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Der Orient · 1841-10-09 · Heft 41 (9.10.1841) · p. Seite 265

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 41 (9.10.1841)
Article
Konstantinopel : Ueberreichung eines Fermans an den Chacham [Nachricht]
Date
1841-10-09
Page
Seite 265 (sequence 1)
Language
German
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Zweiter Berichte Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. M an ab onnirt b ei aÄ en lobl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jabr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. JuLius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literatu-rblattmitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. J41. Leipzig, den 9. October t§41. ................... rrÄSiÄÄfÄÄ Alexandrien. dorr gegründete Schule. Eröffnung oer^ewen. vs-in-v^^. Gegenwart. Gesetzentwurf über die jüdischen Verhältnisse in Hildburghausen. — LB. d. Orients. Orient. Korrstantittopel, 15. Aug. Wenn auch in den Provinzen, namentlich in einigen klmrasiatischen Gegenden und in dem anarchischen Syrien, der Hattifcherif von Gülhane nur sehr schwach befolgt wird, so schreitet doch im Ganzen, vorzüglich in der Hauptstadt, der Geist der Gleichstellung vorwärts, und wirklich ist es schon ein bedeutender Fortschritt, wenn von Seiten des Staates die Gleichheit festgehalten wird. Die Takwimi Wakasi v. 14. Aug. berichtet in dieser Beziehung: „S. Hob. der Sultan hat kürzlich die Patriarchen der Griechen, der griechischen Armenier und der katholischen. Armenier, ingleichen den jüdischen Oberrabbinen, zur Audienz gezogen und ihnen einen mit dem hohen Schriftzuge Sr. Hoheit (der Tugra) geschmückten Ferman überreichen lassen, worin Höchstsel-- bige Ihren Großherrlichen Witten kndgiebt, den in Syrien wohnenden Raja's aller Konfessionen in jeder Lage Schutz zu gewähren und ihre Wohlfahrt und Sicherheit fest zu begründen. Bei dieser Gelegenheit erhielten sie von Seiten des mieanwesenden Großwesrr's noch mündlich die Zusicherung des thärigen Erbarmens Sr. Hoheit, nebst den nöthigen Ermahnungen und Warnungen. Diese ausgezeichnete Gnade des Sultans bestimmte die geistlichen Oberhäupter der Raja's, ihre dankbaren Gefühle ln einem Gebete um Steigerung der Macht und Herrlichkeit ihres Gebieters auszusprechen/' Aber nicht blos bei Ehrenbezeugungen, sondern auch bei materiellen Vortheilen stellt sich die Gleichheit sämmtlicher Raja's mir den Türken täglich mehr heraus. So wurde neulich bekannt gemacht, daß in Bezug auf die Handelsvortheile durchaus kein Jude zurückgesetzt werden soll. Alexandrien. Die Gründung der jüdischen Schulen in Alexandrien undKahira haben so vielfach schon das Interesse der europäischen Juden in Anspruch genommen, daß man mit Vergnügen etwas über den Fortgang derselben lesen würde; die Leser des Orients werden daher den Bericht des^resii^ Isr. (Augusth. S.524) hier nicht gern vermissen; dieser lautet: „Den 26. Mai hatte Cr6mieux an den Herrn Valensino, einen der Administratoren jener Schule, geschrieben, mit der Frage, ob man eine Schule für Mädchen eröffnet habe, und mit dem Bedauern, daß die Pest gezwungen habe, die Knabenschule zu schließen, und daß der Obercabbiner nicht Theil nehme am Comita. Das Institut, schrieb er, ist jüdisch, gegründet durch einen für eine religiöse Sache abgesandten Juden, erhalten durch das Geld der occidentalischen Juden. Er bestand auf den Unterricht im Hebräischen. „Es ist ein völlig jüdisches Ereigniß, schrieb er, welchem die jüdischen Schulen Alexandrien's und Kairo's ihre Gründung verdanken, die Hand der abendländischen Juden ist ihre Stütze: niemals darf man diesen Ursprung verleugnen.^ Endlich gab Cremieax zu erkennen, daß, wenn die Schule außerhalb der religiösen Ideen bliebe und die arabischen Juden nicht bei ihr sich interessiren würden, eine Spaltung zwischen den Israeliten Alexandrien's zu fürchten sei. Den 26. Juni antwortete Herr Vatensino folgendermaßen: Das Comitü hat Ihren Brief reiflich in Erwägung gezogen, und mich beauftragt, Ihnen in der Art zu antworten. Wir hatten den 15. Februar zur Eröffnung einer Mädchenschule bestimmt, aber die Pest hatte bereits zu wüthen begonnen. Am 1. Juli wird die Mädchenschule eröffnet und der Kursus der Knabenschule wieder ausgenommen werden. In einer Generalversammlung, zu der wir die Häupter der arabischen Israeliten mit berathender Stimme berufen hatten, wie auch unser geistliches Oberhaupt, den Oberrabbinen Solomon, haben wir folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Der Oberrabbiner ist zum geistlichen Inspektor der Schulen ernannt, mit berathender Stimme im Comite. 2. Derselbe wird zum Lehrer der hebräischen Sprache und heil. Schrift in den unterrichtetsten Klaffen ernannt; Herr B en e d e t ti in den unteren Klaffen. 3. Der Unterricht in der heiligen wie in der arabischen Sprache beginnt den 1. Juli; 4. Das Comite hat einstimmig erkannt, daß die Unterstützung hinreichend zur Erhaltung der Schulen ist.

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