Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 37 (11.9.1841)
- Article
- Krim: Ueber den Namen Krim ...
- Date
- 1841-09-11
- Page
- Seite 245 (sequence 1)
- Language
- German
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Zweiter Jahrgang am für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Herausgegeben von IM*. Irrt irr s F Ä eK Don dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das LiLeraLurblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Leipzig, den 11. September Orient. Krim (Fortsetzung. Ueber den Namen Krim. Ueber die Stadt Saparad.) —- Deutschland (Berlin, üb. Anstellung eines jüd. Docenten in Königsbergs Breslau als Gegensatz. Dresden. Gemäl:e-Gallerie jüd. Kunstwerke. Hr. I. Werthheimer. Hofrath Dr. Wolf. — Böhmen (Prag. Tod des Schulraths Herz Homberg, der Schüler Mendelssohns. Rapaports Leichenrede). — Licht- und Schattenbilder aus der jüd. Geschichte der Gegenwart: Die Juden im Kirchenstaate und in Toscana. — Personalchr. u. Miscellen. Anerkennung. Resormbewegungen in Frankreich. Breslau. Einweihung des Frankel-Hospitals. — LB. d. O. Orient. Krim. (Fortsetzung). Wenn aber der Name schon von den Kimmeriern herrührt, was wahrscheinlich ist, so kann also die Benennung nicht erst nach Besiegung der skythr'schen Kömgin entstanden sein, da die Kimmerier von den Skythenschon verdrängt wurden. Wenn daher der Karaer Salomo Ben Abraham (Zion J. S. 139) dv“D aus der ähnlichen Benennung im Tatarischen zu erklären sucht, so ist es gewiß unrichtig, da damals vom Tatarischen überhaupt, und am allerwenigsten bei den Juden in Medien, nicht die Rede sein kann. Daß Abulfeda (s. Geogr. Jnd. bei Schaltens 8. v. Bumaeorum Promontorium) schon 'cnp, als Name der taurischen Halbinsel, und cnpfrs< ‘qpD als Name des raurischen Pontus hat, ist bekannt. —' 6) als Name für Sv,v{?t,a, Skythien, habe ich bereits oben (Or. das. Amn. 4) erklärt, und'hat anderweitig seine Bestätigung. Zu bemerken habe ich nur noch, daß das Skythia der Griechen aus dem einheimischen Sk alt, also Skaltia, entstanden, al in einen Vocal auflösend, denn die Skythen nannten sich Skalten oder Skolathen (s. Skythien «md die Skythen des Herodot v. Lindner. Stuttgart 1841. 8. S. 78). Nach derselben Analogie ist die Umgestaltung des skythischen Namens Talmrra (jrpK&n) in Tomyvis bei Herodot zu erklären. Die Umwandlung der Sylbe a l in a, o, au, d. h. überhaupt in einen Vokal ist bei den semitischen und außersemitischm Sprachen ganz gewöhnlich. *) Diesemnach wäre also auch Talmyra erläutert. —7) v>E)D *"py welche da liegt dotH DP (Or. das.). In unserer hier mitge- Im Hebräischen und Arani» z. B. aus ^31/ aus rTO, V# aus yh$\ franz. doux aus dulcis> faux aus falsus unb die auf al endenden im Plural, englisch talk, walk ausgesprochen tak, wak. Die trefflichsten Beispiele hierüber siehe Gesemus in : Alonumenta pböuiciana. theilten Inschrift heißt es TOD .... D'O^DD TOD TyjQ, und Rabbi Abraham Ben Simcha führt von diesem Orte den Beinamen 'rn£0. Der Kcrraer Firkawitsch, der Aufsinder und Mittheiler dieser Inschriften, weiß über diesen Namen keinen Bescheid, noch weniger Jost im Zion, wo diele Inschrift auch mitgetheilt wird, und Reggio findet gar an T)DD einen solchen Anstoß, daß er nach einer etwas zu leichtfertigen Weise schon aus diesem Grunde das Ganze für unwahr halten möchte. Fragen ist viel leichter als antworten, und noch leichter und bequemer ist zweifeln. Der kimmerische Bosphorus, welcher die taurische Halbinsel oder die Knyr von Asien abscheidet, überhaupt diese ganze Halbinsel, hat zu Hieronymus Zeiten in der jüdischen Tradition T)DD geheißen, eine Überlieferung die um so interessanter ist, als sie schon früh wieder durch andere Gegenstände und durch die Iso» lirtheit dieser Halbinsel in Vergessenheit gerathen. Hieronymus rechtfertigt sich damit in seinem Eommentar zu der Stelle Obadja 20, daß er TOD daselbst mit Bosphorus wiedergegeben, daß er von seinem jüdischen Lehrer es gelernt, daß dieser Bosphorus wirklich T)DD genannt wird: „ubi posuimus Bosphorum, in Hebruico habet Sapharad. Nos autein ab Hebraeo, qui nos in scriptuns erudixit didicimus Bosphonnn ita vocari.“ Neben dieser Tradition bestand noch eine andere, wodurch diese über T)DD gleichsam motivirt wird. In seinem Commentar zu Zach. 10, 11 sagt dieser Kirchenvater, daß die Juden erzählen: die Assyrer und Chaldäer hcrbkn nicht blos nach Persien und Medien das gefangene jüdische Volk geführt, sondern auch nach dem kimmerischen Bospohorus und der nördlichen Gegend(narraot hebraei, captivuni populum Judaeum non so!um in Medos et Persas, sed et in Bosphorum quoque et septentrionalem plagam ab Assyriis et Chalciaeis esse trunslatum); auch Hadrian, wird erzählt, hat dahin nach der taurifchen Halbinsel gefangene Juden exilirt (Hieran. zu Obadja!. c.). (Fortsetzung folgt.) 37