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Der Orient · 1841-08-21 · Heft 34 (21.8.1841) · p. Seite 229

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 34 (21.8.1841)
Article
Palästina: Verein zur Freiwerdung des Orients in Frankreich ...
Date
1841-08-21
Page
Seite 229 (sequence 1)
Language
German
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Zweiter Jahrgang ♦ Berichte, Studien ffit und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid.Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Nr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblattmitger echnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. JÜ» 34» Leipzig, den 21. August 1841» Orient. P alä sti n a (Verein zur Frerwerdung des Orients in Frankreich. Ad. Cremieux. Topographische Ansicht Palästinas mit Bezug auf Handel und jüd. Bevölkerung in der neuesten Zeit.). — Deutschland (Breslau. Darstellung eines Lebensbildes der dortigen Gemeinde in statistischer, politischer und socieller Beziehung. Die religiösen Zustande.) — Böhmen (Prag. Erhebung der Brüder Porges in den Adelstand. Neues Gesetz in Bezug auf Juden). — LB. d.O. Orient» d Palästina» In Frankreichsind die Philhellenen der zwanziger Jahre wieder aufgesranden, um sich zu Vereinen und Comite's zur Unterstützung der Christen im Orient zu gestalten. Die glänzendsten Namen Frankreichs, die Männer des Ruhms aus allen Parteien, haben sich diesen Comite's mit Begeisterung angeschlossen, und was solche Vereine vermögen, hat man bei der Erhebung Griechenlands gesehen. Mit einerreißenden Schnelligkeit haben sich von Paris aus diese Vereine über das ganze Land verbreitet, denn der Gedanke an Frei- Werbung des Orients ist der Gedanke des Tages; die Bestrebungen sind kühn und großartig, wie sie bei Erhebung Griechenlands waren und wie sie das egoistische Alterthum me gekannt, und daß diese Vereine nicht blos eine passive Stellung annehmen werden, das zeigt die letzte Berathung, wo beschlos- ] fen wurde, die Christen im Oriente zu ihrer Emancipirung materiell zu unterstützen. Auch Adolph Cremieux gehört zu den Häuptern dieses Vereins, dieses großen Bundes zur Freiwerdung des Orients; Cremieux der mit Hingebung und Begeisterung an Erhebung seiner jüdischen Glaubensbrüder im Orient denkt, und Cremieux ist uns die sichere Gewähr, daß der ausschließende Name,,zur Unterstützung der Christen" nur eigentlich die Moslemen ausfchließt, übrigens aber alle Rajah's in sich faßt, welche so lange von den Söhnen Osman's in den Staub gedrückt wurden. Die Blicke des Vereins sind weniger auf Stambul und Anadoli, weniger auf Kandia und auf die sich täglich mehr verjüngenden europäischen Provinzen des türkischen Reiches, sondern auf das gahrende Soristan oder Syrien, auf das Palästina im Allgemeinen, wo halb muselmännische, halb christliche Stamme wohnen und keinen Herrn haben. Es ist ganz natürlich , daß das christliche Europa sich zunächst für seine Glaubensverwandten im Oriente, für Menoniten, Armenier, Kopten, Griechen, begeistert, denn selbst die Unterstützung Neugriechenlands ging Zunächst von der christlichen Glaubensverwcmdtschaft aus; aber immer mehr und mehr wird es den Vereinen klarer, daß der eigentliche nationale Stamm Soristans nur die Juden sind, die einzigen übrigen Kinder dieses Vaterlands. Der Name Syrien ist ein klangloser; es giebt keine Syrer mehr seit mehr als einem Jahrtausend; wie die Römer so sind die Syrer mit ihrem Glauben und mit ihrer Sprache aus dem Reiche des Lebens verschwunden. Die Völkerstämme, welche sich da herumtummeln, sind fremde, eingewanderte Horden, die in diesem merkwürdigen Lande weder eigentlich Christen noch auch Muselmänner sind; Türken, Kurden, Turkomanen, Drusen, Mutualen, Noseirier, Menoniten, Kopten, Griechen, alle fühlen selbst, daß dies nicht ihr Vaterland, sondern das Land ihrer Wanderungen, wie etwa die Beduinen, die alljährlich die Ebenen von Hauran bis zum Eufrat durchirren. Für Juden vorzüglich bereitet sich m diesem Lande, wenn auch langsam, eine Zukunft vor; bilden sich auch für sie keine Vereine in Europa, so werden sich, wie man vernimmtin dem Lande dort selbst Vereine bilden', um gemeinschaftlich für die Erhebung und Emancipirung zu sorgen und zu wachendamit Palästina noch außerdem ein ruhiges Asyl werde für einwandernde Israeliten aus allen Theilen der Erde. Jedenfalls bei dem Interesse, welches dieses Land jetzt beansprucht, glaube ich es nicht für überflüssig zu erachten, wenn ich eine flüchtige topographische Beschreibung desselben, wie es in diesem Augenblicke in Bezug auf Bevölkerung und Handel ist, herstelle. (Frts. f.) Deutschland» II Breslau, im August. So oft ich in meinen einzelnen Berichten in diesen Blättern Gelegenheit fand, allgemeine Verhältnisse oder besondere Vorfälle in dem Leben unserer Gemeinde zu besprechen, bezog ich mich immer auf einen Zustand bisheriger, fast gänzlicher Bedeutungslosigkeit in ihr, und hielt jene Kennzeichen eines Entwickelungs-Geschäfts für wichtig genug, um sie denen mitzutheilen, deren Aufmerksamkeit über die Schwelle des eigenen Hauses, oder gar über das Weichbild der Stadt selbst hinausreicht. Es sei nun auch nothwendig — dünkt mich zu solchen Andeutungen einen Commentar zu 34

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