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Der Orient · 1841-10-23 · 43 (23.10.1841) · p. Spalte 671-672

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
43 (23.10.1841)
Article
Die eheliche Liebe bei den alten Hebräern
Date
1841-10-23
Page
Spalte 671-672 (sequence 2)
Language
German
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671 672 Die eheliche Liebe bei den alten Hebräern. Sit Anzeigen, Herr in unser Herz strömen lassen, und es muß uns alle erwärmen, des Lebens Ausgabe zu finden und zu lösen; halten wir diesen Gedanken fest, so darf es uns zwar nicht wundern, wenn das Alterthum diese heilige Flamme anders wahrt, und zu erhalten sucht, als im Mittelalter, eben so wenig darf die heutige Zeit so von dem Mittelalter sprechen. — Die erste Andeutung über diesen höchst wichtigen Gegenstand finden wir Bereschit Cap. 2, 18. wrbx 'H nDiOl ruJo i?y )h pwjjn td1? d*wh nrn aiö Es drangt sich hier uns zuerst der Gedanke auf, daß Gott selbst diesen wichtigen Act des Zusammenlebens des männlichen mit dem weiblichen Geschlechte als nothwendkg betrachtete und einsetzte. Es ist dieser Act von vorn herein als göttlich uns angegeben, deshalb schließt er schon an und für sich in der Kindheit des Zeitalters die Heiligung und Würdigung nicht aus , von der man so gern in diesem Zeitalter nichts wissen will. Es soll der rohe natürliche Trieb allein nur vorherrschend sein, es soll die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes, als die alleinige Ursache der Ehe vorzusinden sein. Dieser Ansicht müssen wir gleich anfangs entgegen seyn, denn schon in dem ersten unentweihten Gottesgedanken, sehen wir eine andere Hauptbestimmung hervortreten. Es soll die Jsolirung aufgehoben werden, es soll der Mensch nicht mehr allein sein — in Edens Garten selbst nicht allein — in einem Paradiese nicht allein seyn, es soll ihn ein Geschöpfumgeben, Gottesbild wie er, aber dennoch verschieden in der Gestaltung, — ganz verschieden. Und warum ist diese Verschiedenheit so nothwendig? weil dann das Band fester geknüpft wird, je fremdartiger sie sich gegenseitig erscheinen, desto mehr gehören sie zu einander. Es bedingt also die Liebe die Verschiedenheit , weil die Gegensätze um so auffallender dann hervortreten, und sie am reinsten und zartesten gegenseitig vermittelt werben. EineGehülsin will ich ihm schaffen, die um ihn sey, die ihn umgebe in allen Lebensverhaltnissen, die sich mit zarter Hingebung ihm nähern, ihn liebreich anlächle, wenn bas Erdemveh ihm naht, mit ihm theite die Sorge, di« Last und den Kummer. Dies ungefähr ist der ganze Inhalt der göttlichen ehelichen Hauptbestimmung. Es ist hier nicht von dem Fortpflanzungszweige die Rede, die uns als Nebenbedingung später festgesetzt wird in dem Worte: Es sind hier nur die zarten Bestimmungen der Liebe gegeben, ihre Erklärungen ihre Erfordernisse und ihre Gefttze. So ward sie von Gott, als Schöpfer der Erde und der Liebe, Eingesetzt. Gott hat mit dem göttlichen Gedanken der Entwickelung das zarte heilige Gefühl der Liebe vorangesetzt und so die Ehe geistig bestimmt, ohne welches sie Thierisches ist und Thierisches bleibt. Es sollte der Mensch in dem Schaffen nach dem höchsten Willen auch erfüllt seyn von dem halben Himmel, den Gott bei seinem Schaffen erfüllte. Dieses ist das Princip der Ehe, welches wir nicht gerade zuerst in d. christlichen Schriften wahrnehmen. Ob und wie diese Forderungen späterhin von den Menschen erfüllt wurden, werden wir im Laufe unserer Betrachtungen Gelegenheit genug haben zu bemerken. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden lrterarssche Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [98.] Jede deutsche Buchhandlung nimmt Subfcription an auf Moses Mendelssohns fämmtliche Schriften. Nach den Orrginaldrucken und aus Handschriften herausgegeben. Si e b e n B a nd«. Gr. 12. Auf feinem Velinpapier. Geh. Preis höchstens 6 Thlr. Ausführliche Ankündigungen, mit vollständiger Angabe des Inhalts, find in allen Buchhandlungen zu erhalten. Leipzig, im September 1841. F. A. Vrokkhsus. [990, Erklärung. Die im LB. des Orients Nr. 40 gegebene Beurtheilung dreier meiner Predigten berührt auch in keinem einzigen Punkte die Predigten selbst, häuft .aber desto mehr Schmähungen auf die Persönlichkeit ihres Verfassers und gehässige Insinuationen gegen dessen öffentliches Wirken, und beweist schon hierdurch den niedrigen Standpunkt der Kritik, auf welchem der Vers, entweder im Allgemeinen steht, oder den er diesmal von persönlichem Uebelwollen irrgeleitet, sich erwählt hat. Ich erkläre hiermit alle in jener Beurtherlung in Anspruch genommene, sowohl meine Person als mein Wirken betreffende Facta für falsch, und vertraue dem gesunden Sinne einer aus den Elementen einer unpartheiischen Kritik in weitern Kreisen sich gebildeten öffentlichen Meinung, daß sie sich von dergleichen keiner weitern Bezeichnung bedürfenden Verdächtigungen nicht irre machen lassen wird. Dr. S. Holdheim. [loo.] Verbesserungen. Nr.l,23. S. 338, Z. 19 l. Betenden. - S. 339. Z. 23 l. euch; Z. 24 l. loben. — S. 340, Z. 39 l. sind. — Nr. 25. S. 370, Z. 1 1. widersetzlich. — S. 371, Z. 21 L triftig; Z. 35 l. hätten. — S. 372, Z. 45 L nach dem s«tze: von Löb Simon, Rabbiner zu Mainz (1698). — S. 378 ganz unten — S. 387. das Anführungszeichen muß 3 Zeilen früher gesetzt werden. —' S. 388, Z. 41 1. (Held). — S. 389, Z. 2 L -pn, Z- 27 L wann. — S. 392, Z. 4 L Pijutimstücke. — S» 392 in der Note steht g, e, d. statt 1. e. d. — S. 393, Z. 2 L trugen. — Druck von J< H. Nagel. Verlag von C. L. Fritzsche.

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