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Der Orient · 1841-12-04 · 49 (4.12.1841) · p. Spalte 767-768

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
49 (4.12.1841)
Article
[Nachricht]
Date
1841-12-04
Page
Spalte 767-768 (sequence 1)
Language
German
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767 Lil. Anzeigen. 768 Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische ,und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Ankündigung und Einladung zur Subskription. Moses Mendelssohn s sammttiche Schriften. Nach den Originalabdrücken und aus Handschriften .herausgegeben von Pros. Dr. G. V. Mendelssohn. Sieben Bände. Gr. 12. Auf feinem Velinpapier. Geh. Preis höchstens 6 Thaler. Leipzig, bei F. A. B r o ck h a u s. Es ist eine Ekgenthümlichkeit der Gegenwart, daß sich ein reges Streben entwickelt und bethätigt, die geistige Errungenschaft früherer Perioden aufs neue mit Liebe und sorgfältigem Eifer zum Bewußtsein zu bringen und mit dankbarer Anerkennung die Bestrebungen unserer Vorfahren zu betrachten, während gerade jetzt ein rüstiges Ringen in allen Richtungen geistiger Thatigkeit unverkennbar sich kundgibt. So ist die erneuere Theilnahme an der Lebendigen Vergangenheit, welche sich auch in würdigen Ausgaben der Werke ausgezeichneter Geister erweist/, nicht ans kränklichem Verzichten auf eigene Thätigkeit hervorgegangen, sondern sie ist die natürliche Folge der Lebhaften Ueberzeugung, daß der liebevolle Eifer für die Erneuerung der Meisterwerke des 18. Jahrhunderts nicht ohne Segen für die Gegenwart bleiben könne. Während uns Lessing's Werke durch die Sorgfalt eines angesehenen Gelehrten in würdiger Weise erneuert gegeben sind, hat die Unterzeichnete Verlagshandlung die angenehme Pflicht, dem Publicum eine Gesammtausgabe von den Schriften Moses Mendelös ohns anzukündl'gen. Wie edel, wie in jeder sittlichen und intellectuellen Beziehung der Freundschaft Lessing's würdig, wie segensreich sein Wirken zunächst zwar für die Juden, nicht minder aber auch in weiteren Kreisen Moses Mendelssohn gewesen, ist bekannt und anerkannt. So innig verbunden ist aber Beider Streben gewesen , daß wir behaupten können, es sei die Zeit Lessing's nicht ohne genauere Bekanntschaft mit den Werken Mendelssohns vollständig zu begreifen, .und daher in der neuen kritischen Ausgabe der Werke des Einen die Aufforderung enthalten, auch die Schriften des Andern, zum ersten Mal vollständig gesammelt und gewissenhaft behandelt, herauszugeben. Mendelssohn's Enkel, Herr Professor Di-. Mendelssohn zu Bonn, hat es übernommen, diese Ausgabe zu veranstalten, und wir sind in den Stand gesetzt, dem Publikum Folgendes über dieselbe, mitzutheilen. Wahrend die bisher einzige Gesammtausgabe der Mendelssohn'schen Schriften (Wi-en 1838), ohne Theilnahme der Familie erschienen, rheils unvollständig, theils unkritisch genannt werden muß, wird unsere Ausgabe die erste rechtmäßige sein und sich auszeichnen: durch eine neue Biographie Moses Mendelssohn's, die manche bisher nicht öffentlich bekannt gemachte Facta enthalten wird, welche der älteste Sohn und noch lebende Freunde Moses Mendelssohn's geliefert haben; durch eine philosophische Einleitung vom Professor Brand: s in Bonn; durch Aufnahme der Streitschriften mit Lavater, einer reichen Auswahl aus Mendelssohn's Antheil an den „Literaturbriefen", der „Bibliothek für schöne Wissenschaften," der „Allgemeinen deutschen Bibliothek", der „Berliner Monatsschrift" und an anderen Zeitschriften; durch eine bedeutende Bereicherung des Briefwechsels zum Theil aus zerstreuten gedruckten Quellen, großentheils aus Handschriften durch Bekanntmachung einiger wichtiger, bisher ungedruckter Aufsätze, besonders einer Theodicee („Sache Gottes oder die gerettete Vorsehung"); endlich durch Aufnahme der ursprünglich mit hebräischen Lettern gedruckten,, hier zum ersten Mal ins Deutsche übertragenen Uebersetzung des Pentateuch. Es ist für den cocrecten Abdruck der Originaldrucke und zum Theil für kritische Benutzung der Handschriften gesorgt, und die Reihenfolge der Schriften theils chronologisch, theils nach Materien bestimmt. Die Ausgabe wird mit derselben Schrift und in demselben Format wie diese Ankündigung erscheinen und der Inhalt sich folgendermaßen verrheilen: Erster Band: Biographie. — Philosophische Einleitung (von Prof. Brandts). — Philosophische Schriften (nach der Ausgabe von 1777). — Schreiben an Lessing, als Einleitung und Nachschrift zu einer Uebersetzung von I. I. Nouffeau's Abhandlung von dem Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen. Zweiter Band: Abhandlung über die Evidenz in metaphysischen Wissenschaften. — Phaedon. — Abhandlung von der Unkörperlichkeit der menschlichen Seele. — Morgenstunden, oder Vorlesungen über das Dasein Gottes. Dritter Band: Sache Gottes, oder die gerettete Vorsehung (von Mendelssohn an die Freunde Lessing's). — Sendschreiben an und von Lavater, und darauf bezügliche Correspondenz mit Lavater, Bonnet und Andern (zum Theil aus Handschriften). — Betrachtungen über Bonnet's Palingenesie. — Vorrede zu der Uebersetzung von Manasseh Ben Israels Rettung der Juden. — Jerusalem, oder über religiöse Macht und Judenthum. — Ueber die 39 Artikel der englischen Kirche und deren Verschwörung. Vierter und fünfter Band: Kleinere Schriften, metaphysischen, ästhetischen u. a. Inhalts (zum Theil aus Handschriften, zum Theil nach Mendelssohn's Tode in verschiedenen Sammlungen b e ka n nt gemacht). — Auswahl aus Mendelssohn's Antheil an Zeitschriften. -— Briefwechsel mit Lessing, Abbt, Hamann, Werder, Elise Reimarus u. A. (aus handschriftlichen Quellen vermehrt). Sechster Band: Ritual-Gesetze der Juden. — Uebersetzung der Psalmen. — Uebersetzung des Hohen Liedes, und einige kleine Poesien, poetische Uebersetzungen, Predigten u. a. Siebenter Band: Uebersetzung der fünf Bücher Mose (hier zum ersten Mal in deutsche Lettern übertragen). Der Druck der Werke Moses Mendelssohn's hat bereits begonnen, da aber der Umfang des Ganzen sich noch nicht genau übersehen laßt, so wird wegen des Preises vorläufig nur bestimmt, daß derselbe sechs Thaler in keinem Fall überschreiten soll. Sollte die Theilnahme des Publicums, wie zu erwarten ist, sehr groß sich zeigen, so würde dieser Preis noch bedeutend ermäßigt werden können, und es wird daher um baldige Abgabe der Bestellungen gebeten. Bestellungen werden in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes angenommen. Leipzig, im October 1841.. F. A. Brockhaus. Verlag von C. Fritzfche, Druck von I. H. Nagel.

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