater dieses Namensder in Bingen Rabbiner war; in einer andern von Deutz, macht Meler unserm Ahron viele Compli-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.