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Der Orient · 1841-09-25 · 39 (25.9.1841) · p. Spalte 599-600

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
39 (25.9.1841)
Article
Chazrot ha-Schir [Rezension]
Date
1841-09-25
Page
Spalte 599-600 (sequence 2)
Language
German
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590 600 Chazrot Ha-Schir v. Feiwel Scheffer, goldene Zeit, die gar nicht lange dauerte, und nach der die Sprache zum zweiten Male gestorben ist, beweinen. Hier werden wir nicht im mindesten unserer Umstände gedenken, indem sich diese seit damals bedeutend verbessert haben, und da wir nur die Sprache allein in Erwähnung bringen, so ist der Schmerz über den Verlust nur eine geringe Remmiscenz. Ich meine nämlich die Zeit Wessely's. Dieser Sänger hatte seine orientalische Sprache nach dem europäischen Geschmacke gebildet, und ihre Sangesweise so erhoben, daß die Lieder sich wunderschön ausnahmen. Dieser Mann hat gesungen wiekein Horaz, sondern wie Einer, der seine Hymnen aus himmlischen Chören borgt, seine Leyer bewegten keine Musen, zu dem sogar die modernen Dichter ihre Zuflucht nehmen, denn er hat alle mythologische Bilder aus der heiligen Sprache verbannt (rpNDrn msx)/ sondern die Pwphetensprache selbst hat ihn begeistert, und ihm eine solche poetische Gabe eingepflanzt, daß er als Muster der neuzeitlichen neuhebräischen Poesie fortlebt. Er war der erste Poet unseres Volkes in der letztem Zeit, der die hebräische Sprache zu handhaben verstand; die Eleganz wurde nicht von ihm geformt, sondern seine Poesie war die natürliche Sprache seines Herzens, und wie fehlerlos, wie schön sie auch sein mag, war sie blos der Erguß feiner Gedanken, nicht aber die Frucht seiner Feder. So wie sie dastehet, ist sie aus seinem Herzen entquollen, so wie wir sie können, wurde sie von ihm gleichsam gesprochen. Er war voll der zartesten Empfindungen, auch schrieb er sie nicht mit Mühe auf, sondern sie strömten selbst hervor, und sanft sprudelten sie aus seinem Gedankenquell, um seine Leser zu erquicken. Zwar hat er das südliche Kleid der heiligen Sprache mit einem nördlichen umwechselt, aber noch leuchtet die morgenländische Kraft unter der Umhüllung hervor. Der biblische Styl ist bei ihm zwar untergegangen, aber der Glanz ist geblieben. Die Sprache war ganz wie ehemals, nur die Form wurde geändert, sie blühete noch wie die Blume im Frühling, welche die Sonne des Lenzes erwärmt, obgleich auf einem kalten Boden, und sie keimte aufs Neue prachtvoll empor. — Die Betrachtung also, daß auch diese Zeit bereits verflossen ist, muß wirklich uns ein schmerzliches Bedauern entlocken, denn seit jener Zeit gehet die hebr. Poesie allmählig der Vernichtung entgegen. Glück genug, daß noch unser hebräischer Petrarka, wie wic Luzzatto, unser Racine, wie wirLetteris nennen, ihren gänzlichen Untergang aufhalten, aber man erkennt, daß sie täglicher abnimmt, und es ist klar, daß ihre Poesie nicht lange fortdauem wird. — Äußer den eigenen Leistungen haben wir Hm. Wessely auch die Bildung der neuen poetischen Schule zu verdanken, denn da jede anerkannte Autorität stets Nachahmer findet, so suchten sich die Spätem ganz nach seinem Geiste zu bilden und seine Poesie wie am möglichsten zu imitirm. Da wurden mehrere Gedichte beurth. v. B. Goldbaum aus Lublin. im Wessety'schen , Genre verfasst, worunter Einige höchlichst gelungen waren. Ihre Sprache war sehr elegant, und es fehlte ihnen blos das Natürliche ihres Vorbildes, indem das Zierliche erkünstelt, nicht aber durch reine Begeisterung hervorgebracht wurde. Andere wollten ihr Talent im Epischen versuchen, und Niemanden ist etwas Gediegenes in dieser Art gelungen; denn was sie lieferten war sehr insipid, ihre Poesie allzuprosaisch, und da gewöhnlich keine große Dichter dieses Fach versucht haben, so sind ihre Werkeübertrieben, oder sehr fade, wie es genugsam die D\\\Jwn und pw M zeigen. Das einzige verdienstvolle Werk ist und bleibt noch der NN “W, von dem etwas bessern Dichter Cohn. — Unser Dichter aber, von dem wir nun zu sprechen beginnen wollen, hatte sich, um dem berühmten Wessely mit Leib und Seele nachzuahmen, eine Stelle im Pentateuch erkoren, um sie poetisch darzustellen, und so lieferte er sein ^erstes Werkchen von dem besprochenen nran “WH, daß wie der Name deutlich kundgibt, einen Eingang in mNDn my machen sollte. Es wäre zwar recht, dieses Werkchen wie jedes seiner Art auf die Seite zu legen und darüber ein Stillschweigen zu beobachten; es wäre recht dem Verfasser ein folgsames Ohr zu schenken, wenn er mit folgenden Worten seinen Recensmten zurust rw *0, dnt ppn *0 nj ünn MD? DW.in m rwyn? nhxn wym uyn hx *0*7 da aber unsere Celebritäten, der überall sogar in seinen hebr. Schriften mathematische Herr Stern, und der natkonelle Hr. Tugendhold, im Eingänge des Gedichtes, ihr Applaudissement, wahrscheinlich aus Herzensgüte, dazu gegeben haben, worauf ein in der hebr. Sprache gar nicht Bewanderter, dieses Werkchen in der allgem. Zeitung des Judenthums gepriesen hat; so müssen wir dessen Barbarismen unfern Lesern darstellen, und an den Geschmack des Lesers als an einem unparteiischen Richter appelliren. Zwar hat der Correspondent der besagten Zeitung zwei Stellen abnotirt, um die kernhafte Schreibart auf beweisende Art hervorzuheben; es (aßt sich wirklich -von den ersten Strophen eines Werkes auf die gute Qualität des Ganzen schließen, indem diese stets das Schild sind, das der Dichter den Kaufmann ähnlich bei dem Eingänge aushänget, um die Leser besser anzulocken. Sobald wir aber in das Innere des Werkes gelangen, werden wir allenthalben leider nur Waaren gewahr, die uns nur zu sehr gegen dm Dichter einnehmen. — (Fortsetzung folgt.) 31) Ueber die Stellung des Kaufmanns während des Mittelalters, besonders im nordöstlichen Deutschlande, v. K. L. Klöden. Erstes Stück. Berlin 1841. (Fortsetzung) Die abgepfändeten Sachen konnte der Jude verkaufen an . wen er wollte, und hatte davon dem Landesherrn nichts zu

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