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Der Orient · 1841-06-12 · 24 (12.6.1841) · p. Spalte 367-368

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
24 (12.6.1841)
Article
[Nachricht]
Date
1841-06-12
Page
Spalte 367-368 (sequence 1)
Language
German
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367 Prospectus z. Herausgabe sämmtlicher in Musik gesetzter Psalmen v.?lntoine Berlin. 668 Literarische Ankündigungen. Zn diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Prosvectus zur vollständigen Herausgabe aller Psalmen, in der Ursprache, mit einer treuen, nach dem Metrum des hebräischen bearbeiteten Übersetzung in der deutschen, französischen und niederländischen Sprache und zum Kirchen- und Synagogal-Gebrauch, so wie auch zum Privatleben, in Musik gesetzt von Antoine Berlin. Es wird ganz gewiß umwthig fein, dm Nutzen einer anständigen und geeigneten Musik, sowohl bei der öffentlichen Gottesdienstfeier, als in verschiedenen Fällen des Privatlebens, mit vielem Wortgepränge anzuzeigen; indem es vielmehr Verwunderung erregen muß, daß man, bei so steten Fortschritten innerer und äußerer Cultur, blos in diesem Puncte — so wie unter andern resp. deutschen Zeitschriften, der Orient neulich mit Recht bemerkte, — nachlässig bleiben konnte. Was eine wohleingerichtete, characteristifche Musik auf unsere Herzen, was sie besonders aber zur Erhebung des Geistes und zur heiligen Stimmung bei der Gottesdienstfeier vermag, dieses ist eine zu bekannte Sache, als daß wir sie weitläufig darzuthun bedürften; jedes empfindliche Herz wird uns hierin willig und von selbst beipflichten. Und was könnte dann wohl bei solchen Umstanden zweckmäßiger sein, als daß man einmal daran dächte , die heiligen Hymnen des göttlichen, morgenländischen Sängers, in einem neuen, dem Zeitgerste angemessenen und geeigneten musikalische Gewände, so einzukleiden, daß sie nicht allein zum Gebrauch in Kirchen aller Gemeinden und Synagogen, sondern auch bei besonder» feierlichen Gelegenheiten des gesellschaftlichen Lebens anwendbar waren; damit auch der heilige Gottesdienst sich der Aufklärung freue, den Einfluß zweckmäßiger Verbindung von erhabener Musik mit der allererhabensten Dichtkunst einmal empfinde. - Dem zu Folge ist die Musik folgendermaßen eingerichtet: I. Für vier Singstkmmen, nämlich: Sopran, Alt, Tenor und Baß, mit ein. fallendem Chor. II. Für vier Männerstimmen allein, nämlich Zwei Tenore und Z w e i B ä s s e, mit einfallendem Männerchore. Und, damit sie bei allen allen Gelegenheiten anwendbar sei, ist sie IM. Sowohl zur Ausführung ahne, als mi t Begleitung, eingerichtet, indem lV. Dir Begleitung selbst, nach Willkühr, für Orgel, , Harfe oder Piano versaßt ist. Wobei blos erinnert wird, daß der Componist, bei den Männerstimmen absichtlich, hier und da, die Baffe über die Tmore, bisweilen auch die Tenore unter die Basse steigen laßt, zur großem Bequemlichkeit und ^Geläufigkeit des Gesanges, indem er, als bei Kicchenstylj zugleich auch hauptsächlich nach Popularität strebte. Darum auch ist die Uebersehnng, — damit sie nämlich fü r alle Gemeinden brauch bar sei, — ganz wörtlich treu, dem hinzugefügren Originaltexte gemäß; und damit sie auch, mit dem Urtexte, auf überstehender Musik gesungen werden könne, im nämlichen Metrum, ja sogar in gleicher Verscadenz mit demselben abgefaßt. Braucht es also wohl der Erinnerung, daß man, bei solchen Verhältnissen, hier und da, sich zur Freiheit genöthigt sah, eine Sylbe zu cornpiren oder zu produciren, damit der treuen Uebersetzung kein Eingriff geschähe. Die Herausgabe dieser so unentbehrlichen Unternehmung geschiehet bei monatlichen Lieferungen von 14 Seiten, um die resp. Herren Abonnenten nicht gar zu lange auf das Ganze warten zu lassen, indem doch jede Lieferung ein in sich selbst brauchbares Ganze enthalt. Die Ausführung sollnichts zu wünschen übrig lassen, und den, zwar als Probe, aber nur als Probe des Planes und der Musik, gewiß nicht als Probe der Ausführung,- und dazu noch, in der Eile verfertigten 100. Psalm, weit übertreffen. Der vollständige 100. Psalm ist in allen vorzüglichen Buch - und Musith and lung für den Preis von 12 Ggr. zu haben. Der Abonnentspreis ist 12 Ggr. für jede Lieferung. Man subscribirt bei allen Buch- und Musikalienhandlungen Deutschlands etc. Die Herausgeber zweifeln nicht, daß ein so unentbehrliches Werk, welches so ganz den Zeitgeist mit dem heiligen Gottesdienste, verknüpfet, auch die wohlverdiente Unterstützung allenthalben finden werde. Amsterdam, Januar 1841. Gebrüder Diederichs. Die Redaction dieses Blattes ist mit Vergnügen bereit, Subscriptionen auf dieses wahrhaft große nationale Musikwerk anzunehmen und an die Verlagshandlung der Gebrüder Diedrichs auf das schnellste gelangen zu lassen. In Betracht, daß dieses große Werk bestimmtest, unsere uraltesten und schönsten religiösen Lieder durch die Tonkunst zum wahrhaften erhebenden Ausdruck der Synagoge zu machen, in Betracht daß der Synagoge noch größtentheils, selbst in den gebildeten Gemeinden, jener Schmuck der erhebenden zur Andacht stimmender religiösen Tonkunst fehlt, daß bei manchen freudigen oder traurigen Anlassen , die Gemeinden sehr oft über die synagogale Anwendung des Psalters rathlos sind , hofft die Nedaction, daß dieses im ganzen sehe billige Wirk eine regt Theilnahme finden wird. Die Redaction. Verlag von C. L. Frrtzsche. Druck von Z. H. Nagel.

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