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Der Orient · 1841-12-11 · 50 (11.12.1841) · p. Spalte 777-778

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
50 (11.12.1841)
Article
Jüdische Sprachwissenschaft
Date
1841-12-11
Page
Spalte 777-778 (sequence 1)
Language
German
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777 778 Jüdische Sprachwissenschaft. Winer's Grammatik. Analekten. dem Plane des Vers, gar nicht gelegen, in ritualer Beziehung vollständig. zu sein. Die Stemdrucktafel ist gutt Wir können dieses Büchlein mit Vergnügen, denjenigen Laien empfehlen, die trotz, ihrer Orthodoxie doch keinen Ruhm darin suchen, so wenig als möglich unterrichtet zu sein. — Nun kommen wir bald wieder zu der Abhandlung von De. Joseph Bergson zurück, dessen fortgesetzte Mittheilung ich nun bald erwarte. — (Fortsetzung folgt.) Jüdische Sprachwissenschaft. Aramäische Grammatik. (Schluß.) Bei dem Personalpronomen (§. 8) werden nur die gangbarsten und gebräuchlichsten Formen mitgetheilt; aber gerade bei den Redetheilen sollten nicht blos zugleich die seltenen, sondern auch die verkürzten und verstümmelten ralwudischen Formen einen Platz finden, wenn sie nur aus dem Aramäischen geflossen. So fehlt bei &0N/ ich, die durch Aphaeresis im Talmud entstandene Form fcp (j. Sanh. c. 6 Hat. 6.), das. auch und ich, unrichtig aber rechnet Blücher (S. 68) dahin da dort ik nur für steht, wie W im Hebräischen. Beim Pl. fehlt die Form p^, wir, die sich im Talmud findet, und. die daraus verkürzte p, daher auch pp für p^p denn wir. Zu pjk, fUK gehört die Bemerkung, daß die aufgelöste Form den spatem Targumim eigen ist, und daß die Pausalform jp^ auch oft vorkommt. 3iHD/er, gehören durchaus die den Nachdruck bezeichnenden Formen 1) 2) (-Wi*) 5 3) •’irrO) 4) die nicht zu den Demonstrativen zu zählen sind, da sie nicht mehr demonstrativ sind als selber. Diese vier Formen reduciren sich etymologisch auf zwei, denn und find nur contrahirte Formen aus und -np, und selbst die zu T\ hinzugefügten Ansatzsylben p verschmelzen in eins, wenn man bedenkt, daß p nur eine dnrch Versetzung eines Nasals'erweiterte Form des ist. Auch schon der Consequenz wegen hätten diese Formen erwähnt werden müssen, da der Pl. paa (p^) (]PD) erwähnt, der doch durch gebildet ist. Denn der ursprüngliche Pl. von ist pfi, von 7p| ist pn7 und diese mit oder p zusammengesetzt aiebt zusammengezogen pZtzk, pwX zusammengezogen 'ober pHp, ppp, nur wird bei letzterem das Schluß-Nun apocopirt, so daß und ipp bleibt. Was die Form betrifft, so ist'noch zu bemerken, daß sie auch im j. Talmud (j. Baba Batra c„ 10. 1.) vorkommt. In Bezug auf die Sufsixa der Nomina Din, pp, welche auch bei > gebraucht werden , als nnrp>, ' |Vr6, 5ji die Contractio'n in oder die apocopirte Form )p^> zu merken, welche Formen hier nicht erwähnt werden.' Andere Arten Verkürzungen siehe bei Blücher. Bei den Demonstrativ- Formen (§. 9) fehlt bei fem. das dem p^ parallel, und pp und stehen unrichtig unter Dingular, da jenes'Pl. von n dieses Pl. von pp ist. Die talmudischen Formen stehen Lehrg. h. 200—2. Was §. 10 und 11 über das Verbum zusammengestellt, ist mit Fleiß und Umsicht gesammelt, obgleich auch hier nur die^wöhnlichen Erscheinungen erwähnt sind. Dasselbe ist der Fall mit den reichen Bemerkungen von §. 12—26, wo die targumischm Formen ausführlich angegeben sind, ohne aber auf die daraus entstandenen talmudischen Rücksicht zu nehmen. Auf die Nominalfocmenlehre und die Syntax komme ich nächstens zu sprechen. An a l eS t eit* Öliger Pauli. Durch eine günstige Fügung der Umstände bin ich in Besitz von acht schön geschriebenen Quartbänden gekommen, welche die psychologisch und kirchengeschichtlich höchst interessanten Akten der zu Anfang des vorigen Jahrhunderts zu Amsterdam bestandenen gichtel - Überfeld i schm Engelbrüdergesellschaft enthalten. Ein darin befindlicher Brief, datirt Amsterdam den 3. Jan. 1710, giebt uns eine nicht unwichtige Notiz über den berüchtigten Schwärmer Öliger Pauli, geb. 1644 zu Kopenhagen, der für die Geschichte der jüdischen Gemeinde Amsterdams deshalb merkwürdig ist, weil er unter ihr lange sein Wesen trieb, sich den König der Juden und den Vorläufer des Messias nannte, und, vom Christen- Ihum abgefallen, mehr dm Namen eines jüdischen als eines christlichen Schwärmers verdient. Jener Brief besagt von ihm Folgendes: „Ich erinnere mich eines Namens Öliger Pauli, aus Kopenhagen gebürtig, welcher einige Jahre hier gewohnt und viel Bücher von der Judenbekehrung geschrieben, worin lauter Inspirationen und Gesichte Vorkommen. In der Erst war er noch einfältig; als er aber bekannt wurde, wollte er haben, daß seine Dinge jedermann approbiren sollte, trieb es auch so stark, daß man ihn mußte einsperhen lassen. Er sagte öffentlich, daß er seinen Kopf dabei aufsetzen wollte, wo sich nicht wahr machen würde, was ihm Gott geoffenbart hätte: die Zeit der Prophezeiungen sind vorbeigelaufen, und die Personen, welche das Werk ausführen sollten, sind zum Thell todt. Er hatte einen Befehl von Gottes wegen an Könige und Fürsten, der Geist dictirte ihm vieles, und es ist doch nichts daraus geworden. Wer seine Bücher liest, der findet, wie oft ihm Moses, Abraham, David rc. erschienen sind und was sie mit ihm geredet haben. Er war für sich selbst einge-

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