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Der Orient · 1841-10-30 · 44 (30.10.1841) · p. Spalte 687-688

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
44 (30.10.1841)
Article
Die eheliche Liebe bei den alten Hebräern
Date
1841-10-30
Page
Spalte 687-688 (sequence 2)
Language
German
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687 Die eheliche Liebe bei den alten Hebräern. Lit. Anzeigen. 688 meinen Gründe und Vdlkcrgesetze bei weitem strenger gehalten j als heutzutage. Es gilt ihnen die Verletzung derselben mehr oft als ihr eigenes Leben. Wir dürfen uns daher nicht wundern, wenn wir oft mit einiger Uebertrn'bung ein Recht ausführen sehen, das heute leider nicht so bewahrt wird. Der Naturzustand, in dem die Völker damals lebten, brachte ihnen auch die natürlichsten und dem Menschen zunächst liegenden Begriffe von Recht am ehesten bei. Das Familienleben so roh und unausgebildet es uns noch vorliegt, bedingt zuerst das Recht der Fortpflanzung, mit ihr in gleichem Grade, so entgegengesetzt diese beiden Richtungen auch sein mögen, stand die Gastfreundschaft, die als die Cardinaltugmd im Alterthume sich herausstellt. Obgleich wir nicht annehmen können, daß diese sich als Tugend geltend machte, vielmehr eine Ausübung der Nothwendigkeit war, weil einer auf den andern hingewiesen, dieses Gesetz sich von selbst erzeugte, so beweist doch die Genauigkeit, mit der es gehandhabt wurde, wie diese Naturgesetze, als die heiligsten anerkannt, in dem Familienleben ihren Grund haben. Die Bibel giebt von allen diesen Elementen die genaueste Rechenschaft, und wir haben nicht nöthig, andere Citate von andern orientalischen Völkern zu suchen, und bleiben, wie wir uns vorgenommen im Bereiche der jüdischen Literatur. Wir finden eine Stelle, Kap. 19, v. 8. 1 B. M. >tt>1 D’tMNb pn DD’J’jn 31DD s>lb WJJ1 w 8 nj - run Tnp Vsn 1x2 p - by -.'2 -di wyn - btt piriN w-nN ’Sw wh PT-Ni> -ibw nun. Lot hier, der in der Bibel nicht gerade als eine Autorität der Lugend aufgezahlt wird, nimmt gar keinen Anstand, so bald es sich um die Verletzung der Gastfreundschaft handelt, lieber die Ehre seiner Töchter fahren zu lassen, als das Gesetz geschmälert zu sehen, das ihm als das heiligste gilt. Freilich erscheint uns daß Verfahren unnatürlich im höchsten Grade, .und wir können dm Gedanken kaum fassen, das theuerste und höchste Gut; die Ehre so sachlich zu behandeln, um eine Pflicht zu üben, die doch nur gering gegen den Begriff der Ehe dafteht. Wenn wir aber bedenken, daß diese Ehe schon in der Art und Weise ihrer spätere Ausbildung mehr als ein Kauf gilt, ob wir gleich wie wir dies anfangs bemerkt, das heilige Element der Liebe nicht ausgeschlossen war, so wird es uns begreiflich, daß dadurch jenes höhere Gefühl durchwein herrschendes Gesetz sehr oft modifickrt ward. Z. W. 1 B. Kap.. 31. v. 15. mbn UDon - hn bnx - m bim iron o b mnDJ» Auch hier haben wir Belege, wie die Ehe mit als ein Kauf betrachtet wurde, wie es jetzt noch im Morgenlande üblich, wo die Geschenke mit der größten Feierlichkeit übergeben werden Maillet letts. X. pag. 86. Rüssel p. 112. Um nun wieder zu unserem eigentlichen Thema zurückzukehren, kommen wir jetzt zu einem anderen Erfordernisse bei den Ehen der alten Hebräer. Ein Haupterfordernis; hatte seinen Grund den alten Adel des Geschlechtes rein zu erhalten, indem sie blos in ihre Familien hinein heiratheten, und sonach sich mit keiner fremden Nation verschwägerten. So dachten auch die Athenienser. Petiti Comment, ad Jeges atticas lib. VI. tit. i. §. 5 k. und noch jetzt die Beduinen Aryieux Tit. 111. S.. 127. Dies betrachteten die Patriarchen aufs Heiligste, wie wir im 24. Kapitel 1 B. M. deutlich bemerken. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische ,und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. s48.s p i o B' nm “ b i n ober Lehrbuch der astronomischen und optischen Wissenschaften, sowie die Sonn- und Mondberechnungen und deren Finsternisse. Nach den neuesten astronomischen Untersuchungen bearbeitet mit 2 Kupfertafeln und 12 astronomischen Tafeln, von Chajim Selig Slonimski. 8. Preis 20 Gr. Dieses gelehrte Werk, von welchem der sel. Nachm an Krochmal in Brody, Abraham Jakob- Stern und Jakob Tugend hold in Warschau mit großer Begeisterung gesprochen, und in welchem auch das Sendschreiben Ra pap ort's. sich befindetist gewiß das trefflichste, was auf diesem Gebiete in der Neuzeit erschienen ist. Am Schlüsse giebt der Verfasser eine Abhandlung über die Tekufot, wobei die jüdischen Schriften, wie Sefer ha-Jbbur des Abraham Ha-Nasi, Jesod OLam des I sa a k I i s ra e i f, KLdusch ha - Chodesch des Maimunr, Techunat ha- Schamajim des Rafael Hannover- Schebile de- Rekia des Elija hu Hechim Rücksicht genommen wird.. Heinrich Franke. [83. j Bei Franke in Leipzig ist erschienen und durch jede Buchhandlung zu beziehen: nWÜ ' n das Leben Moses von Philo, oder über die jüdische Theologie und Prophetie; ferner Philo's Buch nber den Decalog, so wie seine Abhandlungen über Essäer und Therapeuten. Ins 5?ebcäisch< übertragen von Josef FI es ch* Gr. 8. br. 20 Gr. Verlag von C. L» Fritzsch e. Druck von I. H. Nagel.

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