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Der Orient · 1841-10-09 · 41 (9.10.1841) · p. Spalte 637-638

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
41 (9.10.1841)
Article
Sehnsucht nach Palästina
Date
1841-10-09
Page
Spalte 637-638 (sequence 1)
Language
German
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637 CharoL Ha-Schir von Feiwel Scheffer, beurth. v. Victor Goldbaum in Lublin. 638 rasch, daß Lea ihr Schicksal, als ältere Tochter für Essa bestimmt zu sein, immer zu Hause beweinte , weßwegen die glückliche Rachel, die den Jakob heirathen wird, allein die Schafe ihres Vaters weidete. Es wich zu sehr überraschend, unbekannte Menschen, die sich zum ersten Male auf dem Felde begegnen, solche Geheimnisse sprechen zu hören. Der Verfasser durfte, wenn er doch diese Geschichte, einrücken wollte, sie erzählend vortragen, nicht aber sie Fremden in den Mund legen. Die Sache wäre interessanter und er selbst konnte sie deutlicher darstellen. Da in unserer cultivirten Zeit der Hirtenstand verachtet, und als der der Ungebildeten betrachtet wird, so schämt sich Hr. Scheffer einen Hirten zum Patriarchen zu haben, und um seine unedle Beschäftigung zu verteidigen, sagt Jakob S. 33 nyn -jniriK p mn xh wru *6 22y und S. 39 erzählt der Verfasser: ^2 nstnrin irmny irjy nnn wx - m noi Nb-imnj; nn:o nmx dn DNDirPi nx^)rb nnitD rw M2 nm^x by youh rw wx nvnb Allein wer weiß es nicht, daß die ersten Völker alle Nomaden waren! Auch der in dem königlichen Pallaste erzogene Moses weidete die Schafe seines Schwiegervaters und der liebliche Sänger David war ein einfacher Hirt. Wer hat nicht gelesen die Worte der Brüder Josephs an Pharao: Wir waren alle Hirten, sowohl wir als unsere Vorfahren Gen. 47? 3, und warum will Hr. Scheffer die hirtliche Beschäftigung Jakobs ablaugnen! Daß er in der Schule Ebers sich der Weisheit widmete, das konnte in den Musestunden gewesen sein, indem es bekannt ist, daß die Gelehrten auch in der spatem Zeit eine Profession außer ihren Studien trieben. Wir dürfen uns also des Hirten Jakobs gar nicht schämen z ebensowenig daß er Rachel umarmt und geküßt, obwohl der Hr. Scheffer dieses ihm scheinenden Verbrechens S. 29 durch unnütze Worte zu beschönigen strebt. Andere Zeiten andere Sitten, und es war in der damaligen unschuldigen Zeit gewiß gar kein Verbrechen ein Frauenzimmer zu küssen, obgleich alles tugendhaft und solid war. Es steht dem Dichter frei, sich ideale Welten zu erschaffen und Sonne und Sterne nach seinem poetischen Geiste zu bilden; dagegen kann Niemand was haben. Wenn er aber einen Stoff der heiligen Schrift poetisch bearbeiten will, so darf ec keine zweifelhaften Gegenstände heworbringen, sondern an der Wahrheit strenge halten. Nun finden wir aber im besprochenen Wecke S. 27 hdn rupm « nrr-n ■ tnd^ ■6'in nj/n did dönd d ' rwj ujjd ]k unsd nun ino np-is mdu noby rrn by nirw und es ist uns unbekannt, woher es der Verfasser-^-' nommen, daß die Heerde Labans sehr geschwächt war. Wer hat ihm dieses gesagt, es findet sich, so viel ich weiß, nirgends. Schließt er etwa aus dem Segen, der sich unter Jakobs Leitung allenthalben kund gab, auf die ehemals schlimme Lage Labans, so wäre es sehr unrichtig, indem auch vorher sein Zustand, der sich während der Beiwesenheit Jakobs bedeutend verbesserte, recht gut sein konnte. — Uebrigens finden wir in diesem Gedichte oft allegorische Stetten, die gar nicht dem Geschmacke entsprechen; so lautet es S. 37 bmx nbmx nymN!»5d by ym bmx nra^n .brwx 22b nunD^D 222122 p nrw mw p y22x nm b njb ü'rbx *12222pb pN 'pm 22DÜ W2p *“)DDD nSDD ' jn-w m^n ^ödd. mp runo ^dddd Ü^hx 222 1DDD mp bin nDDD? nyma traten mnn ny22xb y22x möipn b.b)2 2yw> 2itnai Nicht wahr, ein herrliches Stückchen Es mag vor wnp gesetzt werden, und es wundert mich nur, warum nicht gleich darauf die Worte T by 2)V\22 'Di m hx nr x2p) folgen.;— Ich schließe diese kleine Anzeige mit dem herzlichen Wunsche, daß wir recht bald bessere Produkte der neuhebraischen Poesie erhalten mögen. Victor Goldbaum in Lublin. Sehnsucht nach Palästina, aus dem Divan des Jehuda Halevy, wo es mit den Worten beginnt: *Dn.is )hov2 Don De. Kirfchbaum in Krakau. Soll der gebrechliche'Leib eine Seele zu halten vermögen, Die der Sehnsucht Gewalt hin in die Wette nur zieht? Jenes Mannes, der von dem Leben nichts mehr verlanget, Als zu betten sich noch in den geweihten Staub? Der nur strebet und sinnet, helfe Zähren vergießend, *) Zdeengang des Dichters. Die unendliche Sehnsucht läßt den Dichter an nichts mehr denken, als an die zu unternehmende Reise und an die Gefahren und Beschwerden derselben, die ihm aber, bei Festhalttmg des erhabenen Ziels, nur als eine angenehme Zerstreuung erscheinen. So im beständigen Hinbrüten versunken, nicht achtend des Spottes seiner Umgebung, die ihn, den in hohen Aemtern Stehenden, deshalb als Schwärmer verhöhnen, glaubt ec sich schon auf dem Wege, auf dem Schiffe. Nur eine Sache liegt ihm noch schwer auf dem Herzen, und laßt ihn in die Erreichung seines sehnlichsten Wunsches zweifeln; fein innerer Werth nämlich: Ob er auchvermöge seiner Sündenlast dessen nicht unwürdig ist? Worüber er sich jedoch mit der göttlichen Gnade tröstet.

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