Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 28 (10.7.1841)
- Article
- Ueber die in einer Münchner Handschrift ... [Rezension]
- Date
- 1841-07-10
- Page
- Spalte 425-426 (sequence 2)
- Language
- German
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425 Saadja's Pentateuch-Uebersetzung, seine ersten Propheten. Dr. Salomon's Predigten. 426 schrist war vielleicht die beste, die man zu einem Abdrucke verwenden konnte, denn sie war schon 1245 geschrieben, wie auch aus der Nachschrift daselbst zu ersehen. Diese lautet nämlich mp* * 3 fintay nyvr> ivsn iDote %'t pjor um iriD p mw mi nnyo mm M-)1 nnttö6 upn« rw annn d. h. es wurde vollendet die Uebersetzung des Jesaja, die Auslegung unseres Lehrers und Meisters Saadja, Hauptes der Akademie (zu Sora), Sohnes unseres Lehrers und Meisters Joses s.A. im Monat Etut des Jahres 1556 der seleucidischen IR., d. h. 1245 d. g. A. Dennoch aber hat Hr. Professor Paulus durch seine jugendliche Flüchtigkeit und durch den sonderbaren Einfall, das Manuskript in die arabische Schrift umzuschreiben und drucken zu lassen, die Herausgabe so verunstaltec, daß trotz aller Correkturen seit einem halben Jahrhundert, trotz aller Verbesserungen von Michaelis und Eichhorn an bis auf Munk, noch immer bedeutende Nachlesen zu halten sein werden. Hr. Munk wendet in seiner erwähnten Notice dieser Uebersetzung von S. 30—62 eine große die Exegese fördernde Aufmerksamkeit zu, und weit entfernt blos einige Correkturen aneinander zu reihen, sucht er vielmehr mit tiefer Wissenschaftlichkeit und Gründlichkeit systematisch diese Version zu erfassen und zu beleuchten, was um so verdienstlicher ist, da die einzige Handschrift seit dem Paulus'schen Abdrucke untergegangen zu sein scheint. Der Leser wird es vielleicht nicht ungern sehen, hier die Uebersi'cht der Munk'schen Kritik zu erhalten, zumal die Monographie in Deutschland wohl nicht sehr verbreitet ist. Als Einleitung gleichsam wird an vielen Stellen nachgewiesm, daß selbst die letzten Verbesserungen bei Gesenius (in seinem Jesaja-Commentar) und Rosen mütler durch Buchstabenverwechselungen oder dergleichen sehr unvollkommen ausgefallen sind, und nur das Aurückgehen aus die hebräisch geschriebene Handschrift macht viele Versehen klar. Dergleichen Fehler sind z. B.: u) die Vertauschung des K und N, was in hebräischen Handschriften gewöhnlich ist, z. B. Jes.1, 8 steht fehlerhaft anstatt ntotoDD^ 'l,. 10 fcnb} anstatt tritt-, 13, 15 DblN anstatt b) Die Verwechselung von n und 7 z. B> 7, 6 steht fehlerhaft ad modum chrestomathiae arabicae biblicae glussario perpetuo instrimt IX F. G. Paulus. Fase. 1. Jenae 1790. 11. 1791. 8. Siehe die Recensionen: Jol> Dav. Michaelis und Mom. Ehr. Tychsen: neue orientalische und exegetische Bibliothek Vlll. S. 75 ff. Eichhorn: allg. Bibliothek der bibl. Litecacur Bd. 111. S. 455 ff. 3) Dieses bekannte Erläuterung, Erklärung, hat schon Eichhorn in seiner Bibliothek richtig verstanden, und es ist um so leichter daraus zu verfallen, als sehr oft im Jesaja selbst, wenn ein Scholion angeführt wird, man nfiEiPfV nm&Gj? findet. Hr. Nap. der in Erklärung dieser Nachschrift Hrn. Paulus gefolgt, hat unrichtig die Conjektur arabisch. anstatt oder die graphische Verstümmelung des 7 in *> oder j z. B. 18, 14 fcTKH anstatt rntfYl; 42, 11; W anstatt PW, c) die graphische Verstümmelung des 7 in 1 oder in 7 durch Vergrößerung z. SS. 14, 4 riNJfcO^K anstatt nXltajSaj 65, 4 Dnrratfl anstatt DrUTVOfrO u. d. m. Die Nachweisung solcher Fehler, welche durch die Schrift entstanden, haben mittelbar auch für andere hebr. Handschriften einen Nutzen, indem man daraus abnehmen kann, wie man manche Fehler zu corrigiren hat, wenn man nicht blos jedem beliebigen Einfalle folgen will. (Fortsetzung folgt.) 26) Die Erlösung Israels aus der egyptischen Knechtschaft, das lehrreichste Kapitel in der Weltgeschichte. Eine Predigt gehalten am Passahftste des Jahrs 5601 am 7. April 1841 und auf vielfaches Verlangen dem Druck übergeben v. Dr. Gotthold Salomon. Hamburg. Die Einsegnung der Jugend als Consirmationsfeier im neuen israelitischen Tempel zu Hamburg, am 2. Mai 1841, von Dr. Gott hold Salomon. Hamburg. Herr Dr. Salomon ist schon seit fast vier Decennien als einer unserer tüchtigsten Prediger bekannt, und es ist deßhalb überflüssig, ihn hier noch besonders rühmenswerth hecvorzuheben. Beide vorliegende Predigten sind in ihrer Tendenz und Ausführung musterhaft, und namentlich ist es die hier zu zweit genannte und dem Vorstände des neuerrichteten israelitischen Gotteshauses in Eharleton gewidmet, welche wir allen israelitischen Eltern und Gemeindevorstanden recht sehr zur Beherzigung anempsehlen wollen. „Wollen Sie, sagt H. Dr. S» in dem vorgedruckten Dedikationsschreiben, das heilige Werk vollenden und demselben die Krone aufsetzen' so lassen Sie die Jugend beiderlei Geschlechts in dem angemessenen Alter für den Glauben der Väter e i n s e g n e n und e i n w e i h e n in diesem Gotteshause, auf daß das werdende Geschlecht ein tugendhaftes und frommes werde." Diese Worte sind sehr beherzigend Werth; denn wenn Hr. Dr. S. in der Predigt darüber Klage führt, „daß nach einem Stillstand von drei Jahren nicht mehr als sechs Seelen dem Herrn geweiht werden," so müssen wir zufügen, daß in vielen andern Städten das Verhaltniß sich leider noch schlechter Herausstellen dürste. Eine Predigt wie die vorliegende ist mächtig genug, die Einsegnung der Jugend als überaus wichtig, nothwendig und ersprießlich allen Eltern und Lehrern ans Herz zu legen. — Selbst wenn es in der Tendenz dieses LB's. gelegen, ausführlich Analysen über Predigten zu geben, so würden die Leistungen S's., als die weithin wirkenden und anregenden, davon eine Ausnahme machen.' Die ausgezeichnetsten AMiten in irgend einem Fache werden gelesen, studirt, benüMund nachgeahmt, aber die Kritik schweigt über das Gelungene.