Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 48 (27.11.1841)
- Article
- Versuch einer wissenschaftlichen begründeten Metrik für die neuhebräische Poesie
- Date
- 1841-11-27
- Page
- Spalte 749-750 (sequence 2)
- Language
- German
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750 749 Versuch einer Wissenschaft!. Metrik der neuhebräischen Poesie v. Isidor Kaempf. Ursprache charakterisirt. Will nun die neuhebräische Poesie der Natur ihres Urbildes auf dem Wege der Kunst nach streben, so muß diese jener entsprechen. — Eine andere Haupteigenthümlichkeit des heroischen Hexameters ist die entschiedene Hinneigung zum Paralletismus, was eine Frucht der regelmäßigen Casur ist. Mag nun dieser Parallelismus in den meisten Fällen mehr synthetisch als synonym^ sein, so giebr er doch dem Verse stets ein solches Ansehen, das dem der biblischen Poesie sehr nahe kommt. Es kann demnach der neuhebräischen Poesie kein Versmaß angemessener sein als der heroische Hexameter. — §. 16. Was wir sonst noch in Beziehung unseres Gegenstandes zu sagen haben, bleibt, wie wir bereits wiederholt bemerkt, unserer vollständigen Abhandlung über Metrik Vorbehalten, deren baldige Veröffentlichung von dem sich äußernden Interesse des Publikums für diesen Gegenstand abhängen wird. Hier nur noch der freundschaftliche Rath an die gebildetem Jünglinge unserer Glaubensgenossen, sich künftig dem Studium der hebräischen Sprache mit größerm Eifer zu widmen, als es bei ihnen bisher der Fall war. Glauben sie nicht mit Unrecht, daß zur hohern menschlichen Bildung die Kenntniß der klassischen Sprachen gehöre, — so können sie doch keinesweges in Abrede stellen, daß für die höhere israelitische Bildung die Kenntniß der heiligen Sprache unentbehrlich sei. Wie Israels politische Stellung auch sein mag — die hebräische Sprache ist und bleibt sein Palladium. Alle heilsamen Reformen, die im geistigen Leben Israels von Esr a bis Moses Mendelssohn stattgefunden, gingen von der jedesmaligen Restauration des Studiums der heiligen Spache aus. ■— Aber dem Himmel sei Dank, daß hier und da um israelitischen Leben bereits Symptome einer bessern Zeit zum Vorschein kommen — einer Zeit, in der wissenschaftliche Bildung mit treuer Anhänglichkeit an der väterlichen Religion Hand in Hand gehen, — in der echtes Bürgerthum mit echtem Israelit enthum sich vertragen werden, einer Zeit, in der sich bewähren wird, was der Herr durch seinen Propheten Jesajas verheißen: So wie ich Wasser schütte Auf durstig Land, Und Ströme rieseln lasse Auf trockner Erd': So schütte meinen Geist Ich aus Auf dune Kinder, So sende meinen Seegen Ich Auf deine Nachkommen! 5) Heber Me Klassisication des Parallclismus siehe Lavth, I’raeleci. XU p. 365. — Sie sprossen auf, wie junge Pflanzen, Wie Weiden an den Wasserbachen. Der Eine spricht: „Dem Ewigen gehör' ich an." — Der Anden — Der nennt nach Jakobs Namen sich, — Es schreibt auch Jener sich Dem w al) ren G o t te zu Und führt nun gern — Den Namen Israel 's! — Jes. 44, 3 6. Halle, im Octobec 1841. Isidor Kaempf. Literarische UrmleVLerr. Ilm Esrsr's Kommentar zu den Sprücheru In unserer rabbinischen Bibel findet sich ein Commentar zu den Sprüchen, der dem Jbn-Esra zugeschrieben wird; ich glaube aber beweisen zu können, dAß dieser Commentar eig. dem Moses Kimchi zügehört und nur durch einen Jrrthum der Abschreiber oder Drucker dem Jbn-Esra zugeschrieben worden. Kap. 1, 2 bedient sich der Commentator des Ausdruckes IDNJttf, um eine Bibelstette zu citiren, ein Ausdruck, der in diesem Kommentare häufig vorkommt, aber von Jbn-Esra sonst nie gebraucht wird. —Das. 1, 4 leitet er von ab z aber so erklärt das Wort Mos. Kimchi (s. Michlol Josi v. S. Ben Melech zu 1 S. 4, 19), Jbn-Esra hingegen in seinem Commentare (Koh. 7, 29) so wie in Aachot und Mosnajim erklärt es richtig, daß das Dalet assimitirt sei und für r\*~hb stehe. — Das. 2, 9 heißt es D’Ottf ItcnD, aber diesen Ausdruck hat Jbn-Esra nie, sondern DZ? nnw “jdid. Das. 2, 17 zu niro mnSs* mn nw wird eine fremde Erklärung citirk, welche lauten dni (wni tyw p) Dnm W üttf ns m 70)1 DDD 70)7)$ aber es ist nicht die Gewohnheit des JE. dergleichen Hagada's zu citiren, wohl thun es zuweilen die Kimchi's. — 3, 15 wird der Vers nw pN (Esth. 3, 8) gerade umgekehrt erklärt, als JE. ihn hi Esther: giebt. — Das. 5, 19 von rum :mn bis nm mnj/D wird wörtlich in Kimchi's WB. Art. rr.i^ und bei S. Den-Melech in Michlol im Namen Most Kimchi's aus seinem Commentar zu den Sprüchen eitirt. — Das. 7, 18 zu D^Tl wird nicht Saadja's Erklärung wie zu HL. 1, 2 gedacht, überhaupt findet sich in diesem Commentar keiner dieser Personen citirt, derer er doch sonst in seinen Erklärungen gedenkt. — Das. 7„ 20 wird anders erklärt als von JE. zu Pf. 81, 4. —- Das. 9, 3 heißt nts^nnD *pD nTO, in Jbn-Esia's gram-