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Der Orient · 1841-10-09 · 41 (9.10.1841) · p. Spalte 639-640

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
41 (9.10.1841)
Article
[Nachricht]
Date
1841-10-09
Page
Spalte 639-640 (sequence 2)
Language
German
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639 Sehnsucht nach Palästina v. Zchuda Ha-Lewi, übers, v. Dr. Kirschbaum in Krakau. Lit. Anzeigen. 649 Und nach Pfaden nur späht, fließend bkwohnetes Land? - Fahrend durch stürmische Meere, durch unwegsame Wüsten, Wo der Löwe nur haust, wo der Parder nur weilt? Haus und Freunde verlassend, und die Emnöde suchend, Irret freiwillig stets in der Ferne umher? Der von dem -Umgang mit Waldthieren «eine Wonne erwartet, Die dem Jünglinge kaum der der Gespielin gewährt? Den der Sträuße Gekrächze dünket melodisch Getöns Wilder Leuen Gebrüll, zahmer Heerdenr Geblöck? Der an seinem inner« Feuer behaglich sich sonnet, Thcanenbächen nur labende Kühlung verdankt? Hügel und Berge erklimmet, und weite Thäler durchirret, Stets dem Gelübde getreu, das er mit Schwüren gethan: Durch das verhaßte Egyptenland am Stabe zu wandern, Nach Phöiflzim hin zur gepriesenen Gmft? Nicht erwiedernd, als wenn ganz ihm die Stimme versagte, Frecher Gegner Hohn, boshafter Feinde Gespött? Und er wüßte wohl Langes und Breites gründlich zw sagen, Aber leider! wem? Sind sie. doch alle berauscht! Würden sonst sie Einen, um Fürstendienste beneiden? Eklicher Götzen Dienst ist ja nicht weniger werth. Oder ist wirklich selig jenes Böglein zu preisen, Das beim Futter gesperrt,'Kurzweil dem Knaben gewährt? Schwarz ist die Morgenröthe dem so gefesselten Manne, Nektargefülleter Kelch bitter wie Galle ihm schmeckt. Welch unseliger Dienst bei Menschen, die täglich bestürmen Mit abgöttischem Wust das bedrängte Herz! Suchen soll es nur der Götzen Beifall, nicht Gottes, Nicht des Schöpfers ach! mir des schwachen Geschöpfs. Davon erschöpfet und vom tiefsten Schmerzen ergriffen Sehn' ich nach Iearim mich, hoch auf des Karmels Gebirg. Dort bei jenen Ruhestätten such' ich Vergebung, Wo der Lade Versteck, wo ist der Tafeln Grab. Hin in ihr Grab, an ihre Seite möcht' ich mich flüchten, Ihrem schrecklichen Fall fließe von Thränen ein Vach. Sinai! all meine Gedanken nach dir hin sind sie gerichtet, Abarimberg! zu dir kehrt sich mein schmachtendes Herz. Dort will zerknirscht ich wandeln, keine Freude mehr kosten, Da mein einziger Wunsch Auferstehung nur ist. Dort in der Nahe der Cherubim und der heiligen Tafeln, Wo verwahret wohl, unzugänglich sie sind. Wo Orakel ergingen und Wunder in Menge geschahen, Wo in lieblichem Schein strahlet das göttliche Licht. Jenen Boden möcht' ich umarmen, ein da mich nisten, Stimmen elegisches Lied auf der Heiligen Grab; Möchte, o! darnach ist all mein Trachten, fest mich ansiedeln Bei der Väter Gruft, in der Reinen Gebiet. Segle o Schifflein! segle dem Lande zu, wo sich erkoren Gottes Majestät ihren irdischen Sitz. Eile, o eile, fahre schnell, beschleunige, wie der Morgenröthe Strahl deinen mächtigen Lauf. Deine Mannschaft, sie möchte mit dem Sturmwinde jagen, Nimmerachtend im Flug ihr verwundetes Herz. Aber darf der Sünder hinzukommen auch hoffen, Dem zu der Jugend Vergehn Sünde des Alters sich haust? Gnade, Gnade, Gnade nur kann mich Armen aufrichten, Gnade erfleh' ich von dem, das allein ist das Recht. Literarische Unkündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen-für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [93.] Bei C° L. Fritz sch e m Leipzig ist in Commission erschienen : Der jüdische Merandrimsmus eine Erfindung christlicher Lehrer. Oder: Beiträge zur Kritik jüdischer Geschichte und Literatur. Bon Dr. KirfchbarrM. Zweites.Buch. Gr. 8. . Preis 5 Ngr. . Verlag von C. L. Fritz sch e. [94.] Durch Aug. Fried. Böhme in Leipzig ist nur fest zu beziehen: Massechet Daredi ffirez iSutta. Girre Sammlung der reinsten und kernhaftesten Sitten- und Anstandslehren der ältesten Rabdinen. Herausgegeben mit einer getreuen Uebersetzung und erläuternden Anmerkungen von . A. Haeberger. Gr. 8. Preis 10 Gr. Druck von I. H> Nagel.

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